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Gletscherfliegerei

Flugreise

HB-PAF und HB-CGM

Nordkap
Deutschland - Dänemark - Schweden - Finnland - Norwegen - Deutschland

17. Juli - 4. Aug. 1999

 

Zwischenlandungen in:
Koblenz - Bremerhaven - Esbjerg - Göteborg - Stockholm - Vaasa - Rovaniemi - Kirkenes - Honningsvag - Alta - Lulea - Sundsval -
Mora - Göteborg - Kopenhagen - Schwerin - Aschaffenburg - Grenchen - Birrfeld

 

 

Piloten: HB-PAF
Peter Schwendemann, Alfred Klauser

Piloten: HB-CGM
Kurt Grünig, Annelise Rohr

 

Die Flugzeiten HB-PAF

Datum

von

nach

Zeit

Sa. 17.7.99

Birrfeld

Koblenz (D)

1:50

Koblenz

Bremerhaven

1:50

Mo. 19.7.99

Bremerhaven

Esbjerg (DK)

1:13

Fr. 23.7.99

Esbjerg

Göteborg (S)

2:06

Göteborg

Stockholm-Bromma

Sa. 24.7.99

Stockholm

Vaasa (F)

2:16

So. 25.7.99

Vaasa

Rovaniemi

2:10

Rovaniemi

Kirkenes (N)

2:00

Mo. 26.7.99

Kirkenes

Kirkenes (Wetterflug)

0:55

Di. 27.7.9

Kirkenes

Honningsvag

1:25

Mi. 28.7.99

Honningsvag

Alta

0:55

Fr. 30.7.99

Alta

Lulea (S)

2:20

Sa. 31.7.99

Lulea

Sundsval

2:20

Sundsval

Mora

1:30

So. 1.8.99

Mora

Göteborg-Landvätter

2:15

Göteborg

Kopenhagen-Roski.

1:25

Di. 3.8.99

Kopenhagen

Schwerin (D)

1:20

Schwerin

Aschaffenburg

2:35

Mi. 4.8.9

Aschaffenburg

Grenchen

2:00

Grenchen

Birrfeld

0:30

Total Flugzeit HB-PAF

34:51

 Flugreisebericht

Vorbereitungen

Schon seit der PAF-Generalversammlung steht im Kalender der Ferien-Strich von 3 Wochen Länge. Wir wollen in den Norden, d.h. bei guten Wetterbedingungen VFR ans Nordkap fliegen. Die Karten sind kurzfristig ergänzt worden und liegen bereit:

Bottlang Europa und Trip-Kit der skandinavischen Länder, ICAO-Karten von Deutschland und Dänemark, GPS-Karten von Deutschland, ONC-Karten 1:1Mio. von Skandinavien. Da nicht alle Karten auf dem neuesten Stand sind, haben wir das IFR Low-Level-Chart (Deutschland inkl. Skandinavien) dazu besorgt (Frequenzen, Danger und Restricted Areas).

Wie immer haben wir für Notfälle Schlafsäcke und ein leichtes Zelt dabei. Man kann ja nie wissen, ob wir überall ein Hotelzimmer finden, oder ob wir einmal lieber im Freien hausen wollen. Da wir nur je Reisefan je Flugzeug sind, haben wir auf Anregung von Kurt die zusammenklappbaren Räder von Rolf Hefele ausgeborgt. Kurzfristig habe ich mir Radlerhosen (schont den ....) und einen leichten Rucksack beschafft. Heisser Tip von Kurt: zelten am Nordkap in freier Natur wäre schön, es sind nur 30 km Strasse.

 

Fr. 16.Juli Besuch bei der Meteo Kloten

Die Meteo meint, für unser Vorhaben sei das Wetter ok: stationäres Tief über Island, flaches Hoch über Europa, das sich noch verstärken sollte. Für den Norden können wir stabiles Wetter erwarten. Ich besorge noch etwas DM und am Abend treffe ich mich mit Peter im Birrfeld zum Verladen der Velos und volltanken der HB-PAF (neu mit Mogas). Der 4. Sitz der HB-PAF bleibt zwecks Platzeinsparung zuhause.

 

Sa. 17. Juli Birrfeld - Koblenz - Bremerhaven

Wir haben uns für 10:30 im Birrfeld verabredet. Peter wird mich abholen. Die Zeit nutze ich zum Packen von Reisetasche, Rucksack, Taschen mit Flugunterlagen, Taschen für die Bordküche und für ein gemütliches Frühstück. Die Radlerhose hat mir Esther gestern noch gewaschen und beinahe hätte ich sie an der Leine hängen lassen. Im Birrfeld holen wir die aktuellen TAF und METAR ein, erstellen die Planung und den Flugplan nach Koblenz.

12:40 starte ich mit der vollbeladenen HB-PAF. Sie steigt erstaunlich gut weg. Bei klarem Himmel fliegen wir auf der direkten Route via Waldshut und VOR Karlsruhe. Vor Frankfurt sinken wir unter Meldung an Frankfurt Radar ab und werden auf Frankfurt Info verwiesen. Tief über einen bewaldeten Hügel mit Fernmeldeturm biegen wir in die Platzvolte 24 ein. Die Base liegt über dem Rhein und der Flugplatz auf einem erhöhten Plateau wie auf einem Präsentierteller vor uns. Die Dame von der Flugplatz-Info überprüft unsere Pässe sehr genau.

Für die weitere Planung nutzen wir den Platz im schönen Gartenrestaurant. Bei bestem Wetter fliegen wir auf direktem Kurs mit exakter terrestrischer Navigaion Richtung Bremerhaven. Westlich des Flugplatzes wird die Sicht etwas milchig. Auf Bremen Info hören wir, wie Kurt vor uns das aktuelle Wetter vom Zielplatz einholt und schreiben mit: 15:00 260/12 10km SCT025 22/16 1016, also kein Problem für den Weiterflug. Wir fliegen der Weser entlang und erhalten einen direkten Einflug auf die Piste 34. Vor dem Pistenanfang liegt ein langer flacher Sandhügel. Ob der wohl zu in den Sand setzen von Flugzeugen dient ? Wir erfahren später, dass er zum Belasten des Grundes vor dem Bau der Pistenverlängerung dient. Kurt ist bereits da. Er hatte Probleme wegen der ausbleibenden Anzeige "Bugfahrwerk ausgefahren" und hat darum eine Kontroll-Volte am Tower vorbei geflogen. Die positive Beobachtung das Fahrwerk sei ausgefahren hat sich bei der Landung bestätigt. Trotzdem sollte man eine längere Reise nicht mit einem solchen Defekt antreten. Morgen wird trotz Sonntag ein Mechaniker vorbei sehen und sich die Sache anschauen. Wie vom AIS empfohlen, buchen wir im Comfort Hotel am nahen Fischerhafen, das Stadtzentrum sein jetzt menschenleer und darum nicht zu empfehlen. Das Nachtessen beim "Geiger" übertraf die Empfehlungen. Es mundete vorzüglich und war preiswert.

 

So. 18.Juli Bremerhaven (erste Velofahrten)

Da der Mechaniker erst gegen 11 Uhr kommen wird, brauchen wir uns nicht zu beeilen. Das Frühstück legen wir auf 9:00 LT fest. Auch auf den Flugplatz bleibt viel Zeit. Wir putzen die Flügelkanten und Radverschalungen von den Mücken frei. Auf dem Tower plaudern wir mit dem Beamten und legen als nächstes Ziel das im Norden von Dänemark liegende Sindal fest. An der westlichen Küste sollten wir uns die riesig hohe Sanddüne (100m) mit den dort fliegenden Gleitschirmen anschauen. Zum Fischen gäbe es in der Region auch einen sehr schönen "Berg"-bach. Da der Mechaniker erst gegen 14 Uhr kommen wird, essen wir die noch vorhandenen Sandwiches aus der Bordküche. Während der technischen Ueberprüfung der Fahrwerksschalter trinken wir etwas auf der Terrasse des Flugplatz-Restaurants. Es ist jetzt auch im Schatten recht warm geworden. Ein kühler Eisbecher ist darum in einer solchen Situation fast überlebenswichtig. Da Kurt noch immer nicht aus der Werkstatt zurück ist, verkürzen wir unsere Route für heute: die Stadt Esbjerg liegt nur 1:40 weit entfernt, im NE von Sylt. Während ich in der kühlen Flugplatz-Halle diesen Bericht entwerfe, schauen Annelise und Peter nach Kurt. Der Schaden kann erst am Montag fertig behandelt werden. Ev. ist ein Teil zu ersetzen, das wir auf einem nahen Flugplatz holen könnten.

