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PAF-Gruppe Rückblende Flugreisen
Gletscherfliegerei

Flugreise HB-PAF & HB-CGM

 

Italien-> Frankreich

8. - 16. Mai 1994

 

 

 Zwischenlandungen in:
Bolzano-> Bologna-> Pescara-> Napoli-> Roma Urbe-> Albenga-> Avignon-> Grenchen   

 

Piloten: HB-PAF

Lorenz Gloor, Alfred Klauser, Otto Juchli

 

Piloten: HB-CGM

Kurt Grünig, Anneliese Rohr,

 

 

 

Flugreisebericht HB-PAF und HB-CGM

Vorbereitungen

Der schon seit langem im Kalender gemachte Ferien-Strich rückt näher. Wir wollen unsere Reiseroute wiederum ganz nach dem Wetter einrichten. Lieblingsziele sind England, Griechenland oder Portugal. Die anfänglich noch grosse Reisegruppe mit 2 oder gar 3 Flugzeugen schmilzt zusammen. Maja Byland gelingt es trotz harter Therapie nicht, die rechte Hand flugtüchtig zu trainieren. Heidi Gloor muss arbeiten und auch Werni Hartmann schafft den Berg im Büro nicht vor der Reise.

Das Briefing am Donnerstag 5.5.94 zeigt klare Wetter-Tendenzen auf: Italien-Griechenland wird das primäre Ziel sein. Die grosse Hürde werden die Alpen mit Südstau aus Südwesten darstellen. Wird es uns gelingen diese Kette irgendwo in der Schweiz oder erst in Oesterreich zu überqueren ?

 

So. 8.Mai Birrfeld - Bolzano - Bologna

Grosse Ueberraschung im Birrfeld: schon um 10 Uhr (!!) erscheint Maja ganz freiwillig und bereits gut gelaunt bei uns. Mit einem schriftlichen Kartengruss und heller oder dunkler Toblerone wünscht sie uns einen guten Start und "happy landings" für die Reise. Leider ohne Werni und seine pikanten Spezial-Rosmarie-Sandwiches starten Otto und ich mit der HB-PAF um 11.10 mit Ziel Bologna und Ausweichplatz Innsbruck oder Linz. Dieser Flugplan sagt es ganz klar: wir wissen noch nicht wo und ob wir überhaupt die Alpen überqueren können. Etwas später folgt die HB-CGM mit Kurt, Annelies und Gastcopilot Lorenz an Bord.

Unter der hohen Wolkendecke zeigen sich über dem Zürichsee am SW-Ufer zusätzlich tiefliegende Wolkenfetzen. Wir verzagen nicht, melden uns bei Zürich-Info und fliegen auf 3'500 Fuss vorsichtig über Zürichsee und Walensee bis Sargans. Ueber Ziegelbrücke werden wir von Schauern begossen. Die Sicht ist jedoch mit über 8 km recht gut. Otto steuert immer so, dass wir noch eine Umkehrkurve ausserhalb von Wolkenschwaden und auf der besseren Talseite fliegen könnten. Bald hören wir, dass sich Kurt bei der Info meldet und sich also auch zum Aufnehmen der Reise entschlossen hat. Bei Sargans liegt der Deckel über uns auf gut 9'500 Fuss. Zum Einbiegen in Richtung Arlberg müssen wir aber wieder hinunter auf 6'000 Fuss. Ob's weiter östlich wirklich bessern wird ? Auf jeden Fall achten wir wieder exakt auf die Möglichkeiten für die Umkehrkurve.

Doch da, kurz vor dem Arlberg wissen wir, dass wir die Schlechtwetterzone hinter uns haben. Die Fernsicht wird unter der auf 9'500 Fuss stehenden und sich lockernden Wolkendecke immer besser. Wir queren ohne Sorgen die Innsbruck-CTR und wechseln am Brenner unter leichten Schönwetter-Wölklein auf Milano-Info. Die Landung in Bolzano nach 1h 45 Flug erfolgt im leichten Dunst und südlicher Wärme. Nachdem auch die HB-CGM eingeschwebt ist, geniessen wir im Klub-Beizlein etwas verspätet die ausgezeichnete Mittags-Suppe.

