PAF-Fluggruppe

LSZF Birrfeld CH

 

 

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AKTAVIA Fly-Away
Rumänien 
Aug.1998

 

 

Italien-> Österreich-> Rumänien-> Ungarn-> Österreich->
Slovenien-> Croatien-> Italien
 

 

Piloten:

O.Juchli A.Klauser, P.Schwendemann,

 

 

Zwischenlandungen in:

Bolzano->Triest-> Gratz-> Punitz-> Deva-> Brasov-> Deva-> Siofok Kiliti-> Fürstenfeld->
Portoroz-> Split-> Venedig-> St.Gallen-> Birrfeld

 

 

Montag 10.8.98 Briefing der AKTATIVA

Rolf Hefele erläutert das umfassend vorbereitete Programm und gibt jeder Crew Original-Rumänienkarten ab. Route, Formalitäten und Rahmenprogramme werden erläutert. Rolf hat diverse Fragen zu beantworten. Schlussendlich kann sich jeder vorstellen, wie die Reise in den noch wenig bekannten Osten ablaufen soll.

In der HB-PAF bin ich an 4.Stelle noch nicht in den Rängen der aktiven Teilnehmer. Das stört mich schon etwas. Die Möglichkeit mit einem total fremden Partner zu fliegen ist für mich kaum denkbar. Nach einigen Tagen meldet sich aber Werner wegen geschäftlicher Termine ab. So komme ich doch noch zum Reisen und damit gleich auch noch zum Schreiben diese Kurzberichtes.

Freitag 21.8.98 Meteo-Besprechung

Da wir mit der HB-PAF bereits am 23.8. aufbrechen wollen, befassen wir uns heute intensiv mit der Meteo. Otto Juchli hat aus dem Internet die einschlägigen Wetter-Prognosen ausgedruckt und mitgebracht. Es sieht für das Wochenende nach Samstag nicht so rosig aus. Eine allmählicher Verschlechterung kommt ab Sonntag aus Westen herein. Auch Rolf Hefele will mit dem Bücker schon am Sonntag losfliegen. Die übrigen AKTAVIANER werden erst am Dienstag nach Oesterreich einreisen. Ob das wohl gelingen wird ?

Reiseroute HB-PAF.............

Sonntag 23.8.98 Birrfeld - Bolzano - Triest

Um 9 Uhr findet für die PAF-Crew das Meteo-Telefon statt. Nach einer regenreichen Nacht klart es auf und wir verabreden uns auf 10:30 Uhr ins Birrfeld. Die Beladung findet heute ohne die mathematisch exakten Lade-Berechnungen von Otto statt. Der 4.Sitz wird herausgenommen. Dadurch gibt's mehr Platz für unser Gepäck und die "Bordküche". Vollgetankt startet Peter auf Piste 26. Otto sitzt hinten, denn er hat, wie schon zuvor angekündigt, eine sehr kurze Nacht hinter sich. Nach einer sorgfältigen Startkurve drehen wir nach Süd-Osten. Am Funk ruft Rolf, der mit seinem Bücker HB-UBD von Langenthal her im Einflug West aufs Birrfeld zu steuert. Wir wünschen uns gegenseitig gute Reise. Unter einer flachen lockern Wolkenschicht fliegen wir bei sehr guter horizontaler Sicht nördlich am Säntis vorbei. Bis zu 30 Knoten Rückenwind beschleunigt unsere Reise. Bei Feldkirch öffnet sich der Himmel total. Ganz scharf zeichnen die Bergkanten ihr Linien in den witen blauen Horizont. Wir überfliegen den Arlberg, passieren die CTR von Innsbruck via "Europa-Brücke" und auf 9000 Fuss geht?s über den Brenner.

Jetzt ist unser Sprung in den Süden gesichert. Speditiv beginnt der Sinkflug nach Bolzano (Bozen). Der Flugplatz ist im Ausbau begriffen. Darum geht's zur Abfertigung in die provisorisch aufgestellte Barackenreihe. Im nahen kleinen Flugplatz-Beizlein merken wir beim Biss in das gluschtige Parmaschinken-Sandwich, dass wir heute doch schon einiges geleistet haben und nun einen tüchtigen Happen ertragen können.