Wir bleiben also noch eine Nacht hier und buchen nochmals im Comfort Hotel. Mit den Fahrrädern wollen wir zum Hotel radeln. Nun folgt hinter unserm Flugzeug das grosse Umziehen in Velokleidung und Umpacken in den Rucksack. In effizienter Teamarbeit werden die Velos ausgeladen und auseinander geklappt (eine perfekte Kostruktion !!). Nun beginnt eine neue Phase unserer Reise. Unter der strengen techn. Konrolle von Annelise und ihrem Byke-Computer werden alle Daten erfasst. Eine Ermahnung erfolgt sofort, wenn die Durchschnittsgeschwindigkeit unter eine Minimalmarke X fällt. Es sind also nur noch Steigerungen zugelassen. Nach dem raschen Hotelbezug gehts zuerst zu einem kurzen Trunk in die nahen Beizlein. Peter und ich kaufen an einem Stand am Strassenrand Heidelbeeren ein und lassen uns auf eine Degustation von Apfelwein, Krischwein und süssem Brombeerwein ein. Nach der Stärkung gilt es ernst. Wir radeln zum Hafen uns schauen zu, wie die 3 kleinen kräftigen Schlepper den grossen schwerfälligen Frachter "Othello" an den Seilen durch die gewundene Hafenpassage manövrieren. Am Pier nebenan erhält ein grosses blitzplankes Luxusschiff seien letzten Schliff. Wir hatten es gestern beim Anflug als grossen weissen Fleck in der Pistenachse bereits von weitem erspäht. Mit ausgetrocknetem Hals, getrieben von unserm tech. Coach pedalen wir im erwarteten Tempo ins Hotel zurück. Tagesleistung 21,41km in 1:40:21 mit Spitze von 37km/h und Durchschnitt von 12,7km/h. Der erste Test meiner Radlerhose fiel gut aus. Nur beim normalen Gehen hatte ich das Gefühl eines leicht breitbeinigen Ganges.

 

Mo. 19.Juli Bremerhaven (Reparatur HB-CGM) - Esbjerg (DK)

Die Mechaniker arbeiten bereits an der HB-CGM, wie wir auf dem Flugplatz eintreffen. Die vollbeladene Maschine lässt sich nicht so einfach aufbocken. Man checkt den Magnet-Schalter für die ok-Anzeige durch und findet hier den Fehler. Unterdessen warten wir erst im Hangarschatten, danach bei Getränken und Eis im Flugplatz-Restaurant. Kurz nach Mittag verfolgen wir aufmerksam den Verlauf des Testfluges von Kurt. Alles hält und ist wieder ok. Die Meteo spricht nun von einer herannahenden Kaltfront und dem Trend zu lokalen Gewittern. Wir packen die gestern ins Auge gefasste kürzere Strecke ins nahe Esbjerg an. Unterwegs ist die Sicht gut. Beim Flugplatz St.Michaelisdonn an der Elbe-Mündung weichen wir einem lokalen Gewitter mit Schauern aus. Unter uns liegt flaches Land, braunes Wattenmeer, schöne flache Inseln mit einzelnen Bauernhäusern auf Erdwällen. Beim Anflug in Esbjerg erhalten wir trotz guter Sicht Radarvectoring mit Kurs direkt in die Base der Piste-26. Aus dem Hotelkatalog wählt Annelise das Hotel Britania aus, das wir per Taxi (bezahlen mit Kreditkarte möglich !) erreichen. Es liegt im Zentrum dieser an diesem Abend fast menschenleeren Stadt. Wir bummeln zum Hafengelände mit Industriebauten und gucken uns die Löschboote der Feuerwehr an. Einen einfachen Imbiss nehmen wir auf dem einzigen belebten Platz im Strassenrestaurant ein.

 

Di. 20. Juli Esbjerg

Die vom Hotel aus per Natel eingeholte Wetterberatung weist auf schlechtes Wetter hin, kein VFR-Flug möglich. Wir mieten für die kommenden 1 bis 3 Tage ein Auto und wollen damit die Umgebung kennenlernen. An der Küste nordwärts wollen wir ein anderes Hotel (im Prospekt ist ein Hotel Hjerting aufgeführt) suchen. Kurz ausserhalb der Stadt hängen die Wolken dunkel und tief. Schauer und sehr starke SW-Winde ergänzen die Wetterlage. Nun gehts Richtung neues Hotel. 4 blasse riesige Typen sitzen auf einem Betonsockel und schauen aufs Meer hinaus. Wir halten bei diesem Kunstwerk an für ein Foto. Auf der gegenüberliegenden Strassenseite entdecken wir in einem Park ein See-Aquarium und entschliessen uns zu einem Besuch. Innerhalb weniger Stunden erfahren wir viel über Seelöwen, Fische, Krabben, die Fischerei, Seefahrt, örtliches Handwerk und besichtigen einen Bunker aus dem 2.Weltkrieg. Draussen treibt der sehr starke Wind immer wieder tiefhängende Wolken mit Schauern vorbei und lässt das Meer aufbrausen. Wir setzen die Fahrt zum Hotel fort und checken dort für 1 Nacht ein. Weiter nördlich an der Küste finden in einem kleinen Beizlein etwas zu essen. Danach folgt ein Verdauungsmarsch auf dem breiten Sandstrand und durch ein Quartier mit Weekendhäuschen zurück. Auf den letzten 400m erwischt uns noch ein Regenschauer. Wir fahren zum Flugplatz hinaus und erkundigen uns nach den Wetteraussichten. Morgen befinden wir uns auf der Rückseite einer Okklusion, eine Chance ?

Zum Nachtessen fahren wir an die nördlicher gelegene Küste. Ich klemme mich hinter die Karte. Soll Henne Strand (es tönt so gut, ähnlich wie bei Kurts "Kickerpillen") unser Ziel werden ? Peter steuert den Renault überlegen und meistert die heiklen Schwellen in der Strasse. Auf einer Düne am Nordseestrand finden wir in einem Lokal den Koch gleich hinter dem Buffet in Aktion. Wir wählen die Gerichte selber am Buffet aus bis und mit Käsedessert. Bezahlen können wir hier nicht mit der Karte, sodass Annelises Kronenschatz arg abgemagert wird. Zurück im Hotel gibt's den Schlummerbecher in der dunklen Bar am bequemen Ecktisch.

 

Mi. 21.Juli Esbjerg (Besuch Wattenmeer, Insel Mando)

Nach dem Frühstück rufen wir wieder bei der Meto in Kopenhagen an. Die Bruchstücke, die wir von Wetterberichten in diversen Fernsehsendern im Kopf haben verheissen nichts gutes. Der Meteospezialist doppelt nach: heute massive Winde, tiefe Wolkenbasis mit eingelagerten CB's. Morgen Donnerstag soll es eher noch schlechter, ab Freitag aber wieder besser werden. Das Hoch über Zentral-Europa soll sich verstärken und das Wetter über Deutschland, Dänmark bis ins südliche Skandinavien beeinflussen. Wir behalten unser Auto also noch 2 weitere Tage und reservieren für 2 weitere Nächte im Hotel.

Nach 10 Uhr starten wir, für 2 Tage befreit von Wettersorgen, zu einem Boden-Ausflugsprogramm. Am Flugplatz vorbei (ohne Halt) fahren wir nach Süden, dem Wattenmeer bei Vedsted zu. Mit dem Auto wollen wir auf die wie eine Pfanne geformte und mit dem Stil am Land angebundene Insel Mando fahren. Wir bestaunen die auf hohem Fahrgestell vor uns an einem Traktor hängenden Sight-Seeing "Mando-Busse". Am Strand stellen wir fest, dass wir mit unserm Auto beim jetzigen Wasserstand wohl nicht weiter kommen. Die Fahrstrasse liegt im seichten Wasser, der Wind peitscht Wellen über den Weg und die Warntafel weist auf bis über 1m Wassertiefe hin. Es gibt also nur einen kurzen Fotohalt. Wir fahren zurück zur Busstation. Nach einem Drink und halbstündigem Spiel der beiden Natel-Besitzer (Tel.-Verzeichnis eintippen und erfolglose Versuche, an Otto eine SMS-Meldung abzusetzen) steigen wir in das geschützte Geschoss des 2-stöckigen Mando-Bus. Die Strasse ist weniger überschwemmt als zuvor. Einzelen PW's wagen die Fahrt zur Insel. Es ist ein eigenartiges Gefühl, auf einer unter dem Wasser liegenden Kiesstrasse im Zick-zack-Kurs durchs Wattenmeer zu fahren. Trotz Wind und zeitweise peitschendem Regen klettern wir während der Fahrt aufs Oberdeck und knipsen Bilder. Auf Mando gibt's wohl über 100 Bauern- und Ferienhäuschen. Auf dem Uebersichtsplan wählen wir den mittellangen Rundgang "Gangsti gelb" mit 4,6km aus. Darauf erleben wir ein Stück dieser Inselwelt mit Dämmen, Gräben und geflochtenen Landbefestigungen im seichten Wasser. Von lokalen Schauern bleiben wir nicht verschont und kehren unterm Dach eines Restaurants zu einem kleinen Imbiss ein. Je nach Bedarf wird Käsebrot oder vertikaler Erdbeerkuchen bestellt. Auf der Rückfahrt fährt der Bus über einen andern, nur mit Holzruten markierten Weg (Motto gewusst wo, sonst sinkst du ein). Mit dem Auto halten wir im Provinzstädtchen Riba mit seinen ungleichen Kirchtürmen und alten krummen Riegelhäusern. Da man hier bereits um 18:00 die Läden schliesst, können wir die gelben T-Shirts mit dem Aufdruck "UDSTAG" (=Ausverkauf) leider nicht einkaufen. Zum Nachtessen gibt's Fisch (Rotbarsch oder gefüllte Scholle). Morgen wollen wir erst um 9 Uhr LT frühstücken, da ja ein Boden-Programm angesagt ist.

