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Gletscherfliegerei

 

 

Berlin Tempelhof

14. Mai bis 18. Mai 2000  

Flugreise
Teilnehmer
Berlin
Werner Hartmann

Jürg Widmer

Route / Flugzeiten:

14.05.

Birrfeld LSZF

Kassel EDVK

J.W.

2.31h

Kassel EDVK

Kiel EDHK

W.H.

2.04h

15.05.

Kiel EDHK

Peenemünde EDCP

J.W.

1.28h

Peenemünde EDCP

B.-Tempelhof EDDI

W.H.

1.09h

16.05.

B.-Tempelhof EDDI

Hannover EDDV

J.W.

1.24h

Hannover EDDV

Egelsbach EDFE

W.H.

1.54h

17.05.

Egelsbach EDFE

Egelsbach EDFE

W.H.

0.04h

Egelsbach EDFE

Bad Dürkheim EDTK

W.H.

0.47h

Bad Dürkheim EDRF

Karlsruhe EDTK

W.H.

0.21h

18.05.

Karlsruhe EDTK

Basel LFSB

J.W.

1.00h

Basel LFSB

Birrfeld LSZF

W.H.

0.20h

Die Meteoberatung im Operation Center in Zürich versprach für die nächsten Tage eine stabile Hochdrucklage über Nordost-Europa. Die allgemeine Richtung für unsere Flugreise war deshalb schnell klar und es wurden noch die neuesten Flugkarten von Polen besorgt - man weiss ja nie! Vorerst wollten wir am ersten Tag möglichst schnell und möglichst weit nach Norden vorwärts kommen. Nachher konnte man dann schauen in welche Richtung es weitergehen sollte.

 

Um vernünftig lange Leg's zu fliegen, wurde erst einmal bis Kassel geplant. Bei bestem Wetter waren wir schnell in der Luft und Jürg konnte mehr oder weniger 360° fliegen, um via die Funkfeuer SUL, KRH, NKR, CHA und GED nach Kassel zu gelangen. Nach einem kurzen Tank-, Zoll- und Trinkstopp entschieden wir uns, noch gleichentags bis nach Kiel an der Ostsee weiter zu reisen, zumal sich das Wetter völlig problemlos mit fast unbegrenzter Sicht präsentierte. Weiter ging es nordwärts über grosse Felder und Wälder bis wir in Lübeck das Meer erreichten und Richtung Nordwest über die Stadt und den Hafen zum Flugplatz Kiel gelangten. Der Flugplatz liegt sehr schön im Nordwesten gegenüber der Stadt und dem Hafen. Der An- und Abflug Ost ist deshalb sehr sehenswert.

 

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Nachdem wir per Taxi zum Hotel Erkenhof in der Innenstadt gelangt waren, freuten wir uns auf ein feines Essen irgendwo in einer urigen Seemannsbeiz am Hafen. Frohgemut machten wir uns auf die Pirsch und fanden vorerst auch eine kleine Bierbeiz um den gröbsten Durst löschen zu können. Leider war es dann aber eher schwierig, ein anständiges Restaurant zum Essen zu finden. Irgendwie erwarteten wir einfach, dass Kiel als wichtige Hafenstadt ein vielfältiges Beizenangebot zu bieten habe, was aber offenbar überhaupt nicht der Fall ist. Nachdem wir schon fast verhungert und am Ende unserer Kräfte waren, wurden wir doch noch fündig und konnten im Restaurant Friesenhof sehr guten Fisch geniessen.

 

Am Flugplatz am nächsten Morgen zeigte sich das Wetter im Nordosten immer noch von der besten Seite. Wir planten deshalb einen Flug entlang der Ostseeküste zum Sonderlande-platz Peenemünde. Dies ist der Ort, wo im zweiten Weltkrieg die deutsche Wehrmacht Versuche mit Raketenflugzeugen durchführte. Die Piste ist aufgeschüttet und ragt ins Meer hinaus. Jürg fühlte sich wie bei einer Landung auf einem Flugzeugträger. Der Funkverkehr beim Anflug war etwas speziell, da der Mann im Tower prinzipiell nicht auf englisch antworten wollte. Auf die Anfrage "request direct approach" ertönte es in unseren Headsets: "WAS WOLLEN SIE?!? Eine weitere Ueberraschung bot sich uns nach der Landung, als wir gebeten wurden, neben dem "Tower" zu parken.

