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Gletscherfliegerei
Perpignan-Marseille

19.04.1998 - 22.04.1998

 

Teilnehmer: Werner Hartmann, Peter Schwendemann

 

 

Die Grosswetterlage zeigte uns VFR-Möglichkeiten im Bereich Südfrankreich - Spanien.

Das lokale Wettergeschehen liess den Start jedoch immer weiter hinauswandern. Die sauber geputzten Scheiben am Flugzeug wurden während dem Gepäck einladen von einem Graupelschauer nochmals genetzt.

Nichtsdestotrotz gab Werner um 14.28 Uhr Vollgas. Schon in der Region Olten mussten wir gegen Süden ausweichen um nicht in eine Niederschlagszone zu fliegen. Nachher gings flott dem Jura entlang Richtung Genf. Zwischen Yverdon und dem Genfersee wurde es vor uns immer dunkler und schwärzer. Um die Situation besser überblicken zu können flog Werner eine 360° Kurve. Geneva Information fragte uns an ob Destination Genf immer noch aktuell sei. Wir bestätigten dies kühn obwohl wir noch keine Möglichkeit sahen Richtung Genfersee weiterfliegen zu können. Dann plötzlich sahen wir Richtung See ein wenig hellere Bewölkung und zwischen 2 Niederschlagszonen hindurch flogen wir an die Gestade des Lac Leman. Von nun an hatten wir beste VFR-Verhältnisse. Ein wenig überrascht wurden wir dann vom Controller, liess er uns doch direkt in die Base 23 einfliegen. Aber auch diese Überraschung kompensierte Werner mit Routine.

Die guten Meteobedingungen nutzten wir zum schnellen Weiterflug nach Montpellier. Nach dem Start stieg ich durch bis 4500 ft, nach den letzten Hügeln im Bereich Champery/Grenoble verliessen wir diesen Level und bewegten uns fortan im Level 20, was in Frankreich zu den normalen Gepflogenheiten gehört. Navigatorisch wurde ich nicht sehr stark gefordert, bewegten sich die notwendigen Headings zwischen 208 und 212° . Die Kontaktaufnahme mit den Controllern gestaltete sich schwieriger. Zum einen war Sonntag und zum anderen war das Interesse an einem tieffliegenden VFR-ler nicht sehr gross. War ein Kontakt dann hergestellt war die Verständlichkeit nicht sehr gut. Durch diese intensiven Gespräche und dem Suchen von irgendwelchen Punkten die die Controller immer wieder fragten oder erwähnten verging die Zeit wie im Fluge und wir waren plötzlich bei Montpellier. Der Landeanflug forderte dann fliegerisch doch noch etwas ab. Landung war auf RWY 31 angesagt, Wind mit 15 Knoten von 220°. Durch den Aufkreuzwinkel bedingt konnten wir im Final dem wartenden Airliner lange frontal ins Cockpit schauen. Ich glaube wenn die Piloten an ihrem Jet einen Rückwärtsgang gehabt hätten wären sie ein Stück zurückgerollt, denn ihren angstvollen Blicken nach zu urteilen trauten sie mir eine Landung auf der Piste wohl nicht zu.

Mit der Zimmerwahl hatten wir keine glückliche Hand. Das Zimmer war klein, die Türe konnte man nicht ganz öffnen (vielleicht waren die Betten zu lang?), aber gut geschlafen haben wir trotzdem. Der Abendbummel zeigte uns schöne Anlagen, diese Stadt wäre einen längeren Aufenthalt wert.