Gute Ideen für die 2.Etappe werden sofort umgesetzt und eingeplant. Unser Flug nach Triest soll uns über Padova, dann direkt zum adriatischen Meer bei Chioggia-City und entlang der Landzuge von Venedig, über den Flugplatz San Niccolo, nordostwärts führen. Vor uns liegt eine attraktive Route, die je nach Sichtverhältnissen aber auch sehr anspruchsvoll werden kann.

Beim langsamen Steigflug merke ich gut, dass wir Vollast haben und die Temperatur von über 30° ihre Wirkung zeigt. Oestlich von Trento überfliegen wir den Lago die Cadenazzo. Hier ist die Sicht viel besser als wir dies bei andern Flügen schon erlebt haben. Der Uebergang wird ohne Umwege möglich und das anschliessende Absinken ist Tal ebenso. Die klare Sicht bleibt uns auch in der Ebene erhalten. Ueber die Flugplätze Vincenza und Padova geht?s auf 3000 Fuss nach Süden. Der Flug durch die verschiedenen Lufträume lastet unsern Funker Peter voll aus. Dazwischen soll auch das GPS neu eingestellt, das VOR genutzt und der Passagier Otto, der optimal fotografieren möchte, betreut werden.

Mit Heading 130 erreichen in 2'000 Fuss die Adriaküste bei Chioggia-City. Heute kann man von hier aus das ganze Lido, mitsamt den Inseln von Venedig und den Bahndamm zum Festland erkennen. Auch als Captain bin ich gefordert, denn die PAF soll laufend in die optimale Position für Fotos von Passagier, Copilot und auch meine Kamera gebracht werden. Die Zeit verfliegt im Nu und schon beginnt unser Anflug auf Triest (Ronchi). Das Taxi bringt uns für die Nacht in einen vor Triest liegenden Touristenort, wo wir im 2.Anlauf auch ein freies Zimmer in einem mittelklassigen Reise-Hotel finden.

Montag, 24.8.98 Triest - Graz - Punitz (Oe)

Beim Start begleitet uns von Westen her leichter Regen. Auf dem Flug nach Osten melden wir uns nach 4 Minuten von Triest ab und wechseln zu Ljubliana Info. Wir folgen der auf der Slovenienkarte publizierten VFR-Transitroute. Nach 30 Minuten mit Regenschauern lichtet sich die dunkle Wolkendecke. Es wird es heller und heller. Nach dem Ueberfliegen des leeren Flugplatzes von Maribor passieren wir den Grenzpunkt GELVA und wechseln auf Graz Approach für den Anflug. Nach einigen Wartekreisen südöstlich des Platzes geht?s speditiv zur Landung. Auch die Abfertigung und unsere weitere Planung gehen rasch vonstatten. Bald sind wir wieder in der Luft. Nach nur 30 Minuten Flug landen wir auf dem Flugplatz Punitz. Für morgen erwarten wir hier unsere Aktavianer-Kollegen. Ueber Natel nehmen wir mit Rolf Kontakt auf. Er logiert bei Bekannten, holt uns sogar ab und organisiert schon heute für uns die Uebernachtung im Hotel in Oberwart.

Dienstag 25.8.98 Burgenland-Rundfahrt, Eintreffen der Aktavianer

Am Vormittag kann Rolf den für die AKTAVIA bestellten Mietwagen nach Ueberwindung der hier üblichen königlich-kaiserlichen Administration übernehmen. Wir profitieren davon, fahren über Land und geniessen eine Brettl-Jause in der Busch-Schenke bei Familie Klaus. Nach einem Kartenlese-Training treffen wir pünktlich zum Empfang unserer Kollegen auf dem Flugplatz ein. Walter Ott ist mit der HB-OYT schon da. Vom hiesigen Flugplatz-Chef bekommen wir viele Ideen für Flugreisen nach Slovenien und Kroation. Er lobt sein Heimatland in den höchsten Tönen. Es gibt überhaupt keine Probleme. Nach kurzer Zeit schwenkt Christophe Petitpierre mit der HB-UCT über den Platz ein (alternate aerodrome is Bümplitz-North). Rolf Hefele entwickelt bereits ein erstes Mal seine diplomatische Professionalität: auf die Propeller werden kleine Schweizerfähnchen aufgesteckt. Unsere offizielle Mission kann also beginnen. Wir fahren zusammen ins Bergbau-Museum von Bernstein und erfahren so, wie diese Edelsteine gewonnen und verarbeitet werden. Zum Abendessen fahren wir ins Hotel zurück. Inzwischen ist auch Bruno Stocker mit Crew auf der HB-KAB eingetroffen. Wir sind komplett.

