PAF-Fluggruppe

LSZF Birrfeld CH

 

 

 

 

 

Flugreise 

 

 

 

 Weekend-Ausflug nach Korsika und Sardinien

 3. - 5. September 2004

  

Piloten:

W. Hartmann

Stephan Jezler  

 

Route & Zwischenlandungen in: 

Birrfeld--> Cannes--> Calvi--> Ajaccio--> Olbia--> Figari --> Corte--> Bastia-->
Le Castellet--> Grenoble--> Birrfeld

 

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Für das Wochenende verhiess der Wetterbericht schönes, stabiles Spätsommerwetter über dem südlichen Europa. Dies wollten wir für unseren schon lange geplanten Ausflug in's nähere Ausland nutzen (alternativ wäre noch der Besuch der AIR04 in Payerne gewesen, leider dann aber nur zu Lande). Am Donnerstag-Abend trafen wir uns bei Stephan Jezler, meinem langjährigen Kollegen mit noch relativ taufrischer PPL (aber Flugplanungs-Profi mit einem sehr schönen PC-Program mit download zum GPS) zur Flug-Vorbereitung. Folgende Route wurde vorgeplant, gutes Wetter über den französischen Alpen vorausgesetzt: Birrfeld - WIL - Transit Bern - FRI - South Transit Genf - AT - DGN - Cannes.

Am Freitagmorgen war das Wetter tatsächlich so wie erwartet, so dass dem geplanten Flug nichts im Wege stand. Ein wunderschöner Flug folgte mit Blick auf die Alpen und die "Route Napoleon" entlang der vorgesehen Strecke. Landung in Cannes-Mandelieu von Nordwest über den Checkpoint WC. Flugzeit LSZF - LFMD: 3h05min.


Cannes

Auftanken, Zoll und Weiterplanung von Cannes nach Calvi erfolgten sehr speditiv. Für den einstündigen Flug über das Wasser wurden die Schwimmwesten angezogen. Der Flug ging bis zum Checkpunkt SW entlang der Küste auf 1000ft, anschliessend wurden wir auf FL 75 freigegeben. Das Kurshalten während des Steigfluges war nicht ganz einfach, da kein natürlicher Horizont zur Orientierung vorhanden war. Ein schöner Anflug über das Städtchen von Calvi folgte. Routing: Cannes - SW - LERMA - OMARD - MERLU - MC - W - Calvi. Flugzeit LFMD - LFKC: 1h00min.

 

 


Calvi.

Wie schon das letzte Mal war nicht viel Betrieb auf dem Flugplatz und so konnten wir zügig weiter, der Westküste Korsikas südwärts folgend, nach Ajaccio. Routing: Calvi - W - S - NW - W - WA - Ajaccio. Flugzeit LFKC - LFKJ: 0h30min.


Downwind Ajaccio.

 


Hotel Ajaccio

Hier mussten wir uns auf einen Taxifahrer verlassen um ein Hotel zu finden. Obwohl wir eigentlich zentral in der Stadt wohnen wollten, fuhr er uns entlang der Küste in Richtung W-Point (in der Gegend, wo wir das letzte Mal schon übernachtet hatten) zu einem Hotel mit Schwimmbad und schöner Sicht, aber leider nicht sehr zentral gelegen. Der abendliche Spaziergang zum Essen in einem Strandbeizli (und zurück!) sorgte dann für etwas Fitness.

Der Samstag startete mit ganz wenigen Wölklein, welche sich aber im Verlaufe des Morgens schnell auflösten. Zurück am Flugplatz wurde für heute ein Flug vorgesehen nach Olbia und Alghero auf Sardinien, dann zurück nach Figari und Bastia (mit einem Zwischenstopp in Corte, falls dies zeitlich noch möglich wäre).

Entlang der Küste ging's nach Süden, vorbei an Propriano (LFKO) und Figari (LFKF) nach Bonifacio (wo einige "Sightseeing-Holdings" gedreht wurden)


Track Bonifacio

 


Bonifacio

 


Bonifacio

und über das Wasser noch Sardinien. Der Einflugpunkt nach Olbia von Norden (Monte Pinu) ist interessanterweise der höchste Berg in einer Bergkette kurz vor dem Flugplatz. Routing: Ajaccio - SB - SA - S - Bonifacio - Santa Teresa - Monte Pinu - Olbia. Flugzeit LFKJ - LIEO: 0h45min.


Olbia

Das Handling in Olbia war hervorragend -mit gratis Getränken in der Business Lounge- bis auf ein "kleines" Detail: Gemäss Bottlang sollte Avgas während der Oeffnungszeiten des Flughafens verfügbar sein. Als wir jedoch zur Tankstelle gerollt waren fanden wir dort einen Zettel mit der Meldung, dass über Mittag die Tankstelle nicht besetzt sei. Die Italiener lieben bekanntlich eine lange Siesta (und etwas länger am Samstag!?) und so war es nicht verwunderlich, dass um 14.30h nach Ablauf der angeschlagenen Mittagszeit niemand auftauchte. Erst nach Interventionen und weiterem Warten erschien das sehr hübsche Tankfräulein gemächlichen Schrittes über's Vorfeld, das Handy am Ohr. Obwohl wir eigentlich sauer waren hat uns das Aussehen der Italienerin von unfreundlichen oder gar ausfälligen Bemerkungen abgehalten (manchmal fällt es etwa leichter, Gentlemen zu sein!). Nebenbei bemerkt war hier das Avgas auch weitaus am teuersten; Zeit ist eben Geld.

