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Italien-Griechenland-Frankreich

4. - 14. Juni 1998

 

mit HB-PAF und HB-CGM

 

Route HB-PAF

Teilnehmer: Maja Byland, Alfred Klauser

Zwischenlandungen in:

Samedan - Venedig - Ravenna - Bari - Kerkira / Korfu - Brindisi - Bari - Neapel - Salerno - Marina di Campo - Genève - Birrfeld

 

Route HB-CGM

Teilnehmer: Annelise Rohr, Kurt Grünig

Zwischenlandungen in:

Samedan - Venedig - Ravenna - Bari - Kerkira / Korfu - Brindisi - Bari - Roma Ciampino - Cannes - Birrfeld

 

Die Flugzeiten HB-PAF

Datum

von

nach

Zeit

4.06.98

Birrfeld

Samedan

1:10

Samedan

Venedig

1:48

5.06.98

Venedig

Ravenna

0:43

Ravenna

Bari

2:57

6.06.98

Bari

Kerkira / Korfu

1:46

9.06.98

Kerkira / Korfu

Brindisi

1:13

10.06.98

Brindisi

Brindisi

0:45

Brindisi

Bari

0:40

11.06.98

Bari

Neapel

1:50

Neapel

Salerno

0:30

13.06.98

Salerno

Marina di Campo

3:05

14.06.98

Marina di Campo

Genève

4:00

Genève

Birrfeld

1:05

Total Flugzeit

21:32

Reisevorbereitungen

Das Datum für unsere Reise rückt näher. Die Gruppe ist kleiner geworden: HB-CGM mit Anneliese Rohr und Kurt Grünig, HB-PAF mit Maja Byland und Fredy Klauser.

Der allgemeine Wunsch Richtung Nordkap zu fliegen, hat Kurt bereits zum Kauf von entsprechenden Karten verleitet. Auch ich habe mich anstecken lassen und Karten besorgt.

 

Di. 2. Juni 11 Uhr Besuch bei der Meteo Kloten

Die Wetterlage entspricht gar nicht unsern Hoffnungen. Im Süden von Skandinavien sind laufend Fronten-Durchgänge zu erwarten, während das Wetter in Italien, Yugoslavien und Griechenland sehr stabil zu werden scheint. Wir entscheiden uns darum für einen Flug nach Süden. Sogleich gehen wir im GAC bei Cumulus vorbei und ergänzen unser Kartenmaterial für Italien und Griechenland. Die Idee, zusammenklappbare Velos von Rolf Hefele auszuborgen ist gut und für die Beladung der PAF durchaus noch möglich.

 

Mi. 3. Juni Morgens Regen, Regen, Regen...... Abends so schöööön

Das Wetter lockt am frühen Morgen keinen Hund vor die Türe. Auch um 11 Uhr ist es noch sehr grau. Wir verschieben unsern Start auf morgen. Um 8 Uhr wollen wir Kontakt aufnehmen. Gegen Abend wird es immer schöner und wir bedauern die Verschiebung.

 

Do. 4. Juni Birrfeld - Samedan - Venedig (San Niccolo)

Heute wollen wir nichts verschenken. Um 7 Uhr bricht die Sonne durch ein grosses Loch in der Nebeldecke über Brugg. Vorsichtshalber gebe ich Maja schon um 7:30 ein. Ihre Antwort kommt aber nur "broken" durch. Im Gespräch mit Kurt wird die Sache klar. Wir verabreden uns für 10 Uhr auf dem Flugplatz.

Dem AMIE-Terminal entlocken wir die europäische Meteo mit aktuellem Wetter (METAR) und den Prognosen (TAF). Die Chance, dass wir über Samedan nach Venedig fliegen können, scheint aufgrund des bewegten Satellitenbildes gross. Wir wollen aber sicher sein und rufen in Samedan und auch bei der Meteo Zürich an. Die Antworten sind positiv und beschleunigen unsern Aufbruch. Als stiller Beobachter ist inzwischen Otto an seinen Stöcken aufgetaucht. Etwas wehmütig verfolgt er das ihm wohlvertraute Treiben. Für einmal ist er nicht mit dabei. Er wird zuhause die zentrale Meldesammelstelle spielen.

Start HB-PAF um 11:33, Ausflug Ost, bei guter Sicht geht's via Horgen, Chur, Lenzerheide und bei einer Wolkenbasis um 9'000 Fuss über den Julier (wegen Schiessgebiet nord-östlich fliegen) nach Samedan. Hier nutzen wir die Gelegenheit für zollfreies Benzin, tanken voll, planen den Weiterflug und geben den Flugplan nach Venedig auf.

Anderthalb Stunden brauchen wir für dies alles und sind danach talabwärts Richtung Zuoz und Ofenpass unterwegs. Das klare Wetter bleibt uns auch auf italienischem Gebiet erhalten. Es geht an Merano und Bolzano vorbei. Kurz vor Trento holt uns die später gestartete schnellere HB-CGM ein. Wir biegen links ab und fliegen über den Lago di Caldenazzo direkt auf das Funkfeuer (VOR) von Vincenza zu. Vor uns liegt ein sonnenbeschienenes Hochplateau. Rechts davon hängen grosse Wolken am Berg und werfen ihre Schatten ins Tal. Die Sicht scheint dort unten sehr diffus oder gar neblig zu sein. So drehen wir für einen grossen Beobachtungsbogen über dem Plateaurand links ein. Von hier aus ist die Sicht ins Tal weniger schlecht und wir können unsern Weiterflug talabwärts fortsetzen.