Mittwoch 26.8.98 Punitz - Deva

Da Bruno und Felix noch andere Plätze anfliegen (Stempel sammeln) wollen, fahre ich diese Crew schon vor 9 Uhr auf den Flugplatz. Die andern können gemütlich frühstücken. Wir sollen ja möglichst nicht vor 16 Uhr Lokalzeit (=13:00 UTC) in Rumänien eintreffen um keinesfalls die Wertung des dortigen Ralley's gefährden. Nach erledigten Vorbereitungen und Planungen kommt plötzlich Unruhe auf, weil die Zöllner nicht mehr da sind. Scheinbar haben wir sie in der Hitze der Vorbereitung nicht benachrichtigt. Dies wird in nervöser Stimmung mit dem "klugen" Flugplatzchef nachgeholt. Allerdings geht's jetzt nicht so rasch. Wir müssen bis 14 Uhr warten.

Rolf sitzt mit Conni schon abflugfertig in der Bücker HB-CUT als der Zöllner eintrifft. Rasch werden die Formalitäten erledigt und er kann starten. Wegen der geringern Reichweite wird er in Kiliti-Siofok am Blattensee noch einen Tankstop einlegen müssen, während wir andern direkt nach Deva fliegen werden. Das gute und stabile Wetter strahlt auf uns alle wieder Ruhe aus. Ich darf heute Walter in der HB-OYT als Funker unterstützen. Dies schätze ich besonders, habe ich doch seinerzeit auf dieser Maschine ein Stück Grundschulung absolviert. Sein Passagier Ernst kann dafür in der HB-PAF mit. Schnell schnappe ich ein paar Häppchen aus der HB-PAF-Bordküche und steige zu Walter ein. Aufgrund unserer Geschwindigkeit starten wir als nächste. Hinter uns werden die HB-PAF und Christoph's HB-CUT folgen.

Ueber den Checkpunkt GOTAR fliegen wir in Ungarn ein. Andere Länder, aber einheitliche klare Funksprache der Controller. Ohne besondere Vorkommnisse folgen wir dem geplanten Kurs über VOR SVR (beim Flugplatz Kiliti-Siofok) und BGU. Was mit dem Meldepunkt "Danube-River" gemeint ist, klärt sich mit einem Blick auf die Karte. Der Donau-Fluss ist gemeint. Hier liegt die Grenze zwischen Budapest-Info West und Ost. Inzwischen hat uns die HB-CUT überholt. Die HB-PAF holt uns bei der Donau ein. Bei der rumänischen Grenze wechseln wir zum Controller von Arad. Auch er agiert mit klaren englischen Funksprüchen. Er begleitet uns über seinen Platz hinweg, bis zu unserm weiter östlich gelgenen Zielflugplatz Deva. Oefters weist er uns auf die Funkfrequenz von Deva hin, falls wir einander nicht mehr hören sollten.

Wir nähern uns Deva, erhalten die Pisten-Information und drehen in den Lefthand-downwind ein. Im Final überschauen wir den grossen Grasplatz mit den über 50 abgestellten Flugzeugen der Rallye-Teilnehmer aus Ungarn, Yugoslavien und Rumänien. Auch ein belgischer Pilot soll dabei sein. Am Boden reihen wir uns neben unser Schweizer Kollegen ein und stecken die Flagge auf den Propeller. Eine grosse Menschentraube steht rund um die HB-CUT-Ente und kann kaum begreifen, dass ein solches Ding fliegt. Man stellt sich mit Freundin vor die elegante Ente und lässt sich knipsen. Vor uns präsentieren sich der markante Tower und das solide Abfertigungsgebäude, das neben den obligaten Büros auch 30 kleine Wohnzimmer mit Etagendusche für Piloten bereit hält. Wir werden von umserm hiesigen Organisator Hr.Popescu freundlich empfangen und nach unserm Benzin-Bedarf gefragt. Sobald auch die KAB und UTC von Siofok her eingetroffen sind, wird aufgetankt.