 

Do. 22. Juli Esbjerg (Hjerting, Ausfahrt zum Holmsland Kit)

Ein Blick auf die sehr tief hängenden Wolken, die Schauer, böigen Winde und die begrenzte Hoizontalsicht bestätigen die gestrige Prognose. Wir fahren nach dem späten Frühstück vorerst nach dem Regionalstädtchen Varde zum Einkaufen. Peter ersteht eine währschafte warme Regenjacke. Kurt hält nach einem Aussenspiegel für seine Cessna Ausschau. Unsere Blicke wandern von Zeit zu Zeit zum Himmel zwecks Vergleich mit der Prognose. Wird es besser oder schlechter ? Wie wird es morgen sein ? Die Nordseeküste zieht uns an. Nach Nymindegab führt die Strasse auf der Landseite des breiten Dammes mit Dünen und grasbewachsenen Sandhügeln nordwärts. Rechts liegt das grosse Binnengewässer "Ringkobing Fjord" und links die Dünen. Bei Hvide Sand gibt's für Schiffe einen Hafen und zugleich einen Verbindungskanal. Die Strasse führt über eine Zugbrücke. Nach dem Smörebröt stapfen wir an die Hafenmündung zur Nordsee. Wir lassen uns den starken Wind ins Gesicht blasen. Die aufgepeischten Wellen führen stiebende Gischt gegen das Land. Die Rückfahrt bringt uns zum Flugplatz. Auf die Meteo-Information müssen wir lange warten und erhalten nur ein long-TAF für die Flugplätze von Bergen bis Stockholm. Daraus können wir keine klaren Trends erkennen. Wir wollen aber morgen entscheiden, ob wir der Norwegischen Küste entlang oder besser via Schweden oder Finnland nach Norden fliegen können. Nach dem Nachtessen im Hotel finden iwr die Fernseh-Meteo von Schweden. die Voraussage für dienorwegische Küste sieht schlechter aus, die für Schweden etwas besser. Morgen sehen wir weiter.

 

Fr. 23. Juli Esbjerg - Göteborg (Säve) - Stockholm (Bromma)

Das frühe Frühstück ab 7:30 LT soll uns für heute den nötigen Spielraum schaffen. Die Meteo in der Zeitung bestätigt den Trend vom gestrigen Fernsehbild. Auf die vor unserm Fenster im Meer liegende Halbinsel fallen Sonnestrahlen. Hoffnung ? also auf zum Flugplatz.Die Liste der TAF-Prognosen wird im Detail studiert. Das Ergebnis bestätigt die Fernseh- und Zeitungs-Prognosen. In Norwegen ist mit viel Bewölkung und Regen zu rechnen. In Schweden und Finnland ist die Sicht sehr gut bei Wolkenuntergrenzen von 2'000 bis 3'000 Fuss. Wir entscheiden uns für den Weiterflug Richtung Schweden.

Vor dem Einsteigen machen wir einen kurzen Dichtigkeitstest der Schwimmwesten und hineingeschlüpfen dann hinein. Für den Start auf Piste 26 haben wir Wind aus 310° mit 15 - 25 Knoten. Wir drehen auf N-Kurs und folgen der dänischen Nordsee-Küste. Unter uns liegt in brauner Farbe der Binnensee "Ringkobing Fjord", den wir gestern besucht haben. Das schmale Dünenband grenzt ihn klar ab zum dunkelblauen Meer. Das Land ist sehr flach. Westlich von Aalborg fliegen wir zu den berühmten 100 m hohen Sanddünen. Hier präsentieren sich Feriensiedlungen und Campingplätze wie auf einer Modellanlage. Bis zur nördlichsten Spitze fliegen wir über Dänemark. Nun drehen wir nach Osten aufs Meer hinaus. Schon nach kurzer Zeit können wir die schwedische Küste erkennen. Die Bewölkung über uns hat sich aufgelockert und lässt die Sonne immer mehr durchscheinen. Auf den flachen steinigen Inseln liegen Vororte und dahinter die Stadt Göteborg. Die Piste des Flugplatzes sehen wir aber erst beim Eindrehen in den Queranflug, da sie sich hinter dem Wald verborgen hält.

Nach der Landung wird sogleich aufgetankt. Das bereitstehende Meteo-Terminal gibt leider nur alte Werte aus. Darum rufen wir in Stockholm an und erfahren, dass das Wetter über dem Land gute Fernsicht bei leichter Bewölkung in 2'000 - 3'000 Fuss bieten wird. Hier will man nichts von einer Wochenkarte wissen und wir haben Landetaxen zu bezahlen. Nach dem Start befinden wir uns bald auf 2'500 Fuss. Ueber uns hat es immer weniger Wölklein und unter uns liegt flaches, meist bewaldetes Land. Wir passieren grosse Seen. Nach knapp 2 Std. kommt wieder Spannung auf, denn wir wollen den VFR-Checkpunkt exakt üeberfliegen. Trotz absinken auf 1'500 Fuss erreichen wir bei weniger Uebersicht dieses Ziel. Wir finden uns im Endanflug auf den nahe beim Stadtzentrum gelegenen Flughafen "Bromma" direkt über der Stadt und ihren grossen verästelten Fjorden, grossen Wohnhäusern, Autostrassen und Brücken. Es bleibt leider nicht viel Zeit, diesen Ausblick zu geniessen, denn schon bald sind wir gelandet und haben uns auf die Rollwege Richtung Parking Nord zu konzentrieren. Der Follow-me weist uns den Parkplatz für die Nacht zu und organisiert den Tankwagen. Nach dem Auftanken fährt uns der Tankwart in seinem Wagen zum Geldwechsel (Benzin bar bezahlen) und zu Abfertigung. Er ist uns zusammen mit den Kollegen vom AIS behilflich bei der Suche nach einem nahe gelegenen Hotel. Der Taxifahrer war früher Fluglehrer in den USA, fragt viel über unsere Fliegerei und freut sich über das Zusammentreffen. Nach dem Hotelbezug fahren wir per U-Bahn ins nache Zentrum der Stadt. Die Restaurants schliessen hier früh und wir eilen zum Nachtessen in ein nahes Lokal. Popige laute Musik begleitet uns zum Lachsessen in diesem sog. "Nachtlokal". Beim anschliessenden Bummel an Bar- und Hotelschiffen entlang versuchen wir vergeblich das uns von einer frühern Reise her bekannte Schiff mit Captains-Bar zu finden. Also Schlummerbecher im Hotel.