Am Talausgang, vor dem VOR Vincenza rufen wir Treviso Approach. Er lässt uns für die Querung einer "Working-Area" kurz mit Vincenza Kontakt aufnehmen. Nach einigen Minuten sind wir weiter Richtung Padua unterwegs und wieder zurück bei Treviso Appr. Es gilt nun der auf dem Area-chart Treviso eingezeichneten VFR-Route zu folgen. Wir können auf 3500 Fuss Höhe bleiben. Nach Padua wechseln wir zu Venezia Approach. Die Fernsicht ist für diese Region ausserordentlich gut. Schon können wir die Inselgruppe von Venedig erkennen, die sich mit ihrem Bahndamm wie mit einer Nabelschnur am Festland anbindet. Wir drehen nach rechts, überfliegen den Grossflugplatz Venezia Tessera und sinken über der Lagune allmählich auf 1500 Fuss ab. Die wunderbare Sicht nutze ich für einige Fotos, dann muss ich mich aber wieder dem Funk zuwenden: verabschieden von Venezia-Appr. und Aufruf bei Lido-Info für die Rechtsvolte über dem Lido von Venedig. Maja legt um 16:15 auf der 1000 m langen Graspiste auf 1m Meereshöhe eine feine Landung hin.

* Für unsere HB-PAF ist dies zugleich die 7'000ste Landung, was noch zu feiern sein wird.

Wie üblich ziehen wir ins Hotel Helvetia. Mit dem Schiff fahren wir zum Platz San Marco. Ein kurzer Abendbummel führt uns durch malerische Gässlein und kleine Kanalbrücken zur Rialtobrücke und über den Canal Grande. Direkt am Wasser lassen wir uns einen köstlichen Fisch schmecken. Nach einem Schlummertrunk auf dem Lido geht's zeitig zur Nachtruhe.

 

Fr. 5. Juni Venedig San Niccolo - Ravenna - Bari

Nach dem Frühstück geht's per Taxi zum Flugplatz. Auf der Terrasse des Restaurants findet man uns unter den Sonnenschirmen eifrig beim Planen. Wir profitieren vom bequemen Platz und bereiten gleich beide Abschnitte für heute vor. Zuerst gibt's einen kurzen Flug entlang dem Lido südwärts nach Ravenna, wo gemäss Bottlang-Dokument von 11 - 14 Uhr LT Avgas 100LL verfügbar sein soll. Der zweite Abschnitt gibt mehr Planungsarbeit, denn er führt auf der VFR-Route hinter der Küstenlinie und an verschiedenen Flugplätzen wie Forli, Rimini dem Fürstentum San Marino, Ancona, Pescara, Foggia und Amendola vorbei nach Bari. Schlussendlich liegt die detaillierte Planung vor. Für beide Routen sind die Flugpläne erstellt und eingereicht. Alle Karten und auch die Flugplatzkarten der berührten Plätze liegen fein gefaltet und geordnet in 2 Mäppchen bereit. Für Kurt ist es einfacher. Er fliegt auf der zweiten Route nach Instrumentenflug-Regeln (IFR) und wird schnurgerade einer Luftstrasse folgen können.

12:42 schiebt Capt. Byland den Gashebel der HB-PAF nach vorne. Nach dem Start auf Piste 06 drehen wir im Steigflug rechts und folgen der Lagune in südlicher Richtung auf 1500 Fuss. Sehr klar präsentiert sich die Landschaft mit Küstenlinie, Salzgewinnungsanlagen und Kanälen unter uns. Nach dem Checkpunkt VOR Gioggia geht's über eine flache Landzunge nach Süden bis zur Stadt Ravenna. Am Funk sind wir bis über den Flugplatz südlich der Stadt mit Romagna-Approach in Kontakt. Erst mitten über dem Flugplatz schliesst er unsern Flugplan ab. Wir landen 13:25 auf einem menschenleeren grosszügigen Platz auf Piste 08; dies nach eigenem Ermessen anhand von Rauchfahnen, da kein Lande-T zu erkennen ist.

Zufällig ist jemand da, der uns Benzin vom ansässigen Club verkauft. Das ist nicht selbstverständlich und geschieht ohne offizielle Quittung. Scheinbar darf er Benzin nur an Club-Mitglieder verkaufen. Wie zuverlässig sind denn die Informationen in unserm Bottlang-Handbuch ? Es sind hier keine Räume offen, aber es sind auch keine Landetaxen zu bezahlen. An der Aussenwand ist ein Telefon-Automat verfügbar. Wir sind froh, dass wir unsere Flugplanung schon in Venedig erledigt und eingereicht haben.

Nach einer Stunde sind wir mit vollen Tanks wieder in der Luft und lassen von Romagna-Appr. unsern in Venedig eingereichten Flugplan öffnen (anlaufen). Unser nächster Partner ist Forli-Tower. Im Gespräch über unsere Route für den Ueberflug des Platzes fragt er, ob wir nicht der Küste entlang fliegen möchten. Wir fühlen uns bestens verstanden, sehr gut beraten und nehmen dieses vorzügliche Angebot sofort an. Nun wird die ganze Navigation sehr viel einfacher. Die nächsten 3 Stunden können wir mit wenigen Ausnahmen der Küste folgen und brauchen für den Ueberflug nur die jeweiligen Flugplätze zu kontaktieren. Auf ihnen herrscht meist kaum Verkehr. Zeitweise befinden wir uns auf der gleichen Frequenz wie Kurt mit der HB-CGM auf seinem IFR-Flug und hören auf diese Weise gegenseitig die Positionsmeldungen mit.

Anstatt nach den geplanten 3:20 auf der Landroute sind wir schon nach 2:57 in Bari. Kurt parkt bereits auf dem Vorfeld und winkt uns von der Tankstelle weg. Er klärt uns auf: wenn wir jetzt, nach 17:00 Lokalzeit, tanken wollten, müssten wir einen Zuschlag von 50'000 Lire hinlegen, morgen Vormittag ist dies nicht nötig. Also tanken wir morgen.

Man empfiehlt uns, anstatt in der Stadt, im nahe gelegenen Ort Palese zu übernachten. Wir folgen diesem Rat und logieren uns im Hotel La Baia ein. Unterm grossen Sonnendach direkt an der Adria lesen wir unsern frischen Fisch selber aus. Mit einem kühlen Rosé zusammen schmeckt er uns ausgezeichnet. Ein weiteres Mal profitieren wir von unsern Natel's. Für Natel-Spezialisten sei nachgetragen, dass eine Bedienungsanleitung zum Abfragen der Com-Box wenig Nutzen bringt, wenn sie auf die Com-Box selber gesprochen wird....