Neben der recht speditiven Abfertigung gibt es bei der Bestimmung unseres nächsten Zieles doch einige Einschränkungen zu beachten. Da 100LL-Benzin in Italien keine Selbstverständ-lichkeit ist, wollen wir nur Plätze mit Benzin anfliegen und jede Gelegenheit zum Tanken nutzen. Wir kaufen hier in Bolzano die letzten Liter auf. Man sagt uns, vermutlich gebe es am Dienstag wieder eine neue Lieferung. Für die Militärplätze sind besondere Bewilligungen erforderlich, also kommt für uns Rimini als Ziel nicht in Frage. Venedig kennen wir bereits. Wir entscheiden uns für den Klub-Flugplatz Ravenna mit Ausweich Venedig-San Niccolo oder Bologna. Doch da, in letzter Minute taucht die Information auf, dass Ravenna am Montag nicht offen sein wird. Die telefonische Nachfrage durch das AIS ergibt für uns keine Start-Erlaubnis für Montag. Also bleibt uns Bologna als Ziel.

16.40 starten Lorenz und ich mit der HB-PAF Richtung Süden. Wir haben vom VOR Vicenca einen Abstecher über Venedig und die Adriaküste geplant. In der Po-Ebene treffen wir eine wesentlich bessere Sicht an, als vom letzten Mal her erwartet haben. Der Controller erlaubt uns wiederum nicht, direkt von Vicenca nach Mogliano zu fliegen. Wir müssen der VFR-Route mit einer Ecke bei Padua folgen. Trotz zeitweise regem Funkbetrieb sind die Controller freundlich und hilfsbereit. Die herrliche Sicht über die Inseln in der Lagune entschädigt uns für die ad-hoc-Umplanung. Bis zum VOR Chioggia folgen wir der Küste. Den Flugplan ändern wir bei der Info zum bisherigen Alternate-Platz Bologna um. Dann gehts in direktem Kurs über die Reisfelder auf Bologna-VOR und Flugplatz zu, wo wir im abendlichen Dunst um 18.30 landen.

Für uns bisher unbekanntes Sprachtalent in Italienisch entwickelt Lorenz im sonnigen Italien. Er zieht alle Register und organisiert sogar einen Privat-Transport mit Flieger-Kollegen bis ins Hotel. Wir danken bestens für diesen Dienst beim anschliessenden Apéro. Noch heute morgen hätten wir uns kaum träumen lassen, dass unsere erste Station bereits so südlich liegen würde. Unter der weltmeisterlichen 3,5 km langen Dach-Promenade der Stadt gehts zum nahen Zentrum zum Essen. Ein kurzer Blick in den Dom und auf den Süssigkeitenmarkt zeigt uns etwas vom Leben in dieser Geschäfts- und Handels-Stadt.

 

Mo. 9.Mai Bologna

Morgenessen um halb neun, packen und auf nassen Strassen per Bus gehts kostenlos, da wir die hiesigen Zahlungs-Modalitäten nicht kennen, zum Flugplatz. Wetterglück gibt es heute nicht, und die Sicht beträgt nur magere 4 km. Wir entscheiden uns zum Bleiben in der Umgebung. Nach intensiven Preisvergleichen wählen wir ein Mietauto von AVIS und Kurt steuert unter steter Unterstützung mit guten bis mittelguten Tips der Kollegen das Hotel Castello im 30 km östlich gelegenen Castello di Therme an.

Das Wetter ist ausgezeichnet und wir fragen uns, warum wir denn heute nicht in die Luft gehen konnten. Zum Nachtessen geht's in Richtung Küste. Und wirklich, der weite Weg hat sich gelohnt, denn es wird ein ausgezeichneter Fisch zum Nachtessen serviert.