 

Sa. 24. Juli Stockholm - Vaasa

Wiederum frühes Frühstück um 7:30 LT. Aus Kurs's Suite holen wir die Meteo ein und treffen uns im Restaurant für die Planung. Wir wollen vorerst an Schwedens Küst nordwärts. Dann taucht die Frage auf "wie weiter" am morgigen Sonntag. Morgen brauchen wir vermutlich auf einem schwedischen Platz den Ausgangszoll nach Finnland. Die Verfügbarkeit des Zolls am Sonntag macht uns Mühe. Darum ändern wir unsere Pläne und bereiten einen Flug über die Inseln von Marienham nach dem finnischen Vaasa vor. auf dem Flugplatz geht's nun rasch. Wir klären noch, ob die Restrictet-Area R87 nicht aktiv ist und reichen unsere Flugpläne (immer separate Planung von HB-CGM und HB-PAF) ein. Hier können wir nun eine Wochenkarte für ca. 60.- Fr. kaufen, die für Landungen und Parkieren während einer Woche auf allen schwedischen öffentlichen Flugplätzen gültig ist (Göteborg-Säve war ein Privatplatz, darum wollte man dort nichts von der Wochenkarte wissen). Am Flugzeug gibt's noch ein kurzes Captains-Dinner aus der Bordküche, dann schlüpfen wir in die Schwimmwesten und starten mit NE-Kurs. Auf 2'500 Fuss fliegen wir unter einer Schicht lockerer heller Wölklein auf die Inselgruppe mit dem Flugplatz Marienham zu. Die Sicht ist wieder sehr gut und von weit her können wir die auslaufenden grossen Fährschiffe und ein grosses Kreuzfahrtschiff im Hafen erkennen. Da sich die Wolkenbasis leicht abgesenkt hat, passieren wir den Flugplatz auf 2'000 Fuss mit problemloser Bewilligung durch den Controller. Auf gleichem Kurs geht's weiter an die finnische Küste. Die HB-CGM hat uns inzwischen überholt ( ???). Wie grosse flache Kieselsteine liegen die felsigen Inseln vor und unter uns im Wasser. In Küstennähe erkennen wir die hellen hohen Industriebauten von schon aus grosser Distanz. Der Küste folgen wir mit Nordkurs und queren den ohne Towerbetrieb vor uns liegenden grossen Flugplatz von .............

Weiter geht es eine Stunde lang über flache Wälder und immer seltener gibt's Wiesenflächen, Ortschaften. Die wenigen Bahnlinien, Strassen und Hochspannungsleitungen sind auf der amerikanischen ONC-Karte verzeichnet und helfen bei der exakten Boden-Navigation. 20 nautische Meilen von Vaasa rufen wir den Tower und können mithören wie Kurt in die Platzvolte 16 einfliegt. Später erreichen wir den Downwind 16 und erhalten bereits das "clear to land" auf der 1.Hälfte der Piste, da auf der 2.Hälfte zur Zeit der Belag erneuert wird. Wieder tanken wir, binden die Flugzeuge für die Nacht am Boden fest und fragen im Büro die AIS-Chefin aus betreffen morgiges Prozedere, Hotel und schöne Restaurants in der Stadt. Per Natel buchen wir im "Radisson SAS Royal Hotel Vaasa". Erst an der Reception stellen wir fest, dass wir wegen der Verwechslung der Tel-Nr im andern Hotel reserviert haben. Darum folgt nun ein kurzer Fussmarsch mit vollem Gepäck. Peter profitiert von seinem Roll-Koffer und teilt dies uns auch sehr klar mit. In der Halle des noch komfortableren Hotels stellen wir fest, dass die Hotel-Uhr eine Stunde vor geht. Also ist hierzulande wohl Sommerzeit = UTC + 3 Std. Das Essen im empfohlenen Restaurant Fi....... ist sehr fein und wird gekrönt von der Präsentation der Crèpe Suzette durch den französischen Koch mit flambieren am Tisch. Beim anschliessenden Bummel erhalten wir einen Eindruck von diesem Touristenort. Für morgen planen wir Frühstück um 7:30 LT (Lokalzeit = UTC + 3 Std.). Die Art und Weise, sich an die richtige Zeit zu halten kann ganz verschieden vorgenommen werden. Ich habe mich entschieden, meine Uhr auf Schweizerzeit weiterlaufen zu lassen. Kurt hat die Uhr umgestellt auf finnische Zeit, dafür aber den Wecker auf CH-Zeit weiter laufen lassen (wie sich am Morgen herausstellte....).

 

So. 25. Juli Vaasa - Rovaniemi - Kirkenes (N)

Die heutige Planung nehmen wir auf dem Flugplatz vor und berücksichtigen vor allem die Betriebs- und Zoll-Zeiten der Flugplätze. Mit variablen 10 - 20 Knoten Querwind starten wir und drehen auf N-Kurs. Die dünnen leichten Schichtwölklein stehen auf 2'500 Fuss. Darunter profitieren wir von einer Fernsicht von 100 - 150 km ! Unter uns liegen wieder waldige Weiten, links schliesst sich der Bottnische Meerbusen an und am Horizont zeigt sich ein scharfen schmaler hellblauer Himmelstreiben über dem dunkelblauen Meer. Für die Stromleitungen hat man hier lange gerade Schneisen aus dem Wald gehauen. Ortschaften und Industrieanlagen stechen schon von weit her aus der grünen Umgebung heraus. Der Controller von Tampere Control nimmt uns mit kurzem "Roger" auf und quittiert unsere Meldungen ebenso. Für das Queren von den einzelnen Flugplatz-Zonen gibt er uns frühzeitig an die entsprechenden Funkstellen (Tower-Frequenzen) weiter. Es gibt wenig zu reden. Das Wetter bleibt stabil. Der Flugplatz Rovaniemi ist erst kurz vor dem einflug in die Platzrunde zu erkennen, da er in einem Wolkenschatten und hinter einem Hügel liegt. Die Abfertiung ist speditiv und wir erhalten die Wetterprognosen sehr speditiv. Es gibt ein Notam, das sagt, dass der Flugplatz erst ab 16:20 LT geöffnet sein wird. Wir bestellen den Ausgangszoll und reichen unsere Flugpläne nach Kirkenes ein. Da wir nicht vor 14:00 UTC starten müssen, gehen wir zum Imbiss ins Hauptgebäude. Am Kiosk ergänzen wir unsere Ausrüstung mit warmen Rovaniemi-Niklaus-T-Shirt's. Auf die Dame vom Zoll warten wir kurz vor der geplanten Abflugzeit ungeduldig vor unserm Flugzeug. Endlich kommt sie und sagt nur kurz "ok".

Wir starten um 14:20 UTC (16:20 CH-Zeit). Wenn es bisher unter uns schon einsam aussah, so geht es nun mindestens so weiter. Unsesr Kurs führt einer Autostrasse entlang, die an einer Stelle mit einem Notlandestreifen für's Militär verbreitert worden ist. Dieser ist in der ONC-Karte verzeichnet und wir werfen unterwegs einen Blick auf diesen "Highway-Strip2 von VUOJARVI. Auch an andern Stellen gibt's solche Notpisten. Nach dem Flug über den langen See von Inari nähern wir uns der Wasserscheide. Hier begegnen wir einzelnen lokalen Schauern. Schöne Regenbogen bekommen wir präsentiert. Unter einer tief hängenden dunklen Wolke lassen wir uns absichtlich von einer feinen Dusche berieseln und hoffen, dass dadurch die breiten grünen Mückenflecken auf der Frontscheibe und den Flügelkanten aufgeweicht werden. Im Anflug auf Kirkenes zeigt sich eine voll beleuchtete Piste. Wegen der starken Rückenwinde von 20 bis 30 Knoten landen wir nach nur 2 Stunden Flug und exakt zum Zeitpunkt der Oeffnung des Flugplatzes. Wie üblich tanken wir voll. Da wir dafür aber noch kein norwegisches Bargeld haben, verschieben wir mit den kulanten und hilfsbereiten Beamten die Bezahlung auf morgen. Die Angestellten nutzen die Gelegenheit zu einem Schwatz ganz gerne und ausgedehnt. Im Winter soll es hier, nahe der russischen Grenze, etwa 1 bis 2,5m Schnee haben. Man bemüht sich, die Piste immer scharz zu räumen für den täglichen Linienverkehr. Da der Platz auch militärisch genutzt wird, ist fotografieren nicht erlaubt. Hotelzimmer hat man uns empfohlen und auch direkt reserviert. Wir fahren mit dem Taxi hin und bezahlen es bequem mit Kreditkarte. Auf dem Abendbummel (bei ständig hell bleibendem Himmel) beziehen wir Geld aus dem Bankomaten und essen im andern grossen Hotel des Ortes. Die Häuser sind hier meist aus Holz und intesvi bemalt (Fensterrahmen und Dachfirst meistens weiss), zum Kamin hinauf führt jeweils eine fest montierte Dachleiter. Deren Sinn und Zweck war uns nicht ganz klar (Schnee räumen, etc.). Zur Nachtruhe (am hellen unbegrenzten Tag) legten wir uns anahnd der Angaben unserer Uhr gegen Mitternacht.