Zum Apéro sind wir eingeladen bei den hiesigen Honorationen: General-Manager des staatlichen rumänischen Aero-Club, Chef-Controller der rumänischen Flugsicherung, einem Oberst a.D, Kommandant der rumänischen Flugschulung, Flugplatz-Chef von Deva, etc. Die offiziellen Ansprachen werden von Hr.Popescu übersetzt. So kommt auch unser "Konsul" Rolf Häfeli zu seinem ersten offiziellen Auftritt. Bei einem Schluck einheimischen "Klaren" lernen wir die ersten Brocken Rumänisch "norok", Prost. Auf englisch, deutsch und französisch entwickeln sich angeregte Gespräche mit den Anwesenden, die sich immer wieder in Bescheidenheit entschuldigen, dass sie nicht gut Deutsch sprechen.

Für alle Rallye-Teilnehmer und unsere Gruppe wird zum Abend-Büffet im grossen Saal eingeladen. Neben den Wimpeln der Teilnehmerländer wird auch die Schweizer Flagge zur Tischdekoration hinzugefügt. Wir kosten von den hiesigen Spezialitäten. Abends fährt uns ein Bus zum Hotel Deva nach Deva.

Donnerstag 27.8.98 Deva - Brasov

Zeitig gibt?s Frühstück gegen Gutschein. Rasch fahren wir zum Flugplatz, denn dort soll um 9 Uhr Lokalzeit das Rangverlesen stattfinden. Anschliessend wollen wir über Land nach Brasov fliegen. So verstauen wir schon vor 9 Uhr alles Gepäck in den Flugzeugen und warten gespannt aufs Rangverlesen. Da sich diese Schlussveranstaltung aber zu verzögern scheint, bleibt ausreichend Zeit für eine Fotopirsch auf dem Platz. So klicke ich Antonow, Zlin und die gelben Wilga-Agrarflugzeuge, die sich mit ihren hohen Beinen wie Heuschrecken im grünen Gras präsentieren. In unserer Reihe wird der Speed-Canard von Christoph natürlich wieder zu einem Mittelpunkt und Fototermin für Gäste und Fernsehen. Da auch um 11 Uhr noch kein Rangverlesen stattgefunden hat, besammeln wir uns im Briefingraum zur Vorbereitung unserer Site-seeing-tour. Die Route wird in Formation Kolonne über Dörfen, Wehrkirchen und Burgen führen. Auf der internen Frequenz 123,40 wird Herr Popescu aus dem vordersten Flugzeug seine Erläuterungen zu den Sehenswürdigkeiten abgeben. Direkt hinter ihm wird als langsamste Maschine und damit als Schrittmacher die HB-UCB folgen. Unsere PAF wird als Nr.4 eingeteilt. Wir begeben uns zu unsern Maschinen und bereiten alles vor. Wie auch Herr Popescu zu uns kommt, jucken wir auf die Sitze uns rechnen mit einem raschen Start. Aber halt, dem ist nicht so. Nun soll das Rangverlesen doch noch beginnen. Wir wollen es nicht mit unserm Fluglärm stören, warten zu, steigen nochmals aus und kaufen uns noch das Rallye-T-Shirt. Und wirklich, um 12 Uhr beginnt dieser Anlass mit rumänischen Ansprachen, die laufend englisch übersetzt werden. Neben vielen Reden werden auch viele Preise in diversen Kategorien abgegeben.