 

Di. 10.Mai Bologna - Pescara

Der zweite Anlauf zum Weiterflug ist besser. Wir begnügen uns heute mit nur 4 km Sicht und verlangen beim Start Special-VFR, was uns sofort bestätigt wird. So starte ich mit der HB-PAF um 13.00 mit Funker Lorenz an Bord. Die Sicht scheint mir bei etwa 5 bis 8 km zu liegen und veranlasst mich, die geplante Etappe anzupacken. Vor Forli verlassen wir die Autobahn und folgen der im Landesinnern liegenden VFR-Route bei Sichtweiten um 8 km in 2'500 Fuss Höhe. Lorenz setzt mit grossem Engagement und Können die erforderlichen Funkmeldungen ab. Bald schon kommt vorne links am Berghang die schöne Stadt San Marino dieses Staates in Sicht. Nach kurzem Fototermin geht's weiter und bei Fano wieder an die Adria-Küste. Dieser folgen wir auf 1'800 Fuss bis kurz vor unserm Ziel und landen 14.50 in Pescara. Dass man hier vom Flugplatz aus schneebedeckte Berge zu sehen bekommt hätten wir nicht erwartet.

Mi. 11.Mai Pescara - Napoli

Wo geht wohl die Reise hin ? Diese Frage können wir heute anhand der Meteo-Information noch immer nicht entscheiden. Für Griechenland rechnet die Meteo Zürich erst auf Freitag mit einer Besserung. Der Weg nach Süden eilt also nicht sonderlich. Wenn wir Bari oder Brindisi am Donnerstag erreichen, wäre das also gerade richtig. Wir entscheiden uns zum Flug nach Napoli. Da die Sicht um Bari schlecht ist, wählen wir den Weg über die Berge. Otto startet mit der HB-PAF 12.24 und hinter uns folgt die HB-CGM. So kommen wir zu einem Alpenflug über den Appennin. Für die exakte Navigation im Gebirge sind nicht allzuviele Merkmale da. Der Minuten-Massstab leistet neben dem GPS wiederum wertvolle Dienste. Beim Absinken in die Region um Benevento wird die Sicht im Dunst gegen die Abendsonne schlechter. Auch den berühmten Vesuv sehen wir nur schwach im Dunst und mit einer kleinen Wolkenkappe überzogen. Wir konzentrieren uns auf die exakte Boden-Navigaion. Nur dank GPS (7 Meilen vor dem Platz) können wir exakt "Torre Grecco" aus dem riesigen Häusermeer an dieser Bucht unterscheiden und sicher melden. Landung nach 1:25 um 13.49 in Napoli.

Die Wahl des Hotels nehmen beim Eingang zum Flughafen anhand von Preisliste (2 Sterne) und Lage beim Hafen vor. Wir quetschen uns zu fünft zum Sonderpreis von 65'000 Lire in ein Taxi. Die schlanke Annelies wird in die Mitte genommen und muss sich auf Geheiss des Chauffeurs unter den Stadtplan in Deckung gegen Polizeisicht begeben. Wir finden im Hotel Ausonia Platz und freuen uns über den günstigen Fahrpreis. Erst bei der Rückfahrt übermorgen mit 2 separaten Taxis für total 55'000 Lire sind uns die Augen für reelle Taxipreise aufgegangen.

Auf der Suche nach einem Bankomaten in einem Sicherheit aussstrahlenden Quartier haben Annelies und Kurt eine ansehnliche Strecke zurückgelegt und damit zugleich ihre Lücke im Jogging-Training schliessen können. Nach dem Nachtessen erkundigen wir uns im Hotel nach den Ausflugs-Möglichkeiten. Anstelle einer Stadtrundfahrt einigen wir uns für morgen auf eine gemeinsame Fahrt zum grossen Vesuvio.

 

Do. 12.Mai Napoli Vesuv-Besteigung

Mit dem Regenschutz für alle Fälle gerüstet geht's zum Bahnhof. Tickets werden vom sprachgewandten Lorenz beschafft und schon fahren wir zum Hauptbahnhof und mit der Vesuvio-circullanum nach Ercolanum. Dass der Ortsbus zum Vesuv hinauf erst in 1,5 Stunden fährt, glauben wir den geschäftstüchtigen Taxi-Chauffeuren nicht auf Anhieb. Wir gehen zur Touristen-Information und bekommen die Sachlage bestätigt. Ueber den Taxipreis will der Info-Mann jedoch nichts aussagen. Nach zähem Ringen mit gut gespielter Gleichgültigkeit gelingt es uns wieder zu fünft für 60'000 Lire (= 55 SFr.) ein Taxi mit 2 Stunden Aufenthalt auf dem Berg zu angeln. Wir fahren los, unterwegs wird noch eine Kleinigkeit Benzin nachgetankt, sodass es den kurvenreichen steilen Weg zur Bergstation hinauf reichen muss.