 

Mo. 26. Juli Kirkenes - Kirkenes (Wetterflug)

Zum späten Frühstück treffen wir uns ab 9 Uhr Lokalzeit (in Norwegen wieder = CH-Zeit). Die Meteo holen wir per Natel in Bodö ein, Antwort per Fax ins Hotel. Die Aussichten für einen Flug nach Honningsvag und ans Kap sind nicht gut. Auch das aktuelle Wetter auf dem Flugplatz ist nicht besonders gut. Wir fahren trotzdem zum Flugplatz und wollen es versuchen (Wetterflug mit ev. Umkehr nach Kirkenes). Kurt fliegt vor uns und stösst nach 30 Minuten an eine aufliegende Schauerfront. Wir hören am Funk seine Meldung, dass er umkehrt. Wir können diese Front von uns aus in der Ferne sehen, drehen ebenfalls um nach Kirkenes. Kurz vor dem Platz gibt's eine kleine Dusche. Dann folgt der Anflug auf Piste 24 mit 40° Querwind. Für einen 2.Versuch wollen wir in etwa 2 Stunden die Wetterlage neu prüfen. Beim Imbiss im Flugplatz-Restaurant zückt Kurt sein Handfunkgerät mit GPS. Letzmals hat es es in Italien benutzt. Er startet es und zeigt uns, wie lange es braucht bis das GPS seine neue Position ermittelt hat. Auch das Anbringen der Zusatzantenne am Fenster kann den Vorgang nicht beschleunigen. Das GPS schafft es nicht in nützlicher Frist. Beim 2.Besuch im Turm ergeben sich keine positiven Wetteraussichten. Die Idee, mit einem Mietauto von hier aus ans Nordkap zu fahren wird diskutiert. Der Weg um die Fjorde herum dürfte aber über 200 km betragen und darum gewiss einen ganzen Tag dauern. Abwarten und fliegen ist besser. Wir reservieren im Rica-Hotel für eine Nacht, laden das Gepäck aus und putzen die Mückenflecken weg. Zum Nachtessen bestellen wir wildes Rentierfleisch. Nach einem Verdauungsmarsch legen wir uns trotz hellem Himmel gemäss Angabe der Uhr zur Nachtruhe. Das Ziehen der Vorhänge täuscht ein wenig Nacht vor.

 

Di. 27. Juli Kirkenes - Honningsvag Nordkap erreicht !!

Die Wetterinformation bestellen wir wieder per Natel auf den Hotel-Fax. Heute sieht es besser aus. Auf dem Flugplatz tanken wir voll, sagen den bereits bekannten Gesichtern schmunzelnd ein weiteres Mal Adee. Sie versichern uns, dass wir hier jederzeit wieder willkommen sind. Bei sehr guter Fernsicht fliegen wir auf 2'500 Fuss Richtung Nordkap. Kurt fliegt voraus und wir hören, wie er in Honningsvag landet. Wir fliegen zuerst direkt zum Kap und drehen dort eine Fotorunde in repektablem Abstand wegen des massiven Westwindes und der daraus sich bildenden Turbulenzen. Danach fällt Peter die Ehre zu, die Bucht mit dem aussergewöhnlich angelegten Platz anzufliegen und zu Landen. Seine Bemerkung nach erfolgreicher Landung: "geiler Anflug, das gibt Kick".

Hurra, wir haben unser Flug-Ziel erreicht !!!

Für heute ist der fliegerische Teil abgeschlossen. Das Kap ist definitv in Griffnähe gerückt. Nun folgt die Etappe mit den Velos. Kurt verzichtet schweren Herzens aufs angekündigte spektakuläre Zelten im Freien auf dem Kap-Felsen. Im Büro lassen wir uns ein Hotel "Mini Motel" in Skarsvag (auf 2/3 der Strecke zum Nordkap) empfehlen und gleich Zimmer reservieren. Wir packen das nötigste in die Rucksäcke um und kleiden uns Velo-tauglich. In flottem Tempo pedalen wir mit dem Rucksack am Rücken der Strasse an der Meeresbucht entlang. Eine dreieckige Tafel zeigt die vor uns liegende Steigung an: 9% sollen es sein !! Hier weht uns ein auffrischer Wind entgegen. Im Schutz einer Hütte legen wir eine erste Verpflegungsrast ein. Dann heisst es aber weiter bergauf. Zu Fuss schieben wir die Räder gegen den stärker werdenden Wind, der sich immer mehr mit Regen mischt. Es kommt zu einem echten Konditionstest. Auf dem Hochplateau bläst es stärker. Eine kurze Abfahrt bringt Erleichterung, dann steigt es nochmals an. Erst nach dieser Hürde beginnt eine längere Talfahrt zum Hotel, das auf Meereshöhe liegt. Der Regen peitscht kalt und hart ins Gesicht, die nassen Hosen kleben an den Beinen. Die Finger werden kalt und steif, trotzdem muss die Bedienung der Handbremsen aktiv erhalten bleiben. Wir erreichen das Dorf und fahren zum Mini Motel. . Die technische Direktion vermeldet für den Rückweg: 22,72km, Dauer 1:47:18, mittel 12.7 km/h, max. 48.5 km/h (AR).

Ein anwesendes Ehepaar zeigt uns, wie man der Wirtin läuten muss. Sie kommt rasch, bringt Frottiertürcher und Bettwäsche mit und zeigt uns unsere Zimmerlein (mit zweistöckigem Bett), die wir gleich per Kreditkarte bezahlen können. Im Zimmer spendet die Elektroheizung bereits wohlige Wärme. Nach einer heissen Dusche steige in in warme Kleidung und fühle mich wie neu geboren. Zum Abendessen spazieren wir zum Kaffee des Campingplatzes. Mit dem öffentlichen Bus fahren wir 21:30 hinauf ans Kap. Neu scheint uns hier der Eintrittspreis, der im Bus kassiert wird. Darin ist der Eintritt zum Panoramafilm über die Kapgegend inbegriffen. Diesen besuchen wir zuerst, dann gucken wir aus der grossen Halle durch das nach Norden gerichtete Fenster übers Nordmeer. Die Sonne wirft rotes Licht hinter einer Wolkenbank hervor aufs Meer. Draussen reihen wir uns in die vielen Leute ein, die ihre persönlichen Fotos am Monument schiessen. Wir werden uns bewusst, dass wir an einem ganz besondern Ort stehen. Natürlich muss nun geshoppt werden: T-Schirt, Kleber, Ansichtskarten und weitere Souvenirs. Wir setzten uns ins grosse Restaurant und schreiben in aller Eile die wichtigen Kartengrüsse nach hause. Ueberall muss unterschrieben werden, Briefmarken aufkleben und einwerfen. Um Mitternacht (bei hellem Tag) rufen wir kurz Otto an und bieten ihm die PAF für einen Rundflug an, da es draussen ja noch hell ist. Danach geht's 00:15 LT mit dem Bus zurück zur Nachtruhe. Neben dem Hotel arbeitet der Nachbar an seinem Auto herum. Er hat wohl vergessen, auf seine Uhr zu schauen.

 

Mi. 28. Juli Honningsvag - Alta

Das Frühstück um 9:00 muss kurz unterbrochen werden, weil eine kleine Rentierherde durchs Dörflein zieht und wir unbedingt Fotos davon schiessen müssen. Vorsicht: das Leittier mit dem Glöcklein macht sich nicht gut auf einem Bild wilder Rentiere. Danach packen wir die Rucksäcke, statten uns wieder wetterfest aus (Regenrisiko besteht weiter) und fahren bei der nächsten Aufhellung los. Wieder erklimmen wir die Höhen, heute allerdings ohne nennenswerte Niederschläge. Die Strasse wird hier auf einer Art Damm geführt. So kann sicher im Winter ein zuwehen der Strasse mit Schnee vermieden werden. Wir sind hier jedem Lüftchen ausgesetzt. Erst bei der Stelle wo wir gestern den grossen Aufstieg zu meistern hatten, holt uns der Regen ein. Nach einer zügigen Talfahrt erreichen wir nach total 1:40 Std. den Flugplatz wieder. Etwas erhitzt, aber viel weniger ausgepumpt als gestern haben wir heute unsere Velostrecke gemeistert. Wegen Ausfalles des Velo-Computers vn Annelise bleiben uns die genauen technischen Daten vorenthalten.