Dann ist es soweit. Wir erhalten ein Luch-Paket mit 1,5L Mineral auf den Weg. 12:45 darf ich die PAF für diese Tour starten.Wir besichtigen verschiedene markante Kirchen mit ihren rundum gebauten Wehrmauern. Ueber dem kaum besiedelten Land bleibt viel Zeit für gegenseitige Annäherungen, Fotos und diverse Ueberholmanöver oben, unten, links und rechts. Sorgfältig werden diese über Funk jeweils angekündigt. Tiefflüge über Kuppen und Wälder sind hier möglich und die Bauern winken uns mit der offenen Handfläche zu. Ich folge der UTC hinunter zu einem Tiefflug über die klare Fläche eines gestauten Flussarmes. Das ganze fordert sehr hohe Aufmerksamkeit. Es macht wirklich Spass, "fliegerische Freiheit pur" zu geniessen.

Nach über 2 Stunden nähern wir uns umsern Ziel Brasov. Hier wollen wir noch einige Dörfer anschauen. Plötzlich tönts im Funk "UCB short of fuel, werde sofort landen". Rolf dreht auf den Flugplatz zu und ergänzt nach 2 Minuten "UCB die Latte seht". Der Schwung reicht noch für eine Landung mitten auf dem grossen Grasplatz, für den Weg zum Parkplatz braucht er aber fremde Hilfe. Inzwischen sind auch wir gelandet und stellen fest, dass diese Graspiste nicht so gepflegt ist, wie es aus der Luft den Eindruck gemacht hat. Für die kleinen Räder der UCT sind die vielen Mäusehaufen keine so problemlose Sache. Christoph wählt das beste Stück Piste für seine Landung aus und ist froh, ohne Schaden auf den Boden gekommen zu sein. Auch wie atmen auf. Unsere Flugzeuge parken in einer Reihe am Rande des Militärlagers mit den obligaten Fähnchen auf dem Propeller. Schon bald steht mitten in der Wiese ein kleines Getränke-Buffet zum Empfang bereit. Wir sind doch hungrig geworden und verzehren den mitgebrachten Lunch.

Ein Bus steht für uns bereit. Wir fahren nach Brasov und besichtigen eine berühmte alte Kirche mit Museum. In den engen Holzbänken der angegliederten alten Schule gibt?s einen weitern Fototermin. Hier erhalten wir Erläuterungen zu der Lokal-Geschichte, die uns unbekannt ist. Anschliessend fahren wir hinauf in die nahen Berge bei Poiana in den Ski und Touristenort und beziehen das sehr schöne komfortable Hotel Alpin. Ein paar Minuten geht?s zu Fuss. Ueber einen Teppich von Tannenreisig mit Empfangsdrink betreten wir bei Geigenmusik ein rustikales Lokal. Hier geniessen wir ein reichliches Mal mit Reh-, Schweine- und Bärenfleisch. Wir nutzen die Gelegenheit, mit unsern Begleitern über Fliegen, sowie Land und Leute zu sprechen. Nach dem Dessert wird uns der lokale Nigth-Club mit jungen Bibeli's und wilden Tänzen zu Zigeunermusik vorgezeigt.

 

Freitag 28.8.98 Brasov - Deva

Auf der Rückfahrt machen wir Halt beim Drakula-Schloss. Bei der Besichtigung erfahren wir, dass es keinerlei Zusammenhang zu der amerikanischen Drakula-Horror-Story gibt. Dieses Schloss gehörte einige Zeit einer sehr brutal richtenden Herrscher-Familie (die Sünder wurden auf Pfähle aufgespiesst). Später wurde es von eine Königsfamilie bezogen und von ihr sehr wohnlich eingerichtet. Neben Sonnenterrassen und Lauben gibt?s auch eine geheime Treppe, die direkt vom 1. in den 3. Stock führt.

Gegen Mittag erreichen wir den Flugplatz wieder. Schmunzelnd schauen wir zu, wie die grosse einmotorige Antonow betankt wird. Am Boden wird mit einer Handpumpe aus einem Fass ein Kessel gefüllt. Dieser wird dem Mann gereicht, der auf dem untern Flügel steht. Er reicht ihn weiter an den Kollegen, der auf dem obern Flügel sitzt. Dieser kann das Benzin über den grossen Trichter mit Filter in den Tank giessen.