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"Tower" in Peedemünde

 

Der Platz ist nach der Oeffnung des Ostens im Aufbruch. Es werden Investoren gesucht, welche sich hier ansiedeln wollen. Auf einem Teil des riesigen Geländes ist eine Kartbahn eingerichtet worden, es stehen alte Flugzeug- und Helikopterwracks herum, es wird gebaut. Man hofft hier noch immer auf den Aufschwung. Solche Plätze müssten durch uns Piloten unbedingt unterstützt werden, damit diese überleben können.

Bei der Planung der Weiterreise im Restaurant diskutierten wir mit dem Leiter des Platzes. Vor dem Abflug sagte er uns, wir würden mit dem Mann im Tower besser in Deutsch sprechen, er sei allergisch auf englisch. Dies hatten wir beim Anflug bereits festgestellt.

 

Für die Weiterreise hatten wir uns eine weitere Spezialität ausgedacht. Berlin liegt so nahe, und Tempelhof ist ein weiteres Highlight für uns. Vor neun Jahren (im April 1991), nachdem eben erst die ehemalige DDR aufgelöst worden war, waren wir noch nach dem "Schnittmuster" nach Berlin geflogen (siehe entsprechenden Reisebericht). Heute ist es viel zivilisierter!

Von Peenemünde ging's mehr oder weniger direkt nach Süden, so dass wir einen wunder-schönen Einflug von Osten über die Stadt Richtung Fernsehturm geniessen konnten. Mit einem direct approach in die Base der 27R konnten wir in den runden grünen Fleck inmitten der Stadt absinken. Unter dem imposanten Vordach des Flughafens war die deutsche Schwester unserer JU-52 parkiert.

 

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Mit dem Bus und einem sportlichen Fussmarsch zum Hotel Birth (ganz in der Nähe des Kuhdam und Gedächtniskirche gelegen) waren wir bald für das wohlverdiente Bier bereit. Der Potsdamer Platz mit der wohl grössten Baustelle Europas, das Brandenburger Tor und die Siegessäule machten einen grossen Eindruck. Die Stadt ist wirklich sehenswert und ruft nach einem weiteren Besuch! Aber Achtung: Das verrechnete Mindestgewicht für die Lande-gebühr beträgt 6 Tonnen. Sehr wichtig ist es, das Lärmzeugnis vorzuweisen. Gebühren mit Lärmzeugnis für 6 Tonnen ca. 130.00 DM, ohne Lärmzeugnis hätte es ca. 600.00 DM gekostet! Etwas enttäuscht aber hatte uns Berlin by night, da es keine eigentliche "Vergnügungsmeile" gibt und auch die Taxifahrerin nicht recht wusste, wo sie uns hinbringen soll!

 

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Die Wetterlage hatte sich insofern geändert, dass von Westen her eine grössere Störung über ganz Europa hereinziehen würde. Es stellte sich uns die Frage, ob wir im Norden der Front entgegen fliegen und diese dann vorüber ziehen lassen sollten, oder aber möglichst weit vor der Front nach Süden oder Südosten Richtung Tschechien und Oesterreich gehen sollten, um dort die Front abzuwarten. Diese zweite Variante erschien uns aber weniger sinnvoll, da wir befürchteten, irgendwo vor den Alpen für längere Zeit eingeklemmt zu werden. Im Nordwesten erwarteten wir, dass die Front relativ schnell über das viel flachere Land hinweg ziehen würde. Deshalb wurde entschieden, Richtung Westen nach Hannover zu planen. Von Tempelhof konnten wir direkt Richtung Westen (ohne Schnittmuster) an Gatow vorbei über Braunschweig nach Hannover fliegen. Auf dem Meteobüro wurde bereits für die Plätze weiter im Westen (Luxemburg, Belgien) Sturmwarnung gegeben. Wir aber wollten noch sehen, ob wir etwas näher an die Front herankommen konnten, um die unausweichliche Wartezeit so kurz und so angenehm wie möglich zu verbringen. Deshalb wurde unverzüglich der Weiterflug nach Egelsbach geplant. Richtung Süden ging's nun wiederum bei Kassel vorbei in den Frankfurter Raum und von Osten nach Egelsbach. Hier passierte uns ein Lapsus bei der Einflugstrecke, da vor kurzem einige Meldepunkte geändert wurden und dies uns nicht bekannt war. Merke: Fliegst Du nur mit neusten Karten, musst Du solches nicht erwarten! Nach der Landung wurde das Flugzeug in den Wind gestellt und gut befestigt. Mit einem Taxi ging's in's Zentrum von Frankfurt zum Hotel Excelsior beim Bahnhof. Das Nachtleben erwartete uns. Beim Umzug durch die Lokale... wurden wir Zeugen einer Razzia der Polizei. Mit deutscher Gründlichkeit wurde ein Lokal abgeriegelt und jede anwesende Person kontrolliert.