Am Montagmorgen zeigte uns die Meteo FEW auf 2000 ft, bei Perpignan FEW auf 400 ft. Diese Situation liess uns optimistisch einen Flug der Küste entlang nach Gerona in Spanien planen. Es kam dann aber ganz anders. Die FEW auf 400 ft waren dann vor Perpignan Overcast, undurchsichtiger Dunst. Eine Umkehrkurve gegen das Landesinnere war dann die letzte Rettung. Werner als Pic schaute auf Lage, Höhe und Geschwindigkeit und ich schaute immer Bodensicht zu haben. Eine Landung in Perpignan war nicht möglich, so blieb uns nur der Alternate Bezier. Obwohl kein Verkehr auf diesem Platz war antwortete doch ein Controller auf der Towerfrequenz. Am Nachmittag hob sich die Dunstglocke auf die prognostizierten FEW 1500 ft und wir konnten doch noch nach Perpignan fliegen. Einen Nightstop in Bezier wollten wir vermeiden, gab es dort ja weder Zoll noch ein Meteobüro. Und das System via Fernschreiber vermochte bei uns keine Begeisterungsstürme auszulösen. Im rustikalen Hotel de la Loge erwartete uns ein feudal grosses Zimmer. Sogar einen Schreibtisch, eine Couch mit einem kleinen Salontisch fanden nebst den 2 Betten im Zimmer Platz. Das WC und das separate Badezimmer waren zusammen grösser als das ganze Logement das wir in Montpellier hatten. Mit dem Frischmachen für den Abend stieg auch unsere etwas gedämpfte Stimmung Wieder. Locker gingen wir zum Apero. Das erste Bier schüttete der Kellner mir über die Hosen, sodass ich nochmal schnell zum Hotel zurück. musste. Wir beeilten uns ein Lokal zu finden, wo wir gedachten unser Abendessen gemessen denn plötzlich begann es leicht zu regnen. Frischen Tomatensalat und Tagliatelle brachten unseren Kräftehaushalt wieder ins Lot. Inzwischen hatte es aufgehört zu regnen und wir beschlossen daher auf Umwegen durch die Gassen und Pärke zurück ins Hotel zu gehen und den Kaffee dort zu genehmigen. Aber im Hotel gab es keinen Kaffee mehr!

 

Über Nacht hatte sich die Grosswetterlage insofern verschlechtert, als die Niederschlagsfront welche am Vortag noch an der Westküste lag, nun schon über die Pyrenäen in Richtung der spanischen Ostküste vorgestossen war. Auch das lange Abwarten brachte keine Änderung. So blieb uns fast nur noch der Weg zurück. Da Südfrankreich noch stabiles Wetter hatte beschlossen wir nach Marseille zu fliegen. Nach vielem Hin und Her vom Meteobüro zum Flugzeug, Wartehalle, Meteobüro, Bezahlen der Taxen, Zoll, Flugzeug waren wir endlich flugbereit. Da kamen jedoch noch 2 Besucher an unser Flugzeug. Sie wiesen sich als fliegende Zöllner aus. Das heisst sie fliegen den Flugplätzen nach und kontrollieren die ausländischen Flugzeuge. Sie wollten alle unsere Papiere sehen, unsere Etappenorte usw. Dass wir nicht wieder all unser Gepäck ausladen mussten war, so glaube ich, der fortgeschrittenen Zeit zu verdanken. Um 17.10 Uhr starteten wir dann endlich.

Der Flug war wunderschön, alles entlang der Küste, crossing Montpellier mit einer plötzlichen Kurskorrektur auf overhead statt der Küste entlang. Hatte doch der Controller bei der Lande-Freigabe an einen Airliner vergessen, dass er 2 Minuten vorher uns die Crossingclearence gegeben hatte. Aber wir sind ja VFR - Piloten die den Luftraum beobachten und den Funk mitverfolgen. All unsere gewählten Checkpunkte fanden wir problemlos, der Einflug in die CTR Marseille, proceder und Landeanflug vom Meer her auf RWY 14Right stellten keine grossen Anforderungen. Wesentlich schwieriger gestaltete sich das Rollen zum Parkplatz. Nach den Formalitäten brachte uns ein Taxi im "Tiefflug" in die Altstadt von Marseille, Im bestens bekannten Hotel Alize fanden wir Unterkunft. Bei wunderbar warmem Wetter schlenderten wir dem alten Hafen entlang und entschieden dann uns in einer Fischbeiz zum Abendessen niederzulassen.