Wir erhalten Gelegenheit zu einem Rundflug in diesem gutmütigen und sehr robusten Flugzeug. Rolf kann als Copy vorne mitpilotieren, einige finden einen Sitzplatz, die andern bleiben im hohen Rumpf stehen und halten sich irgendwo fest. Wir geniessen diesen Flug mit dem weltbekannten Arbeitspferd der Ost-Staaten. Auf dem Flugfeld werden Fallschirmspringer ausgebildet. In den Werkstätten wurde auch eine Serie Helikopter Superpuma montiert. Für uns organisiert man sogar einen Flug mit dem Superpuma um die Skistation, die wir gestern besucht haben. In seinem Innern findet jeder irgenwo neben oder auf dem Zusatztank einen Steh-, Sitz- oder Kauerplatz, von dem aus auch noch Fotos geschossen werden können.

Allmählich drängt die Zeit. Man hat für uns noch 2 Fass Benzin organisiert. Zuerst tankt Rolf seine Bücker mit viel Personal nach Antonow-Methode auf. Weil nach rostigrotem auch noch klares Benzin heraus kommt, tanken auch wir 30 Liter nach. Wir hören, dass es im Westen zu regnen beginnt. Also Start auf einem möglichst guten Pistenstück und zurück nach Deva. Unsere Kollegen sammeln sich vor uns, während wir leicht südlich auf der direkten Linie den Bergen entlang steuern. Die Wolkendecke wird allmählich dicker, es beginnt zu regnen. Ueber Funk halten wir Kontakt mit unsern Aktavianern. Da wir leicht voraus liegen, können wir ihnen aktuelle Wettermeldungen durchgeben. Im Haupttal, einige Meilen vor Deva hängt die Wolkendecke recht tief und die Schauer hüllen die Umgebung in leichtes Grau. Wir folgen die letzten Meilen dem Fluss und erreichen bald das offene Flugfeld. Die Spannung der letzten Minuten lässt vollends nach, sobald auch unsere Kollegen hier gelandet sind.

Im Flugstübli wird für uns ein Abendessen zubereitet. Es beginnen nun die Abschiedsreden und Geschenkübergaben an unsere direkten Helfer. Jeder darf sogar einen Wimpel vom Rallye mit einer persönlichen Widmung entgegen nehmen. In guter Stimmung geht der Abend sehr rasch vorbei. Mit Privatwagen werden wir ins 2.beste Hotel von Deva gefahren.

Samstag 29.8.98 Deva - Kiliti-Siofok - Fürstenfeld (Oe)

Nach diversen privaten Einkäufen mit Geldwechsel sammeln wir uns gegen Mittag und werden zum Flugplatz hinaus gefahren. Das Wetter für den Rückflug ist gut. Es gilt nun aufzutanken für die Heimreise. Rolf plant mit seinem Bücker einen Tankstop in Siofok. Da er nicht ganz sicher ist, ob das Benzin für diese Strecke reichen wird, füllen wir einige Mineralwasserflaschen mit Avgas und binden sie zu einem Pack zusammen. Das ganze wird auf dem Vordersitz festgebunden, Conny wird in der HB-KAB zurück fliegen. Falls erforderlich, will Rolf kurz vor Siofok auf einem Feld landen, und das Reserve-Benzin nachfüllen. Wir planen unsern Abflug so, dass wir Rolf etwa 15 Minuten vor Siofok einholen werden und ihm allenfalls aus der Luft bei seinem "Acker-Tankstop" assistieren können. Ein letztes Gruppenfoto vor der Bücker wird geknipst, dann nehmen wir mit herzlichem Dank Abschied von unsern rumänischen Kollegen.

Auf dem Rückflug gibt?s bei guter Sicht nur wenig Gegenwind. Wie erwartet, holen wir die HB-UBD ein. Nur dank exakten GPS-Angaben gelingt es uns, sie auch in der Luft zu finden. Rolf meldet, dass er die Reserve nicht benötigen wird. Also landen wir zu einem kurzen Tank-, Zoll- und Kaffeestop auf der langen Graspiste am Blattensee. Das restliche Stück nach Fürstenfeld fliegen wir im Langsamflug neben der Bücker. In dieser Formation treffen wir auch auf unserm Zielflugplatz ein.