Beim Tower holen wir die aktuelle Meteo ein. Für den Flug nach Alta über den Fjord und dann der Hauptstrasse entlang übers Land nach Alta sollte es reichen: Wolkenbasis bei 1'500 bis 2'500 Fuss mit ev. lokalen Schauern. Nach speditivem Umziehen und Verladen des Gepäcks sind wir startbereit. Nur Kurts Cessna hustet noch etwas, bevor der Motor dann rund läuft. Bei guter Fernsicht und wenig Bewölkung nähern wir uns Alta. Erst hier hängen einzelne Schauer an den steilen Wänden des Fjords. Der Anflug kann aber ganz normal erfolgen. Nach der Landung rollen wir direkt zum Auftanken und treffen hier ein deutsches Paar, das mit einer Katana aus Schweden angekommen ist und weiter in den Norden will. Da wir für's Benzin zu wenig norwegische Kronen in bar haben, können wir morgen beim Tankwart bezahlen (kulant !). Wir steigen in den Tower und lassen uns über die Wetteraussichten informieren. Der Beamte sagt, dass das Wetter schlecht sein werde und empfiehlt uns, die nächsten 2 Tag hier zu bleiben und Alta und Umgebung zu besichtigen. Er kann uns auch ein Hotel empfehlen und ruft für uns gleich wegen Zimmern an. Ein spez. Preis ist wegen der Zugehörigkeit zur Hotelkette der Scandic-Hotels möglich. Wir sagen zu und fahren per Taxi hin. Der Abendbummel bringt uns zu einem Bankomaten zwecks "auftanken von NKR" und ins Restaurant eines ältern Hotels zum Essen. Peter und ich versuchen das Walfischsteak (nicht so ausgezeichnet...) während Kurt und Annelise geräucherten Lachs geniessen. Die Abendsonne scheint uns auch um 23 Uhr noch direkt ins Zimmer. Peter befasst sich noch mit den Flugunterlagen für morgen: Betriebszeiten der Flugplätze und des Zoll im VFR-Guide von Schweden. Das bereitet ihm Kopfzerbrechen, also trotz Tageshelle schlafen gehen !

 

Do. 29. Juli Alta (Museum, Felszeichnungen)

Das Hotel hat direkt am Wasser 3 2-stöckige Holzbauten mit Zimmern. Dahinter gibt es spezielle romantische Appartments in Erdhügel-Häusern. Beim Frühstück bestellen wir in Bodö die Meteo auf den Hotelfax und beraten die Lage. Bei den so tief hängenden Wolken können wir nicht weiter. Wir lassen unser Gepäck im Hotel und ziehen zu Fuss los. Nicht alzu weit weg gibt es ein Museum mit berühmten etwa 6'000 Jahre alten Felszeichnungen auf Felsen. Diese liegen im Freien und wir sind darum während der Besichtigung dem aufkommenden Wind und Regen voll ausgesetzt. Die Ausstellungen über fischerei, Bergbau in der Umgebung von Alta und die Ereignisse im 2.Weltkrieg sind im geschützten Gebäude untergebracht. Mit dem öffentlichen Bus fahren wir zurück und lassen uns im Hotel nochmals die aktuellen Wetterinformationen um 16:10 Uhr von Bodö auf den Fax geben. Der Meteo-Spezialist kennt bereits unsern Herr Grunig und will wissen, wie er seinen Namen genau schreibt. Es ist klar. Bei der Wetterlagen buchen wir im Hotel sogleich für die kommende Nacht. Das Nachtessen im Hotel ist einfach aber fein: Lachs oder Steinbeisser-Fisch, spezieller Sommer-Salat mit Ananas (leider erst zum Nachtisch serviert). Draussen hat sich das Wetter auf den Abend hin beruhigt. Morgen wollen wir alle Chancen nutzen können und die (vermeintlich) deklarierten Zollzeiten bis 16:00 (mit 4 Std. PNR-Voranmeldung) in Schweden nicht verpassen. Das Frühstück wird folgich auf 07:30 LT geplant (unterdrücktes Stöhnen einzelner KollegInnen).

 

Fr. 30. Juli Alta - Lulea (Schweden)

Beim Aufstehen bietet sich am Fenster ein trübes Bild. Auch der vertraute Meteo-Fax von Bodö lässt bei uns keinen Optimismus aufkommen: Alta: temo rain, BKN012 (Wolken auf 1200 Fuss) und nur 5 km (Sicht). Nach verschiedenem Werweisen fragen wir mündlich per Natel über die weitere Entwicklung nach. Der Nachmittag sollte leicht besser sein. Echt besser soll es erst ab Samstag werden. Also brauchen wir uns nicht mit packen zu beeilen. Unser restliches Bargeld sollte für Benzin, Taxi und einen kleinen Imbiss noch ausreichen. Also müssen Peter und ich auf den Besuch beim Coiffeur weiter verzichten. Am Mittag überprüfen wir das Wetter erneut. Die angesprochene Verbesserung zeigt sich noch nicht. Wir hoffen aber weiter und fahren am Nachmittag ohne Gepäck zum Flugplatz. Dem Tankwart bezahlen wir unsere Schulden von vorgestern. Beim Imbiss nehmen wir uns nochmals die Zollzeiten in den Unterlagen vor und stellen erfreut fest, dass für Flüge zwischen Norwegen und Schweden ohne zollpflichtige Waren ein vereinfachtes Prozedere (Typ C) gilt. Es ist also keine Einschränkung mehr da. Nach 15 Uhr ergibt der Besuch auf dem Tower eine bessere Situation. Die Wolkenbasis hebt sich auf 2'500 Fuss. Es ist kaum noch mit Regen zu rechnen. Für den Zielflugplatz Lulea holen wir die Lande- und Zoll-Erlaubnis per Natel ein. Die freundliche Antwort ist: "ok, no problem". Grosse Erleichterung bei uns kommt auf. Annelise fährt per Taxi ins Hotel und holt unser Gepäck, während wir die Flugplanung erstellen mit geplanter Landung um 20:00 LT. Auf dem Tower reichen wir die Flugpläne ein und lassen unser Flugbuch mit einem Stempel schmücken. Die Frage nach dem Ausgangszoll Norwegen wird mit "nicht nötig" beantwortet.

Ueber den Eingang bei der Flugplatz-Feuerwehr gelangen wir folglich mit dem Gepäck zu unsern Maschinen. Jetzt kommt wieder Schwung auf. Nach dem zurückrollen auf Piste-30 starten wir mit kräftigem Gegenwind und drehen danach auf Südkurs. Aus dem Gegenwind wird nun ein Rückenwind. Er beschleunigt unsern Flug. Mit sorgfältiger Boden-Navigation fliegen wir exakt auf der geplanten Route. Die Wolkenbasis erlaubt uns auf 3'000 Fuss, später sogar auf 3'500 Fuss zu steigen. Beim Grenzpunkt "PALOV" streifen wir noch einzelne Regenschauer. Dahinter sehen wir ab schon die sonnenbeschienen grün leuchtende Heide. Es klart immer mehr auf. Wie gewohnt antwortet Rovaniemi-Control meist nur mit "Roger" auf unsere Anforderungen. Auf 4'000 Fuss fliegen wir der finnisch-schwedischen Grenze entlang nach Süden und lassen uns Fruchtriegel und Schockoladestengel aus der immer noch reich bestückten Bordküche schmecken. Unterwegs sehen wir Flugplätze, die auf der ONC-Karte noch nicht eingezeichnet sind. Wir tragen diese für einen ev. nächsten Benützer der Karten nach (merkt Ihr lieben Leser etwas.... ?). Der Anflug auf Lulea ist speditiv mit langer Landung (über die Arbeiter und Geräte für die Pistenverlängerung hinweg) auf Piste-14.

Nach der Landung tanken wir auf und können mit Kreditkarte bezahlen. Sehr speditiv geht's zum bereits reservierten Zimmer ins Arctic-Hotel in die Stadt. Um 21 Uhr checken wir ein. Da die warme Küche nur bis 22 Uhr offen ist, setzen wir uns rasch zu Tisch und bestellen Shrimps-Vorspeise (oder nur Salat), einen Halibut und zum Dessert Glace mit Waldbeeren. Total aufgestellt über unsern Reisefortschritt und das gute Essen legen wir und um 23 Uhr zu Bett. Aussergewöhnlich scheint uns nur, dass die Sonne um diese Zeit nicht mehr zum Fenster rein schaut. Wir sind also spürbar auf dem Heimweg.

 

Sa. 31. Juli Lulea - Sundsvall - Mora

Nach der stockdunklen Nacht schen am Morgen die Sonne herein. Blauer Himmel mit hellen Cummuli signalisiert einen sorgenfreien Reisetag. Im separaten Briefingraum werden wir eingelassen und sind für uns allein. Ziel ist der Süden. Ich komme mit der Idee, doch einen Stop auf einem kleinen Club-Flugplatz zu machen gut an. Die Wahl fällt auf dem 200 km NW von Stockholm an einem grossen See gelegenen Mora. Dort gibt's zwar kein Benzin, aber nach einem Tankstop in Sundsvall werden wir genug Sprit haben, um danach einen weitern Platz mit Benzin erreichen zu können.

Nach dem Start folgen wir auf 2'000 Fuss der Küste. Später umfliegen wir im Landesinnern die Zone um den Flugplatz Skelleftea. Die Sonnenwärme sorgt für lokale Erwärmungen und für uns darum einen holperigen Flug. Wir steigen auf 3'000 Fuss. Es wird aber erst besser, wie wir die Küste wieder unter uns haben. Draussen über dem Meer steht auf 2'000 Fuss eine grosse flache Wolkendecke und in Richtung Zielflugplatz steht eine grosse Blumenkohlwolke am Himmel. Die Piste von Sundsval erkennen wir aus 2'500 Fuss beim Absinken über einen bewaldeten Hügel erst 4 Meilen vor dem Platz. Kurt ist bereits beim Tanken und wir rollen nach der Landung auch dazu.