Oben geht's gegen ein kleines Entgelt auf dem Bergweg zu Fuss zum Gipfel hinauf. Es bläst ein kühler Wind und die Sicht ist feucht-trüb. Bald stehen wir staunend vor dem brüchigen Krater dieses zum letzten Male im 1944 aktiv gewesenen Vulkanes. An einigen Stellen tritt auch heute noch Vulkangas in kleinen Schleierwolken aus und zeigt uns an, dass da tief unten immer noch eine Suppe am kochen ist.

Unter strikter Kontrolle von Annelies werden alle Absperrungen von uns gebührend beachtet, auch beim Foto-Termin wagen wir keinen Schritt in den illegalen Bereich zu machen. So kommen wir beeindruckt und unbeschadet zum Taxi zurück und damit wieder ins Tal. Nach einer Stärkung in der hintern Stube des Familien-Beizleins, das uns der Taxi-Chauffeur empfohlen hat, steigen wir zu den Ausgrabungen des mit Vulkan-Asche verschütteten römischen Wohnortes hinunter. Wir bestaunen die sehr gut erhaltenen und sorgfältig restaurierten Bauten. Sogar die über 2'000 Jahre alten verkohlten Balken sind noch erhalten geblieben. Bei diesem sog. Katastrophen-Tourismus können wir einen einzigartigen Blick in die weit zurück liegende Vergangenheit mit ihren Bauten und Wandmalereien werfen.

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gehts gegen Abend wieder zurück zum Hotel. Wir werden von massiven Regenschauern gekühlt und wagen uns zum Nachtessen nur ins gegenüberliegende Restaurant. Dort geniessen wir einen vorzüglichen Fisch an einer sehr guten und leichten Sauce. Es macht uns auch nichts aus, gute 20 Minuten auf das frische Dessert mit Wald-Erdbeeren zu warten. Wirklich, es hat sich gelohnt.

 

Fr. 13.Mai Napoli - Roma-Urbe

In der Meinung, am Bahnhof direkt einen Zug zum Flugplatz besteigen zu können, tragen wir unser Gepäck zur Station. Auch Lorenz schafft dies nachdem er seine Dokumentenmappe mit einem Zwischenspurt im Hotel noch hergeholt hat. Mit 2 separaten Taxis gehts bequem und preiswert (!!) zum Flughafen. Der bequeme Crew-Bus muss lange auf uns vor dem Meteo- und AIS-Büro warten. Die Wetterlage und die Aussichten für die nächsten Tage muss gut besprochen werden. Sollen wir heimzu oder können wir uns noch einen Abstechter nach Süden leisten ? Dies ist die zentrale Frage, die wir zu entscheiden haben. Die Vorhersage meldet: Freitag N und S gut, Samstag in der Mitte (um Neapel) schlecht, Sonntag nur im N gut, Montag nur im S gut, Dienstag unklar. Bis dann sollten wir wieder im Birrfeld sein.

Wir entscheiden uns für den Rückflug. 13.15 startet Lorenz mit mir als Co und Funker nach Norden. Ueber die Meldepunkte Borgo-Isonzo, Borgo-Montello, Aprilia, Castel Gandolfo und Frascati erreichen wir Roma-Urbe. Nach dem arbeitsreichen und eindrücklichen Flug über den Vulkansee hinter dem Pabst-Sitz Castel Gandolfo landen wir nach 1:08 auf dem Klub- und Militärplatz Roma-Urbe.

Das Taxi empfiehlt uns das Hotel "Nerva" im Zentrum von Rom. Beim herzlichen Empfang durch den Chef "Manuel" verspricht er uns einen guten Preis und einen Sonder-Rabatt für den 2.Tag. Wir schnarchfesten Flieger quartieren uns in einem hübschen 3er-Zimmer mit Mikro-Dusche ein. Kurt findet in einem nahe gelegenen Hotel ein Doppel-Zimmer. Beim "Hauswein" und Willkommenskaffee freuen wir uns über diese gute Gelegeheit an zentraler Lage.