Die ganze Aktavianergruppe ist nun wieder beisammen. Rolf hat über seine Bekannten schon einen Kleinbus organisieren lassen, der nun für uns bereit steht. Sofort klemmt sich Rolf hinters Steuer und fährt uns zum Dorfhotel "Fernblick" in Bad Gams, östlich von Graz. In einem gemütlichen Dorflokal geniessen wir vorzügliches Essen und begiessen den vorläufigen Abschluss unserer gemeinsamen Rumänienreise.

Sonntag 30.8.98 Fürstenfeld - Protoroz

Frühmorgens spielt Christoph Taxi für die HB-KAB-Crew und trifft zum Morgenessen wieder ein. Wir fahren noch über Land, befestigen einen Aktavia-Kleber an einem prächtigen Aussichtsturm und nehmen vor der Rückfahrt noch eine Brettl-Jause zu uns. Auf dem Flugplatz kommt für jede Crew die übliche Planungshektik auf. Die Routen- und Zeitplanung für den Heimflug erfolgt individuell. Für die langsame Bücker könnte es knapp werden. So gibt es hektisches kurzes Verabschieden und die Kollegen zerstreuen sich in alle Winde. Sie sind nach diesen erlebnisreichen Tagen alle sicher zuhause angekommen. Auch unser "Konsul" und Manager Rolf Hefele hat seine Landung in Langenthal noch vor Sonnenuntergang geschafft.

Für unser PAF-Team sind die Flieger-Ferien glücklicherweise noch nicht vorbei. Wir fliegen über Slovenien nach Portoroz an der Adria und geniessen den Sonnenuntergang auf dem Zimmerbalkon direkt am Meer.

Per Natel geht die Tagesmeldung zu unsern Angehörigen in die Schweiz. Die Pläne für morgen werden diskutiert. Hauptfrage ist, wie weit nach Kroatien hinunter wir fliegen wollen, denn nicht alle sind von der politisch und militärisch stabilen Lage in diesem Land überzeugt. Der sichere Kompromiss lautet: immer den Rückweg offen halten.

Montag 31.8.98 Portoroz - Split

(oder Heimflug für die übrigen Aktavianer)

Auf dem Flugplatz werden wir sowohl von der Meteo, wie auch von den Auskünften der lokalen AIS-Mitarbeiter in unserm Plan bestärkt. Die Weiterreise in den Süden birgt kein Sicherheitsrisiko in sich. Nach der üblichen Planung sind wir bald in der Luft und drehen nach Süden. Allerdings können wir nicht, wie im Flugplan angemeldet, der Küste folgen, sondern müssen über S1 und das NDB CRE östlich von Pula nach Süden fliegen. Mit gemeinsamem Forschen finden wir dieses NDB und korrigieren unsere Planung. Das GPS leistet dabei gute Dienste. Kurz danach, in der Umgebung von Pula fällt es jedoch aus. Wir sind für die folgenden 10 Minuten wieder auf die gewöhnliche Planung und auf Kompass und ADF angewiesen.

Der Flug über die parallel zur Küste verlaufenden Inseln ist sehr abwechslungsreich und navigatorisch einfach. Nach der Flugzeit von 1:46 landen wir auf dem grossen Platz von Split und parken neben einer Maschine der SFOR-Truppen. Für die kurze Fahrt zum Hauptgebäude besteigen wir, betreut von einer Hostesse, den grossen Doppelgelenkbus. Jeder findet darin einen Sitzplatz !! Die speditive Abfertigung trägt mit dazu bei, dass wir das Vertrauen in diese Region wieder gewinnen. Mit dem Taxi wird vorsichtshalber der Preis zum Touristenort Trogir im voraus vereinbart (in DM). Wir finden ein nettes kleines Hotel und quartieren uns ein. Für Otto und für mich ist ein neuer Haarschnitt dringend nötig geworden. So lassen wir uns denn für umgerechnet je 12.50 (gegen handgeschriebene Quittung) vor Ort frisieren. Es bleibt viel Zeit, sich in diesem schönen Ferienort umzuschauen. Zur Zeit sind eher wenig Touristen da, noch nicht alle haben Vertrauen zum neuen Kroation gefasst.