Im Büro hilft uns eine sehr routinierte Dame bei der Meteo-Beschaffung und gibt über alles Auskunft. Sie kopiert uns sogar ein Plänchen von Mora aus einem lokalen Flughandbuch. Bei Ihr reichen wir die Flugpläne ein. Sie sind für Inlandflüge nicht obligatorisch. Für Flüge über so einsame Gegenden bedeuten sie zusätzliche Sicherheit bei Problemen. Nach dem Start fliegen wir noch ein kurzes Stück auf 3'000 Fuss der Küste entlang. Von Sundval-Control haben wir den üblichen Transpondercode erhalten und eingestellt. Unter uns liegen über dem Meer einzelne Wolkenflächen. Bald drehen wir auf Kurs 222° und später 247° ins Landesinnere. Nach 1:20 kommt der See von Mora in Sicht. Zum abschliessen unseres Flugplanes können wir den Controller nicht mehr erreichen (Distanz zu gross). Nach einem Flug von 1:30 landen wir auf einem grosszügigen Regionalflugplatz. Per Natel schliessen wir die Flugpläne von HB-CGM und HB-PAF. Ausser uns und einem Feldhasen bewegt sich hier keine Seele. Von der nahen Kartbahn dröhnt Motorenlärm herüber, sonst wäre es hier ganz still. Die Gebäude sind alle abgeschlossen. Wir finden ein offenes Tor und müssen darum nicht über den mannshohen Zaun klettern. Das Natel funktioniert hier einwandfrei, ein öffentliches Tel. ist nicht erreichbar. Wir rufen im Hotel an und bestellen ein Taxi. Inzwischen ist ein Helikopter gelandet. Die Leute verschwinden sehr rasch irgendwo. Wo bleiben da unsere lieben Kollegen des hiesigen Aero-Club für die Kontaktaufnahme ? Auf dem See vor dem Städtchen Mora finden zur Zeit Motorbootrennen statt. Beim Nachtessen auf der Restaurant-Terrasse schauen wir zu, wie ein "Delta-Motor-Flugboot" sich mit lautem Brummen in angestelltem Zustand in den Himmel schraubt. Sind alle Fliegerkollegen hier im Einsatz ? Nach einem Bummel durch die Budenstatt möchten wir noch ein Dessert geniessen. Aber alle Beizen schliessen hier um 22 Uhr oder stellen einfach die Bedienung ein. Es bleibt nur der Rückzug ins Hotelzimmer.

 

So. 1. August Mora - Göteborg (Landvätter) - Kopenhagen (Roskilde)

Nach dem Morgenessen planen wir unsern Flug im Hotel. Auf dem Flugplatz ist die Lage unverändert. Wir können kaum verstehen, dass eine so schöne und grosszügige Anlage kaum genutzt wird. Das gleiche Tor wir gestern ist noch offen. Per Natel geben wir unsere Flugpläne durch. Eine schwedische Piper landet, rollt zur Tankstelle und verschwindet danach in irgend einem Hangar. Kein Mensch nimmt mit uns Kontakt auf. Nach der HB-CGM starten auch wir und verlassen diesen ruhigen Platz etwas enttäuscht. Auf 3'500 Fuss drehen wir auf Südkurs und lassen beim ersten Kontakt mit dem Stockholm-Control unsere Flugpläne aktivieren. Wir haben eine sorgfältige Kontrolle über unsern Treibstoffvorrat vereinbart. Bei einer Flugzeit von 2:20 haben wir mindestens für 3 Std. Benzin. Wir wollen erst den linken Tank ganz leer fliegen. Dies sollte kurz vor Göteborg der Fall sein. Mit dem Vorrat von ca. 1:30 wollen wir den Anflug auf Göteborg durchführen. Das Gelände Richtung Karlsstad ist hügelig. danach überfliegen wir den grossen See bis nach Trollhättan. Noch immer ist unser linker Tank nicht leer. Trotzdem schalten wir 40 Meilen vor dem Zielflugplatz auf den rechten um. Schon 30 Meilen vor der Piste erhalten wir die Freigabe zum Einflug direkt in den langen Endanflug der Piste. In flachem Winkel schneiden wir diese Linie an uns sehen das, was uns auch die auf den Instrumentenanflug eingestellte VOR-Nadel zeigt: die 3 km lange Piste liegt schnurgerade vor uns.

Nach der Landung geht's wie üblich: auftanken (Tankwagen kommt), nächste Etappe planen, kurzer Imbiss. 17:05 Lokalzeit starten wir und fliegen nach Westen ans Meer. Nun folgen wir zuerst auf 1'500 Fuss Höhe der flachen Küste. Unserm Begehren zum Steigen auf 3'500 Fuss wird trotz viel Verkehr entsprochen. Wir haben aus dieser Höhe eine bessere Uebersicht. Rechts aussen überholt und die HB-CGM. Mit Hilfe der dänischen ICAO-Karte stellen wir unterwegs fest, dass wir exakt auf Kurs sind und eine Bahnlinie verlegt worden ist. Kurz vor dem Verlassen des schwedischen Luftraumes beim Funkfeuer SVD müssen wir absinken auf 2'500 Fuss und zu Kopenhagen-Control auf die Frequenz 127.07 wechseln. Wir können direkt zum Zielflugplatz Copenhagen-Roskilde fliegen und müssen nicht die einzelnen Meldepunkte passieren. Im SE erkennen wir das Häusermeer der riesigen Stadt und dahinter können wir die weiss in der Sonne glänzenden Stützpfeiler der grossen Hängebrücke erkennen, die Dänemark mit Schweden verbindet. Am Funk hören wir, wie die HB-CGM bereits auf die Piste 11 anfliegt und landet. Nach unserer Landung ergibt der hier stationierte Good-Year-Zeppelin ein erstes Fotosujet. Die Flugzeuge werden vertaut, die Flügelkanten von den Mücken befreit. Per Natel haben wir im Hotel Imperial gebucht. Es ist das 4. in der Liste der von uns besuchten Scan-Hotels (das 5. soll für 1 Nacht gratis sein).

Eine ausgedehnte wertvolle Taxifahrt bringt uns hin, ins Zentrum von Kopenhagen. Abends essen wir zwischen 21:00 und 22:00 in einem Brauereilokal einen ausgezeichneten Fisch. Mit der im Hotel gelösten 48-Std.Kart haben wir freien Eintritt in den Vergnügungspark Tivoli mit seinen Buden, Beizlein (bis 24:00 offen) und Schiessbuden und Bahnen. Auf einen G-Test vom 63 m hohen Turm verzichten wir, da wir unsern Fisch im Magen behalten möchten. Hier im Tivoli gibt's doch noch ein kleines Feuerwerk am späten Abend des 1.August.

 

Mo. 2. August Kopenhagen (Stadtrundfahrt mit Bus / Schiff)

Da wir für 9:30 LT die Stadtrundfahrt gebucht haben, frühstücken wir (erst) um 8 Uhr. In der obern und offenen Etage richten wir uns im Bus ein. Viele Erklärungen und einzelne Zwischenhalte ermöglichen uns, einige von der Stadt zu sehen und zu erfahren. Es beeindruckt sehr, dass man hier 40 - 60 % des Lohnes für Steuern aufwenden muss. Dafür ist das ganze Gesundheitswesen kostenfrei. Die berühmte Seejungfrau präsentiert sich heute den Fotografen wieder einmal mit Kopf, d.h. mit Ersatzkopf, da der echte vor Jahren abgetrennt worden ist. Im 2.Teil der Besichtigung wechseln wir auf ein breites flaches Schiff, das uns durch Kanäle, unter Brücken und Hafengebiete fährt. Auch da kommen wir nach der königlichen Yacht nochmals bei der Seejungfrau vorbei.