 

Sa. 6. Juni Bari - Kerkira (Insel Korfu, Griechenland)

Heute steht nur ein kurzer Flug über die Adria auf die griech. Insel Korfu (Flugplatz Kerkira) auf dem Programm. Nach dem gestrigen heissen und strengen Tag können wir heute etwas kürzer treten. Auf dem Flugplatz teilen wir unsere Aufgaben auf. Während Capt. Byland mit den Kollegen des C-Büros Flugplanung und Italienisch "à gogo" betreibt, wird getankt und mittels Byland'schem Milchkesseli, gefüllt mit frischem Bari-Wasser, sowohl HB-PAF, wie auch HB-CGM geschrubbt und abgeledert. Bald sind auch die Taxen (21.- Fr.) bezahlt, der Zoll erledigt, die Schwimmwesten sind überprüft und angelegt, alles ist kurz nach 12 Uhr für den Flug über die Adria vorbereitet.

Nach dem Start umfliegen wir die Stadt Bari westlich und folgen der Küste südwärts. Etwas später, nach sorgfältiger Prüfung, ob das Frachttor richtig geschlossen ist, startet die HB-CGM und fliegt IFR nach Kerkira. Unterdessen hat die HB-PAF bereits den grossen fast leeren Flughafen Brindisi überflogen und strebt stabil auf FL-55 in der Mitte der Adria (zwischen Italien und dem "kriegerischen" Albanien !!!) dem Checkpunkt Tigra und der Insel Korfu zu. Wir melden uns dank Messung mit dem GPS exakt bei Tigra, wechseln von Brindisi-Info auf Kerkira-Approach und später auf Kerkira-Tower. Die vorgegebene Linksvolte 17 führt uns direkt über den Flugplatz und danach über die Stadt. Sie bietet mir ausgezeichnete Fotopositionen, während denen das Steuer jeweils dem versteckt aufmotzenden Copi übergeben wird.

14:23 saubere Landung nach 1 Std. 46 Min. auf griechischem Boden. Die grosse Hitze treibt uns den Schweiss aus allen Poren. Wir binden die HB-PAF für die kommenden Nächte fest, tanken wieder voll und ordnen das Gepäck für den Aufenthalt. Im AIS melden wir, dass wir zum AeCS Aargau gehören und dadurch von den günstigeren Club-Taxen profitieren wollen. Nach einiger Zeit entdecken wir am Ende eines Rudels ankommender Touristen zwei uns bestens bekannte Radler mit Rucksack und Velo, wie sie in der Sonne Schlange stehen. Kurt und Anneliese sind wieder bei uns.

Mit Velo oder Taxi fahren wir zum Hotel Marina und checken für 2 bis 3 Nächte ein. Nach einer verdienten Relax-Pause kommunizieren wir die Message "Aufbruch zum Nachtessen in 8 Min." über unsere Balkone im 2.Stock. Nach einem Apéro im nahen Bistro geht's zu Fuss dem Strand entlang in das Touristenzentrum der Stadt. Erst spät machen wir uns auf den Heimweg und merken, dass wir noch um 1 Stunde später dran sind, weil die griech. Uhren um 1 Stunde vor gehen. Die Leute hier scheinen es gewohnt zu sein, erst gegen Mitternacht zu essen.

 

So./Mo. 7./8. Juni Aufenthalt auf Korfu Velofahrt zur Mäuse-Insel

Wir geniessen einen erholsamen Aufenthalt. Die mitgebrachten Velos kommen zum Einsatz. Das Sitzleder unserer Velo-Anfänger wird auf die Probe gestellt. Nicht ohne Absicht geht's am Montag zum Flugplatz, wo Kurt und ich der Meteo einen kurzen Besuch abstatten. Das Wetter wird morgen stabil bleiben. . Maja sagt die Fortbewegungsart per Rad allmählich zu und sie erwägt bereits einen Velokauf. Morgen wird's also höchste Zeit, wieder mal die Flugmotoren zu starten.

 

Di. 9. Juni Kerkira - Brindisi

Heute gibt's für einmal frühe Tagwache. Schon vor dem offiziellen Beginn des Morgenessens sind wir im Speisesaal. Kurt und Anneliese fahren mit vollem Rucksack zum Flugplatz. Das Gepäck von Maja und mir folgt allein per Taxi, während wir ein letztes Mal mit dem Hintern unsere Sättel drücken (oder umgekehrt). Durch das Büro der GA (hier Aeroport Authority benannt) dürfen wir die Räder und sämtliches Gepäck zum Flugzeug bringen (man kann ja so nicht durch den Zoll gehen). Ein erneuter Besuch der beiden Piloten Kurt und Maja bei der Meteo zeigt auf, dass sich die noch tief hängenden Wolken lichten und heben werden. Also können wir definitiv alles Gepäck verladen. Für die Flugplanung holen wir auf dem Tower oben die Formulare ab und bringen noch unsern AKTAVIA-Kleber an. Unsere Startzeit nach Brindisi legen wir mit 0900 UTC fest. Im Büro bezahlen wir mit klingender Münze (PS sie kommt erst zum Klingen wenn man das ganze Kleingeld auf den Boden fallen lässt, sehr zur Entzückung des Personals...) und begeben uns via Zoll zum Flugzeug.