Dienstag 1.9.98 Split - Venezia San Niccolo - Altenrhein - Birrfeld

Die Auskünfte auf der Meteo sind eindeutig. Eine massive Kaltfront wird die Schweiz erreichen und im Laufe des Tages überqueren. Wir entschliessen uns zu einer speditiven Heimkehr. Die Route ist uns noch unklar. Die erste Etappe wird zum Tankstop nach Venedig geplant. Rasch wird die Planung abgeschlossen und eingereicht. Im Hauptgebäude wird die Taxe errechnet und beglichen. Mit vollen Tanks und mit kurz überprüfter Schwimmweste auf Mann starten wir heimwärts. Das Wetter ist sehr gut. Wir folgen der Küste bis nach Pula und erhalten die Freigabe für den direkten Kurs via Checkpunkt ROTAR (mitten in der Adria) und Venedig. Auf diesem Stück übers Meer bleibt genug Zeit zu einem Imbiss aus dem was in unserer Bordküche noch übrig geblieben ist. 12:19 landen wir auf der langen Graspiste von San Niccolo auf dem Lido von Venedig.

Die Wetterauskünfte sind nicht positiver geworden. Der Beamte in Samaden will nicht garantieren, dass es noch offen bleibt. So planen wir via Brenner, Innsbruck und wenn möglich noch bis Altenrhein zu fliegen. Trotz vielen Abklärungen, planen und tanken heben wir um 13:54 wieder von der guten Graspiste ab, fliegen quer über den Venediger Airport und via Checkpunkte Mogliano, Padova und VOR Vincenza direkt Richtung Boden. In der Ebene und den Tälern gibt?s leichten Dunst, oben ist bereits die hohe Bewölkung ist zu erkennen. Wir passieren Bozen und erkundigen uns über dem Brennerpass nach den Wetterverhältnissen auf der Route Arlberg-Altenrhein. Die positiven Auskünfte und die gute Sicht stimmen uns positiv und begleiten uns via Innsbruck-CTR, Arlberg bis zur Landung um 16:18 in Altenrhein.

Ob wir heute wohl noch zurück ins Birrfeld kommen ? Wo steht die Kaltfront denn jetzt ? Auf diese Fragen gabs weitgehend positive Antworten. Schon 17:32 heben wir ab. Dieses letzte Stück darf immer derjenige fliegen, der die bisher geringsten Reise-Flugzeit hat. Heute trifft es, nicht ganz unerwartet, Otto. Er fliegt Richtung Zürich-Ost und Trasadingen. Einige Schauer sorgen für eine vorzeitige Flugzeugwäsche. Wir erreichen das Birrfeld, laden das viele Gepäck in das Auto um und fliehen dann vor dem massiv losrauschenden Regen ins Restaurant. Das Wetterglück haben wir also sicher bis zur letzten Minute ausgenutzt.

 

Dankeschöööööööööööön Rolf,

Ein ganz grosses gewaltiges Dankeschön sagen wir unserm unermüdlichen Konsul Rolf Hefele, der alles mögliche und unmögliche getan hat, um uns eine solch einmalige erlebnisreiche und problemlose VFR-Flugreise zu ermöglichen.

Start

Landung

Flugzeit

Birrfeld

Bolzano

12:39

14:29

1:50

Bolzano

Triest

16:10

18:00

1:50

Triest

Graz

12:03

13:26

1:23

Graz

Punitz

14:22

14:52

0:30

Punitz

Deva (Rumänin)

14:10

16:40

2:30

Deva

Brasov

12:45

15:10

2:25

Brasov

Deva

16:35

17:40

1:05

Deva

Kiliti Siofok

14:35

16:45

2:10

Kiliti Siofok

Fürstenfeld

17:05

18:07

1:02

Fürstenfeld

Protoroz

16:36

18:06

1:30

Portoroz--

Split

12:34

14:20

1:46

Split

Venezia S:Niccolo

10:25

12:19

1:54

Venezia S:Niccolo

Altenrhein

13:54

16:18

2:24

Altenrhein

Birrfeld

17:32

18:14

0:42

Total Flugzeit

Flugzeit (CH-Zeit)

23:01