Am Nachmittag wollen wir der Wachtablösung vor den königlichen Gemächern beiwohnen. die Zeit ist aber zu knapp geworden und so setzen wir uns zu einem Imbiss in den malerischen kleinen Yachthafen "....................". Frisch gestärkt erklimmen wir (freiwillig) die aussen am Turm angebrachte Treppe der Freiheitskirche und geniessen den riesigen Ausblick. Dass am Montag wirklich die meisten Museen geschlossen sind, bestätigt sich nach einem kurzen Marsch zum Marine-Museum. Auf der Rundfahrt haben wir den grauen Kreuzer gesehn und können in nun aus der Nähe, aber leider nur von aussen bestaunen. In der Nähe hat man ein Dock in ein Schwimmbad umfunktioniert. Die alten Krananlagen werden für gewagte Sprünge ins Bassin oder den Hafenkanal benutzt. Die alten Schuppen stehen auch noch da. Zwei ausgediente Segel spenden Schatten für ein improvisiertes einfaches Beizlein. Wir machen halt und tanken Flüssigkeit auf. Vom Hotel holen wir unser eingestelltes Gepäck und wollen per U-Bahn in unser neues 5.Hotel (mit Natel gebucht, soll gratis sein) fahren. Grosse Verzögerung gibt es wegen eines Brandes in einem der Tunnel. So kommen wir zu einem ausgedehnten Studium der Fahrpläne auf dem Perron. Mit Bahn und anschliessend mit Bus und zu Fuss (sogenannte ca. 100m) erreichen wir unser Hotel, das auf halber Strecke zwischen Stadt und Flugplatz gelegen ist. Das Nachtessen ist fein und wird im Detail vom Personal präsentiert und erklärt. Die Nacht im Hotel inkl. Frühstück ist wirklich gratis.

 

Di. 3. August Kopenhagen - Schwerin (Prachim) - Aschaffenburg

Mit Bus, Bahn und Taxi reisen wir zum Flugplatz. Das Wetter ist stabil. Wir haben uns in den letzten Tagen nicht mehr so intensiv wie im hohen Norden um Wetterinfos bemüht. Die Zeitungen und auch die Fernseher im Zimmer wurden nicht mehr beachtet. Die Flugplanung ist rasch erstellt. Wir schlüpfen in die Schwimmwesten und starten zur Ueberquerung des letzten Stückleins Ostsee auf 3'500 Fuss Höhe. In der Mittagswärme gibt's einen leicht holprigen Flug mit leichtem Gegenwind von SE her. Wir müssen 10° aufkreuzen um Kurs halten zu können. Nach 1:20 landen wir in Schwerin auf einem ehemaligen Militärplatz. Der Rollweg ist noch mit den alten Ost-Betonplatten belegt. Im Gespräch mit Herr Ertl erfahren wir, dass er unsern Präszisionsflieger-Kollegen Willy Schwarz von frühern Wettkämpfen her kennt und nehmen für ihn einen Gruss mit heim. Die Planung erstellen wir im Tower. Es ist eine Bürobox auf hohen Metallstelzen, die wegen des hier möglichen Nachtfluges erstellt werden musste. Nach dem Einreichen des Flugplanes rollen wir mit unsern Maschinen hinüber vors Hauptgebäude. Im kühlen Innenraum sind wir die einzigen Gäste. Die Nervosität des Personals erklärt sich bald: man erwartet den Wirtschaftsminister zum Abflug nach Dänemark. Da muss alles stimmen und viel Aktivität gezeigt werden. Er erscheint, lächelt und trinkt mit seinen wenigen Mitarbeitern noch eine Apfelsine, bevor er durch die für kurze Zeit eingerichtete Zollkontrolle geht und verschwindet.

16:25 starten wir zum ca. 3-stündigen Flug nach Aschaffenburg. Da alle Wetterstationen "CAVOK" (Wolkenbasis und Sicht sind ok) melden, wollen wir unterwegs anhand des Lage prüfen, ob wir den Flug über das Harzgebirge (?....) direkt fliegen wollen. Wir steigen nach dem Umfliegen der Stadt Prachim auf 4'500 Fuss und elegant, zeitweise holperig, geht's voran. Zum Essen und Trinken bleibt viel Zeit. Die Navigation ist einfach, denn wir fliegen von VOR (Funkfeuer) zu VOR und prüfen den Fortschritt auf der Route mit der Karte. Die Controller wollen von uns nichts besonderes wissen. Von Magdeburg fliegen wir nun direkt über den Harz (?...) auf das Fulda-VOR zu und kürzen so die geplante Ecke den Tälern entlang ab. Das Land unter uns ist im Gegensatz zum Norden mit Orten, Strassen und Bahnen stark überbaut. Wir wollen natürlich auch jeden Flugplatz auf der Strecke sehen. Da, vor Fulda entdecken wir eine Asphaltpiste, die nicht auf der Karte verzeichnet ist. Ist ein alter Platz verlegt oder ein unbekannter ausgebaut worden ?

Ab Fulda wird die Arbeit intensiver, denn wir kommen in den viel beflogenen Lufraum um Frankfurt. Die Verbindung zu Bremen-Info klappt nicht mehr. Darum melden wir uns bei Frankfurt Info. Nach Fulda verlangen wir absinken unter 3'500. Es heisst ok und wir werden an Frankfurt-Radar weitergereicht. 10 Meilen vor Aschaffenburg melden wir uns bei Radar ab und wechseln auf die Flugplatz-Frequenz. Die Piste ist von N her lange nicht zu sehen und wir drehen über einem Wald bei der Strassenkreuzung in die Platzrunde für Piste-26 ein. Unser Flugzeug können wir nach der Landung nahe beim Tower dieses Club-Flugplatzes parkieren. Wir werden sehr freundlich aufgenommen, man empfiehlt uns ein Hotel ganz in der Nähe (Landhaus in Ringelheim) und fährt uns gleich auch noch mit Privatwagen hin. Wir haben auf unserer Reise also im letzten Moment doch noch Fliegerfreunde angetroffen. Per Natel rufe ich unsere Nachbarin Maxi an, die hier in Grossumstadt wohnt. Nach dem Abendessen, nochmals gibt's Salat mit Shrimps und geräucherten Lachs, kommt sie mit Peter noch kurz zu einem längern Schwatz im Gartenrestaurant vorbei. Es ist schon ziemlich dunkel (in diesen Breitengraden so üblich !!) wie wir unsern letzten Radler herunterschlucken.

 

Di. 4. August Aschaffenburg - Grenchen - Birrfeld

Nach dem Frühstück fährt uns der Wirt persönlich auf den Flugplatz zurück. Wir planen, melden den Zoll an und warten im Restaurant bei einem Getränk bis zum Abflug. Der Zoll hat sich entschieden, doch noch persönlich zu erscheinen und die Pässe zu kontrollieren. Da ich bisher weniger Stunden geflogen habe als Peter, bin ich heute wohl den ganzen Tag am Steuer. Bisher haben wir immer abgewechselt. Wir starten Richtung Karlsruhe und folgen dem Rhein bis vor Basel. Vor uns hören wir, wie Kurt in der Region Pratteln eine Gewitterzone östlich umfliegen will. Wie wir diese Stelle erreichen, ist dieses mächtige Wolkengebilde mit seinen Schauern schon weiter nach Osten gezogen. Wir können direkt zum Jura (Belchen) fliegen und unter dunklen Wolken hindurch ins sonnigere Mittelland wechseln.

In Grenchen geht's wie erwartet speditiv mit Zoll und Administration. Beim Rollen zur Piste-26 beobachte ich eine Gruppe Fallschirmspringer im Gras. Ich schaue näher hin, da ist gewiss mein Bruder dabei. Durchs Notfenster brülle ich ihm zu. Ob er mich wohl erkannt hat ? Auf dem Platz herrscht viel Betrieb. An- und Abflüge mischen sich mit Schulungen auf der Platzrunde. Der Controller kommt ins Rotieren und muss zeitweise gegebenen Freigaben widerrufen. Wir passen besonders auf und sind via Checkpunkt SIERRA dann rasch aus dem Flugplatzbereich weg. Auf dem Flug ins Birrfeld folgen wir in gebührender Distanz der dunklen Wolkenwand, die sich auf der Nordseite dem Jura entlang zieht. Ohne Regenguss erreichen wir unsere Heimatbasis Birrfeld wieder. Einheitlich im Nordkap-T-Shirt gekleidet setzen wir uns relaxed ins wohlvertraute Gartenrestaurant unter den grossen Sonnenschirm.

Eine weite Reise mit über 35 Flugstunden und vielseitigen Bodenprogrammen haben wir gemeistert. Ein Abenteuer ? Das Wetter war für uns an den Flugtagen überall erstaunlich gut. Wir hatten zwar konzentrierte Arbeit zu leisten aber keine eigentlichen Probleme zu meistern. Morgen können wir innerlich bereichert wieder in den Alltag starten.

Herzliches Dankeschön an meinen Kollegen im Cockpit der HB-PAF und Kurt und Annelise für das gute Zusammenspiel auf unserer Reise. Nie vergessen und fast allabendlich angerufen unsere verständnisvollen Frauen, die zuhause ausgeharrt haben.

 

Die Co-Berichterstatterin Annelise

Der amtliche Berichterstatter Fredy