Auf dem Vorfeld herrscht reger Charter-Verkehr. Ein Pilot von CONDOR entdeckt unsere HB-Maschinen, sagt am Funk grüezi, fragt nach unsern Reiseplänen und wünscht uns einen schönen Flug. Wir sitzen mit Schwimmweste in unsern Maschinen bereit. Maja schiebt den Gashebel der HB-PAF nach vorne und hebt 11:17 CH-Zeit vom gastlichen griechischen Boden ab. Für mich gibt's dank dem left-turn-out von Piste 17 eine letzte Gelegenheit für Fotos von der Stadt. Dann drehen wir nach Westen. Die Heimreise hat begonnen. Noch hängen einzelne Wolken über den Hügeln. Auf 2000 Fuss schlüpfen wir unten durch hinaus aufs Meer, nicht ohne noch ein paar Regentropfen auf die Frontscheibe zu erwischen. Danach können wir auf 3000 Fuss steigen und beim Meldepunkt Tigra in der Mitte der Adria ein markantes schmales Wolkenband in 3500 Fuss überfliegen.

Nach einer Stunde beginnt unser Anflug auf Brindisi. Vor der Küste haben wir wegen einer Sperrzone in 10 Meilen Abstand der Küste zu folgen. Dann drehen wir auf den Flugplatz zu und haben auf 1500 Fuss zu sinken. Vor rechts nähert sich eine DC-9 der Alitalia, die hier Landetrainings absolviert. Sie wird von Maja mit respektablem Abstand links umflogen. Schon sind wir über dem Hafen und biegen in den Endanflug ein. Landung um 12:30.

Wir holen die Meteo-Informationen ein und überlegen verschiedene Varianten für den Weiterflug in Richtung Sizilien. Viel wird evaluiert und wieder verworfen. Die aufkommende Gewitterneigung lässt uns schliesslich für heute abbrechen. Wir bleiben in Brindisi und wollen morgen früh weiter sehen. Bei Pizza oder Fisch verbringen wir den Abend im Hafengebiet in einem klimatisierten Baracken-Restaurant.

 

Mi. 10. Juni Brindisi - Brindisi - Bari

Wecken um 7 Uhr, Frühstück um 7:30 (LT). Auch früh fahren wir zum Flugplatz und planen unsern Weiterflug nach Catania via Reggio di Calabria. Dazu können wir unsere gestrige Planung verwerten. Die Taxen werden bezahlt und die Flugzeuge vollgetankt. 10:37 starten wir nach Westen und bewegen uns auf knapp 2000 Fuss unter einer stabilen Wolkenschicht. Die Sicht ist gut. Nach 20 Min. rufen wir Gioia Approach für den Durchflug durch die Militär-Kontrollzone. Es gibt keine Durchflugbewilligung. Südlich liegt eine grosse Sperrzone und nördlich ist der Umweg sehr lang. Der Weg würde uns näher am Gebirge vorbei führen. Bei der aktuellen Wolkenbasis ist das wohl kaum bequem. Also drehen wir nach kurzer Absprache am Funk um, zurück nach Brindisi. Wie soll es weiter gehen ? Wir überlegen. Der Weg nach Neapel scheint uns wegen aufkommender Cumuli und mangelnder Meteoauskünfte über die Strecke auch nicht günstig. Südlich des Platzes bauen sich bedrohliche dunkle Gewitterwolken auf. Sie veranlassen uns, die Flugzeuge vorerst mal am Boden fest zu machen. Im Stormscope der HB-CGM können wir die elektrischen Entladungen in der Umgebung sehr schön mitverfolgen. Wir setzen uns zu einem kurzen Inbiss in die Empfangshalle.

Nach anderthalb Stunden hat sich das Gewitter südlich vom Platz entladen. Hier hat es nur wenig geregnet. Wir prüfen nochmals das Wetter und beginnen einen ruhigen Abendflug mit sehr guter Sicht der Küste entlang nach Bari. Vor uns muss die HB-CGM neben der Stadt Warterunden fliegen. Wir schliessen auf, müssen auch warten und drehen unsere Holdings weiter südwestlich (eigene VFR-Staffelung). Danach landen wir in dem uns bereits vertrauten Bari. Kurt und Maja fallen durch emsiges Blättern im Telefonbuch auf. Sie finden ein Grand Hotel d'Oriente passend und reservieren uns Zimmer für die kommende Nacht. Am Abend spazieren wir dem Hafen entlang und im gut mit Einheimischen belegten Restaurant "Al Sorso Perferito 2" wird und ein Platz hergerichtet. Fische, 2 stolze Hummer, Krebse und Früchte stehen auf Eis offen zur Auswahl bereit. Wir wählen für uns einen mittelgrossen Fisch aus. In der italienisch dynamischen Atmosphäre dieses Beizleins gefällt es uns sehr.

 

Do. 11. Juni HB-PAF: Bari - Neapel - Salerno (Amalfi-Küste

 

HB-CGM: Bari - Roma Ciampino

Wieder früh am Morgen geht's, nach der Inspektion einer in Todesnot hinter dem Hotel schreienden Katze, dem Flugplatz zu. Nach kurzer Planung und Prüfung des Wetters sind wir vollbetankt Richtung Neapel und Rom unterwegs. Kurt fliegt IFR nach Rom und wird dabei die vor Rom stehende Kaltfront traversieren (siehe separaten Text unten). Unsere Route führt bei sehr guter Fernsicht westwärts nach Neapel. Beim Checkpunkt Caserta drehen wir nach Norden. Schon bald zeichnet sich vor uns, am Rand der Ebene, eine breite Regenwand ab. Wir vermuten hier die angekündigte Kaltfront und entscheiden uns zur Umkehr und Landung in Neapel. Nach der Landung auf Piste 24 warten wir längere Zeit auf den angekündigten Follow-me, der uns zum Parkplatz und zum Handling-Agent bringen soll.

Hier geht's bei Napolis Madame Blondy sehr gestresst und giftig zu. Es gäbe sehr viele Flugzeuge und für uns bleibe kein Platz für die Uebernachtung. Wir sollten sofort weiter nach Salerno fliegen. Gnädigst wird uns noch Tanken erlaubt, aber nur gegen bar. Wir lassen uns durch die Hektik und relative hohe Unfreundlichkeit nicht anstecken und bleiben kühl. Unser restliches Bargeld sollte für ca. 50 L Benzin reichen. Bei der Meteo werde ich gut und freundlich beraten. Das Wetter nach Süden ist fliegbar. Auf die Frage nach einem Hotel in Salerno empfiehlt man mir, eher an die Küste, nach Amalfi oder Vietri zu fahren. Dort sei es besonders schön. Für Freitag wird mit schlechtem und sehr windigem Wetter gerechnet. Am Samstag soll's etwas besser, aber noch sehr windig sein. Für Sonntag ist eine Besserung zu erwarten.