 

Der nächste Tag war geprägt von Meteofragen. War ein Flug überhaupt möglich? In welche Richtung könnte es gehen? Wir entschlossen uns, in Egelsbach am Flugplatz uns weiter zu informieren um bei einer Wetterbesserung jederzeit bereit zu sein. Nach einer Platzrunde in einem Schauer war es klar: Während der nächsten Stunden konnten wir uns in Ruhe dem Mittagessen widmen. Am Nachmittag schien es aufzuhellen und wir machten einen neuen Versuch. Das Ziel war, im Rheintal so weit wie eben möglich nach Süden vorzudringen. Bis in die Gegend von Speyer war dies auch möglich, doch dann versperrte ein Schauer jedes weitere Vorwärtskommen. Wir entschlossen uns, nach Bad Dürkheim zurück zu fliegen und dort bessere Zeiten abzuwarten. Bad Dürkheim ist ein schöner kleiner Platz mit freundlichen Leuten und einem kleinen Restaurant. Bei Start oder Landung eines Flugzeuges wird die angrenzende Strasse am Pistenende mittels einer Barriere gesperrt.

 

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Nach 11/2 Stunden hatte sich das Wetter wieder etwas gebessert und wir machten einen weiteren Versuch, nach Süden vorwärts zu kommen. Dies war problemlos möglich bis nach Karlsruhe-Forchheim, wo wieder in einem Schauer Endstation war. Das Mädchen auf dem Tower war zwar nett und sehr hilfsbereit, konnte aber das Wetter nicht gross beeinflussen. Immerhin machte es uns den Entscheid, hier zu übernachten doch etwas einfacher. Das Taxi brachte uns zum Hotel Santo im Zentrum von Karlsruhe.

Am nächsten Morgen war das gröbste Wetter vorbei und wir konnten ohne grössere Probleme dem Rhein entlang nach Basel fliegen. Basel brachte uns dann auch noch einige Neuheiten: neue Meldepunkte und die Piste 26 war wegen des starken Westwindes in Betrieb. Wegen der Ausbauarbeiten in Basel war es etwas mühsam, die verschiedenen Stellen (Zoll, Meteo, AIS, etc) aufzufinden. Ebenso war es nicht immer einfach, einen Transport vom/zum Flugzeug zu organisieren. Es ist zu hoffen, dass dies nach dem Umbau effizienter sein wird.

Die letzte Etappe in's Birrfeld verlief ebenso problemlos. Nach total 13 Stunden 2 Minuten Flugzeit und 11 Landungen in 5 Tagen und vielen schönen Erlebnissen landeten wir im Birrfeld um 13.01 Uhr.

 

Nachtrag: 3 Monate später erreichte uns eine Rechnung der Deutschen Flugsicherung DFS für Flugsicherungs-An-/Abfluggebühren im Betrag von DM 61.48 für die Strecken Berlin-Tempelhof - Hannover und Hannover - Egelsbach.

Einige zusätzliche Daten

Billigste Landetaxe

Peenemünde

CHF 9.40

Teuerste Landetaxe

B.-Tempelhof

CHF 105.90

Billigstes Benzin (100LL)

B.-Tempelhof

CHF 2.11

Teuerstes Benzin

Egelsbach

CHF 2.32

(Birrfeld

CHF 1.98)