Per Taxi fahren wir rund um das Kollosseum und anschliessend zum Trevi-Brunnen. Auch wir werfen mit der linken Hand die obligate Münze über die rechte Schulter in den Brunnen. So sichern wir uns die Erfüllung unserer Wünsche. Beim Nachtessen tauchen erste Ideen für die morgige individuelle Stadt-Besichtigung auf, die jeder auf seine persönliche Art realisieren wird. Ich habe mich, abhängig vom Wetter, für die halbtätige Morgen-Rundfahrt entschieden, die ich noch am Abend im Hotel auf 8.15 Uhr buche.

 

Sa. 14.Mai Rom Stadtbesichtigung / Stadtrundflug

Früh um 7 Uhr telefoniere ich mit der Meteo in Zürich. Die Auskunft für den Heimweg lautet: Samstag sind die Alpen zu, am Sonntag ev. möglich, am Montag besser möglich. Der Weg über's Rhonetal müsste schon Sonntags bei einer Wolkenbasis um 5'000 Fuss und guter Sicht möglich sein. Allgemein ist die Sicht gut bis in den spätern Nachmittag hinein. So können wir mit Zuversicht noch einen Tag in Rom bleiben.

Ich teile Kurt diese Info mit und schleiche mich als Typus Lerche zwischen den beiden noch ruhig (?) schlafenden Kameraden vom Typus Eule aus dem Zimmer.

Auf der Rundfahrt erfahre ich viele Details über die Stadt und ihre Vorgeschichte. Besonders beeindruckt haben mich die riesigen Bauten wie das Pantheon und die St.Peters-Kathedrale im Vatikan. Auf ihrem Boden im innern sind die Längenmarken für die bekanntesten Kirchen der Welt, die alle kleiner sind auf Meter und Zentimeter genau eingetragen. Es scheint, als ob in Rom alles grösser und noch schöner sein müsse. Beim kurzen Mittagshalt im Hotel verrät mir eine Notiz, dass Lorenz und Otto sich für eine Stadtbesichtigung per HB-PAF entschieden haben. Ich ziehe zu Fuss los und erkunde das Kolosseum (Amphitheater), geniesse das bunte Treiben auf der Piazza Navone und bummle nochmals zum St.Peter in den Vatikan.

Beim gemeinsamen Nachtessen in der Nähe bei kleinem Fisch für 4 Personen berichten wir über den Tagesverlauf. Lorenz hat auf dem stündigen Flug über die Ein- und Ausflugroute als Funker alle Hände und Münder voll zu tun gehabt, sodass er keine einzige Minute Zeit für Kamera-Bedienung übrig hatte. Beide sind vollauf befriedigt über diesen exakt vorbereiteten und gelungenen Trainingsflug. Kurt und Annelies, beide schon mal in Rom gewesen, haben die Gelegenheit zur Vertiefung ihrer Rom-Kenntnisse benutzt. Bei Kurt versuchte sogar ein gut geschulter Knirps diese Vertiefung in Richtung Hosentasche und Portemonnaie vorzunehmen. Nur den scharfen Kontrollblicken von Annelies ist es zu verdanken, dass die betreffende Tasche nicht geleert werden konnte.

 

So. 15.Mai Roma-Urbe - Albenga - Avignon

Beim Bezahlen der Hotelrechnung stellen sich alle guten Versprechen unseres Hoteliers als Lug und Trug heraus. Sein Vertreter will nichts davon wissen und auch er bestreitet, einen besondern Preis genannt zu haben. Wir alle, ganz besonders aber Lorenz, sind masslos enttäuscht über dieses Verhalten. Ein Glück, dass wir unsere Gedanken bald wieder voll der Flugplanung zuwenden und diesen kleinen negativen Punkt in den Hintergrund fallen lassen können.

Punkt 11 Uhr starte ich mit Star-Navigator Otto an Bord Richtung Norden. Die Sicht liegt wohl bei 15 km und erlaubt ein übersichtliches Navigieren in 1'000 bis 2'500 Fuss Höhe. Wir fliegen über Grosseto und erreichen bei Piombino die Küste, der wir nun folgen. Nur bei La Spezia wird ein Umfliegen verlangt, das wir über Land absolvieren. Hier überholt uns Kurt mit der HB-CGM. Ein schönes Bild eines Vogels mit eingezogenen Beinen bietet sich für einige Minuten dar. Der Flugplatz von Genua wird auf Anweisung des Controllers über das Wasser auf nur 500 Fuss umflogen. Dann konzentrieren wir uns wieder auf die Navigation. Schon ist unser Ziel Albenga in Sicht, wo wir nach einem holprigen Anflug von der Bergseite her um 13.45 landen.