Wir rollen zur Tankstelle und beziehen 45 L gegen bar. Der Flugplan nach Salerno wird eingereicht und raschmöglichst starten wir den kurzen Flug nach Süden. Auf 1500 Fuss folgen wir der Küste. Ueber uns hängt eine dichte dunkle Wolkendecke. Gelegentlich erwischen wir einige Spritzer. Die Fernsicht ist aber sehr gut. Anstatt über die verhangenen Berge wählen wir eine Route der Küste entlang und überqueren in 2500 Fuss einen niedrigeren Bergrücken. Der Platz Salerno mit seinen 1100m Asphaltpiste präsentiert sich hinter der Stadt als harmonische Anlage neben Bahn und Strasse. Wir landen nach 30 Min. Flug auf trockener Piste.

Hier in Salerno werden wir sehr freundlich und hilfsbereit empfangen. Wir können gleich die Taxen bis Sonntag bezahlen, weil wir nicht wissen, wann es weiter geht. Da wir zu wenig Lire bei uns haben, werden auch SFr zum ca.-Kurs 1:1000 akzeptiert (so flexibel ist man hier !!). Tanken wollen wir erst vor dem Wegflug. Im obern Stock gibt's Meteo-Auskünfte und gute Ratschläge, sowie die direkte Telefon-Nr. des Wetter-Spezialisten in Neapel. Auch der Tower-Beamte erscheint und gibt uns seine Tips. Man empfiehlt uns, zu Fuss die nahe Haltestelle des Bus Nr.8 zu erreichen.

Maja schnallt ihren Super-Gepäckwagen. Dann fussen zwei matte Gestalten unter der wieder strahlenden Sonne via nahen Bahnübergang zur Bus-Haltestelle. Nach einer knappen Stunde Bus-Fahrt erreichen wir Salerno. Am nächsten Bankomaten besorge ich 300'000 Lire und kaufe für unsere Weiterreise kühle Getränke ein. Bald steigen wir in den SITA-Amalfi-Bus um. Ueber Natel hören wir vom turbulenten IFR-Flug der HB-CGM nach Rom. Unsere Wege haben sich definitiv getrennt.

Der Bus klettert förmlich durch die engen Kurven am steilen Berghang entlang. Wo ist wohl der Ort Amalfi ? Neben Maja sitzt eine Frau, die unseres Erachtens "einheimisch" aussieht. Maja's Aufgabe ist es, sie auf gut Italienisch nach dem Ort zu fragen. Zu unserer Ueberrschung ist es eine treue deutsche Touristin aus Köln, die seit vielen Jahren an diese Ferienküste kommt und alles bestens kennt. Sie wohnt im Dorf Majori in einem grossen Hotel und meint, für uns habe es sicher noch Platz. Die Reise sei auch etwas kürzer als bis zur Endstation in Amalfi (etwa 1 Std. weit). Kurz entschlossen sagen wir zu. Zum Nachtessen treffen wir unsere Begleiterin und erfahren in angeregten Gesprächen viel über die Gegend. Das Essen mundet uns sehr gut. Dazu spendet der Hotelier einen feinen Rosé. Den Abend beschliessen wir an der Bar bei einem (oder zwei) Drinks namens "Meta-Cello", die bestens munden.

 

Bericht von HB-CGM:

Bei schönstem Wetter startete die HB-CGM IFR Richtung Rom. Es galt FL 120 zu erreichen. Dies war bei der warmen Temperatur sehr mühsam. Dies veranlasste den Controller, dauernd nach Höhe und Position zu fragen. Das Funkgerät am Boden schien nicht über alle Zweifel erhaben zu sein, denn zwischendurch war keine Verständigung mehr möglich. Dafür ver-mittelte "Orca due" zwischen uns, bei dem es sich vermutlich um ein "Flugobjekt in geheimer Mission" handelte (Fredi, darf ich das schreiben, oder weist das schon zu offensichtlich auf ein Militärflugzeug hin ???). Endlich, schon fast bei Pescara, hatten wir die gewünschte Höhe erreicht. Nun verliessen wir die Adria und überquerten die Berge Richtung Mittelmeer. Je näher wir Rom kamen, um so mehr Wolken hatte es unter uns. Kurz vor Rom waren wir dann in den Wolken. Nun begann es immer heftiger zu "schütteln" und Kurt fragte, ob er absinken könne. Dies war erst etwas später möglich, nämlich gerade zu dem Zeitpunkt, als wir in einer Art Gewitterwolke waren, wo wir trotz eingeleitetem Sinkflug nur noch in die Höhe schnellten. Ausgerechnet jetzt, wo wir hinunter wollten, half uns der Sog zu späten, schnellen Höhen-flügen. Nun, endlich kamen wir unten aus der Wolke heraus und erblickten die Piste von Roma Ciampino. Bei 15 Knoten Seitenwind landete Kurt die Cessna perfekt auf der Piste. Nun setzte ein orkanartiger Regenschauer ein und Kurt musste schnellstens die Regenjacke überziehen und das Flugzeug befestigen. Selbst das Steuer musste er vor dem Aussteigen arretieren, da es sich selbständig zu machen drohte.

Auf der Combox war bereits die Message von Maja zu hören, dass die HB-PAF in Neapel gestrandet war (wegen der Wolke, die uns nach oben befördert hatte). Wir montierten die Nordkap-Kleidung. Mit Bus und Metro erreichten wir den Hauptbahnhof. Ein freundlicher "offizieller" Beamte von der Tourist-Information organisierte uns ein sündhaft teures Hotelzimmer in der Nähe. Das Zimmer war schön und praktisch. In der Nähe des Trevi-Brunnens fanden wir ein gutes Restaurant, wo wir ein feines Menu in mehreren Anläufen genossen (Dolmetscherin Maja fehlte uns!).