Aufgrund der grossen Verzögerung haben wir dann den Abstecher nach Alghero abgeblasen und sind direkt zurück nach Figari auf Korsika geflogen. Routing: Olbia - Monte Pinu - Santa Teresa - SA - Figari. Flugzeit LIEO - LFKF: 0h35min.

In Figari war der Parkplatz stark belegt, unter anderem auch mit einigen Flugzeugen aus der Schweiz. Dies sah sehr nach einem Clubausflug aus!?

Von Figari aus ging's nordwärts über's Land und durch die Bergtäler nach Corte. Das Gelände steigt Richtung Norden relativ stark an und die Bergflanken sind sehr steil. Die Strassen mit Tunnels, Brücken und Kehren haben mich stark an die Schweiz erinnert. Der Flugplatz in Corte war völlig einsam und verlassen mit nur 2 Helikoptern auf dem Abstellplatz. Dafür wurde auch keine Landetaxe verlangt. Routing: Figari - NW - Corte. Flugzeit LFKF - LFKT: 0h35min.


Corte

Nach einem kurzen Besuch in der nahe gelegenen Beiz ging's bald weiter nach Bastia wo die Uebernachtung geplant war. Der Flug führte uns zuerst nordwärts und später nach Osten, immer einem Tal folgend. Routing: Corte - SW - SA - Bastia. Flugzeit LFKT - LFKB: 0h20min.


Bastia

 


Bastia

Bastia hatten wir gewählt weil wir am Sonntag von Bastia aus über die Insel Elba und die Westküste von Italien via Gotthard in die Schweiz zurück kehren wollten, falls das Wetter dies zulassen würde. Bastia war aber auch sonst einen Besuch wert: Die vielen Beizen an der Hafenpromenade, der Ausblick auf die Altstadt, der Fährhafen, etc sind einen Aufenthalt wert.

Am Sonntagmorgen galt der erste Gang der Meteo. Die Voraussage für das Tessin war nicht ganz so gut wie für das Rhonetal, und so entschlossen wir uns, wieder über das Ligurische Meer nach Le Castellet (nordwestlich von Toulon) mit der berühmten Auto-Rennstrecke zu fliegen. Von Bastia folgten wir vorerst der Nordküste von Korsika zum W-Point von Calvi und dann gings zurück über die bekannte Route zum VOR St. Tropez und Le Castellet. Zuerst flogen wir auf FL85, mussten später aber schrittweise bis auf FL45 absinken. Hier erwischten uns sogar zwei, drei Tropfen aus einer Wolke. Aber je näher zur Küste wir kamen, umso besser wurde die Sicht und über dem Land waren überhaupt keine Wolken mehr vorhanden. Der Anflug auf Le Castellet ist interessant, da der Flugplatz direkt an die Rennpiste grenzt. Hier waren nur 2 Flugzeuge und die Leute hatten viel Zeit für uns. Auf deren Empfehlung besuchten wir das zur Rennstrecke gehörende Restaurant und genehmigten uns einen feinen Salatteller aus dem grossen Angebot. Viele Töff-Fahrer benutzten das schöne Wetter zu rennmässigen Einlagen. Routing: Bastia - NW - W (Calvi) - MC - MERLU - OMARD - LERMA - STP - Le Castellet. Flugzeit LFKB - LFMQ: 1h40min.


Le Castellet

 


Rennstrecke

Da Le Castellet keinen Zoll hat, sollte unser nächstes Leg zu einem Zollplatz in Frankreich führen. Wie schon so oft bot sich Grenoble St. Geoirs dafür an. Von Le Castellet aus ging's somit nordwärts ungefähr die selbe Strecke wie am Freitag in umgekehrter Richtung. Grenoble empfing uns mit wenig Verkehr und gewohnt speditiver Abfertigung. Routing: Le Castellet - DGN - SW - Grenoble. Flugzeit LFMQ - LFLS: 1h20min.

Nach der Aufgabe des Flugplans und Benachrichtigung des Birrfelds bezüglich Einflugzoll starteten wir schon bald in Richtung Schweiz. Wieder sollte die Route via Chambery und die VOR FRI und WIL in's Birrfeld führen. Ueber dem Jura bei Genf standen wunderschöne Wolkentürme zwischen zwei Luftschichten.


Wolken bei Genf

Problemlos konnten wir den Genfer Transit South passieren und via die vorgesehene Route in's Birrfeld fliegen. Bei der Meldung im W-Sektor wurden wir informiert, dass der Zoll bereits auf uns warte! Nach der Landung wurde uns ein grossartiger Empfang in Form von zwei Polizisten im Streifenwagen, zwei Angehörigen des Flugplatzes sowie einer grossen Zahl Schaulustiger auf der Terrasse des Restaurants bereitet. Nachdem wir ausgestiegen waren wurden die Papiere sowie das Gepäck genauestens kontrolliert. Dabei wurde die aus Bastia mitgebrachte Olivenpaste offenbar als unbedenklich taxiert. Erst anschliessend konnten wir das Flugzeug entladen und den Saharastaub (in Ajaccio aufgeladen) abwaschen. Routing: Grenoble - NE - W (Chambery) - AT - South Transit Genf - FRI - Transit Bern - WIL - W - Birrfeld. Flugzeit LFLS - LSZF: 1h45min.

 

Ein wunderschönes und aktives Wochenende mit wettermässig optimalen Bedingungen ist zu Ende.
Es hat viel Freude gemacht, und ich bedanke mich bei Stephan für das immer gute Teamwork, kollegiale Verhalten und immer gute Stimmung
(sogar beim warten auf Benzin in Olbia!).

 

 

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