Die Vorbereitung für den Weiterflug nach Avignon wird durch durch das Schneckentempo der süss und etwas hilflos wirkenden, aber immer lächelnden neuen Operatrice verzögert. Auch die Telefon-Verbindung nach Avignon zur Voranmeldung des Zolles kommt erst nach längerem Versuchen zustande.

Doch nach gut 3 Stunden steigen wir 16.52 wieder in die Luft. Sorgfältige Navigation ist wichtig, um rechtzeitig dem Controller von Nizza den Checkpunkt Echo in der Bucht von Monte-Carlo melden zu können. Mit einem Auge werfen wir noch einen Blick auf die Stadt und können die schnellen Wagen des Formel-1-Rennens erkennen, die um die engen Kurven flitzen.

Nach Nizza werden Cannes und weitere Plätze auf der Meerseite umflogen. Wir entscheiden uns, nicht den Weg über Marseille zu nehmen, sondern direkt von St.Tropez über Land nach Avignon zu fliegen. Dank GPS konnten wir exakt peilen, den direktesten Weg fliegen und wussten immer genau über unsere Position Bescheid. Am Funk konnten wir den Flug von Kurt über Marseille mitverfolgen. Wir landen nach 1:33 in Avignon, tanken auf und vertäuen die PAF auf dem Grasparkplatz mit den neuen gelben Sicherungs-Seilen. Bald trifft auch die CGM ein und folgt unserem Beispiel.

Das Taxi empfiehlt uns das **-Hotel "Le Magnan" und führt uns direkt hin. Das Hotel ist preiswert und bequem. Um die Hausecke gibts im Restaurant gutes Nachtessen. Mit köstilichem Erdbeeren-Dessert versüssen wir uns die letzte Nacht unserer kleinen Reise. Danach folgt eine mehr oder weniger ruhige Nacht im 3er-Zimmer, wo auch grosse Waagenräder verschoben wurden. Das Rumpeln am frühen Morgen kommt von Lorenz, der einfach nicht mehr schlafen kann, zuerst im Zimmer noch einen Tonfilm von xy... dreht und mit dem Spruch "Donner.........sinn" ohne Kamera aus der Türe stürmt und einen 2-stündigen Frühmorgen-Trip entlang der gut erhaltenen Mauer rund um die Stadt macht. Für alle, besonders auch für unsern Wanderer, gibt's ab 8.30 Uhr ein feines Morgenessen.

....in Avignon sind die Nächte lang !....oder nach dem Motto "mer send alli mit em Radel do"

 

Mo. 16.Mai Avignon - Grenchen - Birrfeld

Das Wetter, das unter Anleitung dem hiesigen MiniTel entlockt wird, scheint sich bis am Nachmittag zu halten. Ich packe die Gelegenheit, um endlich doch einmal mit Kurt IFR und direkt, dank einer besondern Zoll-Erlaubnis für die HB-CGM, ins Birrfeld fliegen zu können. Mir scheint die Flugplanung für diesen IFR-Flug sehr einfach. Das Wetter wird von Kurt für tauglich befunden. Schon sitzen wir am MiniTel und mühen uns mit der Eingabe des Flugplanes in den Computer ab. Danach sind auch die Päfler Otto und Lorenz soweit. Ihre Planung ist aufwendiger und die Eingabe in den Computer macht auch dem Virtuosen Lorenz Mühe. Andere Piloten stehen herum und warten, bis das kleine Wunderding endlich frei wird. Rationalisierung - wo ist sie wohl ??

Trotz erwartetem schlechterem Wetter im Raume Genf geht der Flug viel reibungsloser vonstatten. Leider kommt unser IFR-Flug nie in die über 9000 Fuss liegenden Wolken und wird damit fast zum VFR-Flug. Wir treffen gegen 14 Uhr ein, während die PAF via Grenchen-Zoll bei guten Wetterbedingungen diesen schönen Trip gegen 16 Uhr im Birrfeld beendet.