 

Fr. 12. Juni HB-PAF: Business-Stop in Maiori (Amalfiküste)

 

HB-CGM: Rom

Vor dem Frühstück mache ich einen kleine Foto-Trip durch den Ort. Es ist sehr windig und einem massiven Platzregen kann ich noch knapp entrinnen. Wir besichtigen das malerische Dorf Amalfi. Ein letzter Gedankenaustausch mit unserer "Reiseleiterin" findet zwischen dem Nachtessen und dem letzten "Meta-Cello" abends im Hotel statt. Morgen will sie über den St.Gotthard heimreisen. Wir hoffen, noch einen Tag in Norditalien verbringen zu können.

 

Bericht von HB-CGM:

Am Morgen reisten wir mit Metro und Bus zum Flugplatz Roma Ciampino. Am Flugplatz hingen die Wolken tief, der Wind blies heftig und Lücken, wo der blaue Himmel durchschimmerte, waren selten. IFR oder VFR, das war hier die Frage. Gründe gegen IFR: Ein Flug in den Wolken, ohne dass man genau wüsste, was darin verborgen wäre (siehe Erlebnis vom Vortag. Gründe gegen VFR: Dem Boden nach schleichen, begleitet von starken Winden und mit tiefer Wolkenuntergrenze. Beides verlockte uns nicht und so entschieden wir, einen Tag länger in Rom zu bleiben. Der Frauenlauf am Sonntag schien für mich dadurch aber in die Ferne gerückt zu sein.

Wir erkundigten uns nach einem Hotel in der Nähe. Rom hatten wir bereits gesehen und so waren wir hell begeistert, als uns ein Hotel in der Nähe des Castel Candolfo (Sommerresidenz des Papstes) vorgeschlagen wurde. Der Hotelbus holte uns gratis vom Flugplatz ab und führte uns ins Grand Hotel Villa dei Papi nach Marino, Tel. 0039 6 936 72 24. Man stelle sich einen Krater vor. In der Mitte ist ein See, der Lago Albano, und auf dem Rand des Kraters steht das Hotel. Ca. 3 km entfernt, ebenfalls auf dem Kraterrand, liegt das Castel Gandolfo. Kaum hatten wir das Superzimmer (ITL 200'000.- pro Nacht, also etwas günstiger als das Minizimmer vom Vortag) bezogen, glaubte ich, die Tante Ju über unseren Kopf fliegen zu hören. Ich rannte ans Fenster und was sah ich da, ein Wasser-Löschflugzeug landete auf dem See, nahm Wasser auf, liess es wieder ab usw.

Das Castel Gandolfo reizte uns. Anlässlich einer kurzen Aufhellung erkundigten wir uns an der Reception nach dem Weg. Der Zick-zack-Weg zum See wird offensichtlich nicht stark begangen und war ziemlich überwachsen. Wir landeten ab und zu in einer Sackgasse und so hatten wir ziemlich lange, bis wir Castel Gandolfo erreichten. Da es schon ziemlich spät war, konnten wir alles nur von aussen besichtigen. Dank Natel wurden wir an dieser Stelle weiterorientiert, dass Fredy und Maya auch einen Tag am Boden verbracht hatten. Zurück ins Hotel marschierten wir der stark befahrenen Strasse dem Kraterrand entlang. Dafür erreichten wir es schon nach etwa einer halben Stunde. Wir beschlossen, im Hotel zu essen. Im mit Spiegeln vergrösserten Speisesaal waren wir ziemlich die einzigen Gäste. Schade, bei einem so schönen Hotel mit sehr zuvorkommendem Personal !

 

Sa. 13. Juni HB-PAF: Salerno - Marina di Campo (Insel Elba)

 

HB-CGM: Roma Ciampino - Cannes - Birrfeld

Im dunklen Zimmer rufe ich auf der Meteo Neapel an und nehme METAR und TAF's entgegen. Mein Eindruck ist eher pessimistisch. Da das Wetter am Vormittag besser sein soll als nachmittags, wecke ich Maja, packe und setze mich zum Frühstück. Nach einem Schluck Kaffee gehe ich die Wetterangaben nochmals durch. Es sieht schon besser aus. Für Neapel meldet man eine Wolkendecke (BKN) auf 2'000 Fuss. Für Rom gibt's leichtere Bewölkung (SCT) auf 2'000 Fuss. Die Sicht soll ca. 8-10 km betragen.

Wir sind rasch reisefertig und erreichen den 9.20-Uhr-Bus. Trotz vielen Kurven bleibt Maja's Kotz-Tütelein leer. In Salerno steigen wir 11:30 in den Bus Nr.8 um. Auf dem Flugplatz wartet eine Enttäuschung auf uns: es ist heute nicht möglich zu tanken (einfach so). Für die nächste Etappe geht es auch ohne. Wir haben 3:20 Flugzeit nach Elba geplant. Das Benzin reicht noch für ca. 4 Std. Eine Enttäuschung gibt's für Maja. Sie möchte heute lieber am Steuer sitzen. Aber trotz wenn und aber kommt sie turnusgemäss an die Reihe als CoPi. Das heisst, dass sie via Neapel und quer durch die vielseitig zivil und militärisch genutzte Zone von Rom navigieren und funken darf, während ich das Steuer übernehme.

12:50 starten wir bei guter Sicht. Über uns hängen leichte Cummulus-Wölklein auf über 3000 Fuss. Wir folgen der Küste, umfliegen die Landspitze bei Capri und drehten direkt auf den majestätisch vor uns liegenden breiten Vulkan Vesuv zu. An seinem Fuss finden wir unsern Meldepunkt "Torre del Grecco". Auf Anweisung von Napoli überfliegen wir die Stadt und danach den Flugplatz in nur 1500 Fuss. Nach dem nördlichen Meldepunkt Teano sind wir wieder frei und folgen der Küste. Es geht alles wie geplant. Das gibt Sicherheit. Vor uns liegt nun das für Funk und Naviagtion wohl anspruchsvollste Stück unserer Reise: quer über die Stadt Rom. Es sind wohl gegen ein Dutzend Meldepunkte, die auf der geplanten Route exakt überflogen werden müssen.