Der Morgen brachte zuerst einen Fussmarsch zur Kirche Notre-Dame de la Mer welche auf steilen Gassen zu erreichen ist. Die Morgengymnastik war also auch absolviert. Der wunderbare Ausblick ringsum auf Marseille war jedoch die kleine Anstrengung wer wesentlich gemütlicheres Taxi brachte uns dann zum Flughafen Hauptgebäude, in das Meteobüro untergebracht ist. Wir fanden das menschenleere Büro kurz vor Mittag. Naserümpfend, dass wir Telexmeteo bekommen könnten griffen wir zum Telefonhörer. Die freundliche Dame am aderen Drahtende war jedoch bereit uns im Meteobüro persönlich zu bedienen. Prompt war sie ein paar Minuten später bei uns, und besorgte uns souverän alle gewünschte Meteodaten, und dies in Frankreich während der Mittagspause! Die Front die uns schon an den Vortagen beschäftigt hatte kam nun zügig gegen das Rhonetal voran. So blieben uns nur zwei Möglichkeiten: Zurück in die Schweiz via Rhonetal oder Richtung Italien und dann über die Alpen. Wir entschlossen uns für die sicherere Variante via Genf. Nun folgte der zweite Fitnessteil dieses Tages. Weder ein Wächter noch ein Angestellter der Fracht waren bereit uns vom Hauptgebäude zum GAC-Center zu chauffieren. Der direkte Weg über den Tarmac wurde uns natürlich auch nicht erlaubt. So hatten wir das Vergnügen dem Zaun entlang einen Fussmarsch von ca. 40 Minuten mit Sack und Pack zu absolvieren.

Die Flugplanung war schnell erledigt und wir begaben uns auf den Weg zum Flugzeug. Erstaunt mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass der Zöllner uns nicht ohne Kontrolle der Papiere durchlassen wollte. Auf unsere Bemerkung, es sei ja ein Inlandflug entgegnete er uns, er wisse dies; er wisse aber auch aus eigener Erfahrung, dass in Genf fast nie ein französischer Zöllner auf seinem Posten ist. Während dem Flugzeug vorbereiten nahmen wir noch eine kleine Zwischenmahlzeit (Schoggiriegel und Orangensaft) zu uns und "suchten" dann den langen Weg zur Piste. Unterwegs konnten wir noch einer Feuerlöschübung mit Löschflugzeugen zuschauen.

Um 1440 Uhr startete ich in Marseille auf RWY 32Right. Das Routing führte über Ausflug Nord, Valence, La Tour du Pin, Chambery. Der Verkehr mit den Controllern war einiges besser als am Sonntag, die Gegend kannten wir auch schon ein wenig und so kamen wir entspannt Richtung Genf. Für den Anflug Genf hatte ich beide Anflugvarianten, direkt oder über die Stadt, vorbereitet. Wir bekamen die Freigabe über die Stadt anzufliegen. Wir genossen diese für uns eher seltenere Route sehr. Landung in Genf auf RVVY 05Gras. Die Formalitäten in Genf für einen Inlandflug zu erledigen boten uns keine Probleme, trotzdem vergingen 1 Std. 15 Minuten bis Werner für die letzte Etappe startete. Über SPR und FRI, crossing Bern, WIL kamen wir um 18.45 im Birrfeld an. Alle wunderten sich warum wir schon wieder zurückkamen. Sind die Schweizer wirklich so kurzsichtig, dass sie nur bis zur Grenze sehen?

Das Wetter am kommenden Wochenende bestätigte jedoch unsere Entscheidung, lieber früher und ganz zu Hause anzukommen als irgendwo im Ausland auf besseres Wetter warten zu müssen, dies umso mehr als sowohl Werner und ich am Wochenende schon wieder Termine wahrzunehmen hatten.

Peter