Rom-Info weist uns nach Terracina für den Durchflug der ersten Militär-Flugplatz-Zone an Latina Approach. Nach Aprilia wechseln wir zurück zur Info und danach auf Ciampino Tower, etc. etc... Bei guter Fernsicht steuern wir die Sommerresidenz des Papstes "Castel Gandolfo" am blauen Kratersee an. Vor hier aus sehen wir vorne links bereits die grosse Piste von Roma Ciampino. Ciampino Approach lässt uns direkter als geplant zum "Torre Nuova" fliegen. Für diese Aenderung wird rasch der Punkt auf der Karte gesucht, gefunden, der neue Kompass-kurs ermittelt und in den Plan eingetragen. Mein CoPi hat alle Hände voll zu tun. Dem sagt man "Erfahrung sammeln". Nach dem markanten Turm-Gebäude "Torre Nuova" fliegen wir östlich vom Flugplatz Roma-Urbe weiter zum Meldepunkt Passo Corese. Leichte Schauer rieseln auf uns nieder. Die Fernsicht bleibt gut. Wir steigen auf 3500 Fuss. Der Stress am Funk lässt nach und wir fliegen auf Kurs 287 und danach 300 Grad über Land in Richtung Grosseto. Die Rom-Zone haben wir korrekt gemeistert. Meinem CoPi darf ich für Funk und Navigation ein grosses Lob aussprechen. Am Horizont erscheint bereits wieder die Mittelmeer-küste und dahinter kann man im Dunst die Insel Elba erkennen. Also, kurze Meldung bei Grosseto Approach und über dem Militärplatz einschwenken nach Westen. Ueber klare hell- und dunkelblaue Meerflächen erreichen wir nach wenigen Minuten die Insel Elba und finden im dritten Quertal den Flugplatz "Marino di Campo". Wir erhalten einen direct-approach 34. Darum nehme ich rasch das Gas voll zurück, fliege eine steil absinkende Base und dehne den Endanflug noch etwas aus. Nach 3:05 Std. setzen wir auf und parken im dürren Gras. Motor aus, tief durchatmen, aussteigen. Unser heutiges Tagewerk ist getan.

Ein trockener sommerlicher Wind empfängt uns. Auf dem Parkplatz stehen mehrere mittelgrosse Turboprop-Maschinen, unter anderem auch eine der Air Engadina, die Touristen auf diese Insel bringen. Wir tanken voll (141 L) und wissen nun, dass wir mit exakt 51 L Reserve angekommen sind. Wir sind sparsam geflogen (Leistung 65% und Mixer eingestellt). Damit hätten wir noch 1:30 weiter kommen können. Im Airotel am Flugplatz quartieren wir uns ein. Ein Sprung in den ovalen Pool erfrischt herrlich. Im Liegestuhl bei einem Cüpli geniessen wir die warme Abendsonne. Wie üblich folgen Telefon nach Hause und Nachtessen nebenan mit Spezialitäten aus der Gegend.

 

Flugplanung der HB-PAF: Salerno - Marina di Campo mit aktuellen Ergänzungen CoPi

 

Sichtflugkarte der Region Rom:

 

 

Sa. 13.Juni Bericht von HB-CGM: Roma Ciampino - Cannes - Birrfeld

Sehr früh brachte uns der Hotelbus zum Flugplatz. Während Kurt den Flug anmeldete, bezahlte ich die Taxen. Dabei fragte mich ein älterer Herr, mit welchem Flugzeug ich da sei. Stolz wies ich auf die Cardinal. Auf sein "very nice" getraute ich mich zu fragen, was er denn für ein Flugzeug habe. "A Challanger" war die Antwort. Da konnte ich nur noch sagen: "Very, very nice". Das Wetter in Rom war zum Glück sehr schön, doch die Wetterprognosen über die Alpen waren nicht so eindeutig. Kurt entschloss sich für einen sicheren VFR-Flug der Küste entlang und via Rhonetal, anstelle eines schnelleren IFR-Fluges über die Alpen. Kurz vor Cannes war ein "unmöglicher" Franzose auf Nice Approach. Der plapperte und plapperte, sodass Kurt kaum dazwischenkam. Kaum konnte Kurt wechseln auf Cannes Tower, war der Franzose auch schon da. Irgendwie schaffte es Kurt, vor dem Franzosen glücklich zu landen. Kurt rollte zur Tankstelle, während ein zweimotoriges Flugzeug mit 4 Personen vollbesetzt aufsetzte und ebenfalls zur Tankstelle kam. Plötzlich hörte ich ein Klopfen und Hämmern und als ich zum zweimotorigen Flugzeug blickte, sah ich, wie alle Insassen winkten und Zeichen gaben. Ich ging zu ihnen hinüber und sie deuteten mir, ihre Türe zu öffnen. Ich konnte es fast nicht glauben: Das Schloss war mit Scotch von aussen zugeklebt. Die "unmöglichen" Franzosen waren hell begeistert, als ich sie befreite und bedankten sich, dass ich sie aus dem "avion de scotch" wie sie ihren Fluguntersatz selber betitelten, erlöste.

Kurt meinte, dass er den Weg ins Birrfeld noch schaffe und so rückte die Teilnahme am Frauenlauf in Bern wieder in Reichweite. Bei Marseille blies uns ein heftiger Gegenwind auf die Nase und es schüttelte ab und zu ein bischen. Später, im Rhonetal, war es ruhig und weiterhin wunderschönes Wetter. Wir erreichten um etwa 19 Uhr die Heimat und waren müde, aber glücklich, dass eine schöne Reise, zwar mir einigen Ueberrschungen, aber unfallfrei zu Ende gegangen ist.

 

So. 14. Juni Marina di Campo - Genève - Birrfeld

Schon um 7 Uhr scheint die Sonne zum Fester herein. Nebenan, bei Capt. Byland ist es noch ruhig. Auf der Meteo hole ich die Wetter-Infos ein und setzte mich zu Kaffe und Vanille-Gipfeli. An der Sonne schreibe ich weiter an meinem Reisebericht. Schon kurz nach 9 Uhr LT ist auch Maja auf den Beinen. Wir studieren die Wetterunterlagen. Klar zeigt sich die grosse Kaltfront, die von Nordwesten auf Genf und Zürich zu hält. Was ist zu tun ? Wollen wir via Genua, Lugano und über die Alpen ? Oder versuchen wir vor oder hinter der Front über Nizza, Grenoble und Genf nach Hause zu kommen ? Da wir noch bis Dienstag Zeit haben, entscheiden wir uns für die flachere Route über Frankreich. Hinter einer der kommenden Fronten werden wir gewiss einen sichern Weg über Genf oder Basel ins Birrfeld finden.

Wir planen den Flug via St.Tropez nach Avignon. Noch über dem Meer, vor Cannes, wollen wir das aktuellste Wetter einholen und dann entscheiden, ob es weiter nach Westen oder direkt Richtung Grenoble gehen soll. Also geben wir auf dem Flugplan Grenoble als Ausweich-Flugplatz an. Wir erledigen unsere Formalitäten und ziehen die Schwimmwesten an.

 

Die Meteo-Informationen in Marina di Campo (Elba, France)

 

12:40 lösen wir uns von der Insel Elba. Die Nase zeigt nach Westen zum Meldepunkt Merlu, der etwa auf halber Strecke nach St.Tropez mitten im Meer liegt. Es bleibt genug Zeit, zum ausgedehnten Speisen an Bord. Unser Blick gleitet immer wieder in die Ferne und versucht Wolkenschichten oder die Küstenlinie Frankreichs zu erhaschen. Nach 1:40 rufen wir Nizza-Info auf und verlangen die neusten Wetterangaben und Prognosen. Die Wolkendecke über Grenoble und Genf ist angestiegen und hat sich etwas gelichtet. Wir planen um und geben unsern Entscheid über Funk durch: Flugplan ändern, neue Destination ist Grenoble.

Ueber St.Tropez drehen wir nach Norden. Bei Le Luc Approach fragen wir für den Durchflug und erhalten die Anweisung, wegen Fallschirmspringern die Flugplatzzone zu meiden. Wir fliegen östlich am Platz vorbei und drehen danach wegen einer Danger-Area auf Westkurs, bis wir wieder freien Luftraum nach Norden vor uns haben. Das ganze Manöver wird vom Controller aufmerksam mitverfolgt. Capt. By gestattet mir, die Schwimmweste nun auszuziehen. Er selber behält sie noch an (ev. Genfersee...). Die Bordküche gibt immer noch einiges her. Die guten Wetterbedingungen stimmen uns positiv. Vor Grenoble holen wir wieder das aktuellste Wetter ein, unter anderem auch von Genf. Die Auskünfte sind so gut, dass wir uns für den Weiterflug nach Genf entscheiden und dem Controller unsere nochmalige Aenderung des Flugplanes bekannt geben.

Um 16:02 passieren wir die Stadt Grenoble. In der Region Chambery sehen wir auf unserm Nordkurs aus den Wolken herunterhängende Regensäcke. Je näher wir kommen, um so mehr entfernen sie sich nach Osten. Damit ist der Weg nach Genf frei. Sicherheitshalber wählen wir den westlichen Anflug über die Rhone. Alles geht bestens, nur vor dem Eindrehen in den Endanflug zur Graspiste 23 erwischt uns noch ein massiver Regenschauer. Der Tower gibt uns frei für "swing-over" auf die Asphaltpiste. Nach exakt 4:00 Stunden Flug setzt uns Maja mit einer feinen Landung wieder auf Schweizer Boden.

Geht es heute noch weiter ? Die Frage an den Meteo-Spezialisten ist, ob wir besser noch zuwarten sollen, bis die Schauerzone weiter nach Osten weg ist, oder eher rasch weiter fliegen sollen. Die Auskunft verheisst uns, dass man später mit weitern Schauern vom Jura her rechnen muss. Wenn wir uns rasch aufmachen, sollte die Route dem Jurasüdfuss noch ganz passabel sein. Wir brechen rasch auf. Unser Ziel ist es, dem Jurasüdfuss entlang so weit voranzukommen wie möglich. Hier gibt es eine ganze Reihe von Flugplätzen (Yverdon, Neuenburg, Biel, Grenchen), auf denen wir jederzeit landen könnten.

Mit grosser Aufmerksamkeit packen wir diese letzte Etappe an. Und es gelingt ohne Problem. Vom wolkenverhangenen Himmel fällt kaum Regen und die horizontale Sicht unter diesem dunklen Deckel ist recht gut. Dank kräftigem Rückenwind können wir um 18:55 nach nur 1:05 Std. im Birrfeld landen. Dass uns die Heimreise so direkt gelingen würde, haben wir heute kurz vor Mittag in Marina die Campo noch nicht zu hoffen gewagt. Dank der zuverlässigen HB-PAF ist die Welt doch etwas kleiner geworden............

Herzliches Dankeschön an meine ruhige und sehr sachliche Kollegin im Cockpit und unsere verständnisvollen Partner zuhause. Ein grosser Dank geht auch an meine aktive Redaktions-Kollegin Anneliese von HB-CGM. Unsere Leser fragen wir, ob sie nicht das nächste Mal mit dabei sein wollen. Da war im letzten Aktavia-Aktuell von einem Herr Otto Juchli zu lesen: mein fliegerischer Wunsch "nach Kreta fliegen".

 

Die Gast-Berichterstatterin HB-CGM, Anneliese Rohr

Der amtliche Berichterstatter HB-PAF, Fredy Klauser