PAF-Fluggruppe

LSZF Birrfeld CH

 

 

 

 

Flugreise 

 

Österreich - Tschechei - Polen - Dänemark - Deutschland

13. Juli - 22. Juli 2006

 

 

Piloten:

J. Widmer & P.Schwendemann

 

 

 

 Route & Zwischenlandungen:

Birrfeld-->Salzburg--> Wiener-Neustadt--> Prag--> Stettin--> Danzig-> Neubrandenburg--> Lübeck--> Kopenhagen--> Lebzig--> Speier--> Freiburg im Breisgau--> Birrfeld

 

Dieses Jahr startete unsere Flugreise ein wenig anders als gewohnt. Wir hatten uns zur Teilnahme am Fly -Out der Aktavia-Fluggruppe nach Wiener Neustatt angemeldet. Dort war die Besichtigung der Diamondwerke der grosse Magnet. Durch dieses erste Etappenziel bot sich dann der weitere Verlauf der Reise nach Süden oder Norden an. Wir hatten uns in der Vorwoche daher mit Kartenmaterial und TripKit des Osteuropäischen Raumes eingedeckt.

Am Donnerstag war die Wetterlage nach Wien nicht so komfortabel wie sie es für den Rest der Reise werden würde. Wir flogen die Standartroute via Kempten nach Salzburg. In unserem Schlepptau flog die PLY mit Caroline und Werner. In Salzburg kam unser eingespieltes Team voll zum Tragen. Jürg kümmerte sich um das Benzin während ich den Zoll, Meteo und die Gebühren bearbeitete. Die Crew der PLY machte alles zu zweit (Erfahrungen sammeln) sodass wir eine gute halbe Stunde vorher wieder in die Luft kamen.

 

 Diamondwerke in Wiener Neustadt 

Der Zimmerbezug in Wiener Neustatt entlockte manchen ein Lächeln, anderen wiederum ein Fragezeichen im Gesicht. Das Selbstbuchungshotel, im Aufbau einem Gefängnis nicht unähnlich, hinterliess auch klimatechnisch einen zwiespältigen Eindruck. Dafür hatte jedes Zimmer Internetanschluss.
Die Besichtigung der Diamondwerke liess alle erstaunen mit wie viel Handarbeit ein modernes Flugzeug aus Glas- und Kohlefasern hergestellt wird. Auch die Erläuterungen in der Versuchs- und Prototypenabteilung waren sehr interessant, obwohl man merkte, dass die Mitarbeiter nicht über alles Auskunft geben durften.
Nach dem Mittagessen folgte die Verabschiedung und die verschiedenen Dankesreden im firmeneigenen Museum.

 

 Museum der Diamond-Werke

Die Gruppe splitterte sich dann auf. Einige flogen um Gewitter herum (IFR) heim, andere legten eine Zwischenlandung auf dem Weg Richtung Westen ein. Die dritte Gruppe wechselte zum Übernachten nach Wien. Nach dem Abendessen in Grinzing (ist auch nicht mehr was es mal war) verabschiedeten wir uns von den anderen Aktavianern da die Weiterreise sehr individuell geplant war.

Nach Beurteilung der Grosswetterlage entschlossen Jürg und ich unsere Reise Nord-, Nordostwärts fortzusetzen. Eine erste Etappe flogen wir nach Prag. Dort mussten wir uns gegen den Taxifahrer durchsetzen der uns unbedingt in ein Hotel seiner Mutter fahren wollte. So verlangten wir, dass er uns im Stadtzentrum absetzte und wir zu Fuss ein Hotel suchen würden. Dann ging es zum Stadtbummel mit diversen Erfrischungen. Natürlich durfte auch der Gang hinauf zur Burg nicht fehlen. Dort wurden wir auf freundliche Art zur Pause aufgefordert.

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Impressionen von Prag

Das nächste Ziel war Stettin. Diese Stadt ist noch sehr gegensätzlich. Obwohl wir sehr zentral ein Hotel gefunden hatten war gar nichts los. Ein supermarktähnliches Gebäude lockte alle Einheimischen an. Dies war aber nicht das was wir gesucht hatten um einen schönen Abend zu verbringen. Wir fanden dann doch noch ein gutes Lokal an einem riesigen Kreisel liegend. Dieser Kreisel und der immer wieder auftauchende Jüngling mit seinem Moped und immer wechselnden Mitfahrerinnen liess bei uns den Verdacht aufkommen, dass er noch nicht lange Besitzer dieses Mopeds war.

Unser Weiterflug nach Gdansk (Danzig) war sehr abwechslungsreich. Wir hatten riesige Waldflächen, Seen, kleine Hügel, Küsten unter unseren Flügeln. Das Holding in Gdansk kam überraschend und war sehr ermüdend. Dafür bekamen wir einen Standplatz direkt vor dem GAC zugewiesen.

 

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Landschaften in Polen

Auch der heutige Taxifahrer musste gezwungen werden uns dorthin zu fahren wo wir wollten. Er glaubte, es sei besser wenn wir in die Baderegion gingen wo alle Touristen hin gehen. Und übrigens habe Gdansk immer Stau. Über Natel organisierte Jürg mit Hilfe eines Hotelführers (welcher im Kofferraum mitgeführt wurde) unser Hotel. Als der kurze Stau überstanden war bemerkte unser Driver seine Benzinknappheit. Dies löste wieder Diskussionen aus. Tankstopp ohne zu tanken, Umkehrkurs, dann doch noch zum Hotel. Dieses lag am Rande zur wunderschönen Altstadt. Sowohl die Innenstadt wie auch der Teil am Wasser sind absolut sehenswert. Alles war so schön und sauber, ein richtiger Kontrast zu Stettin obwohl wir viel östlicher waren.

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Danzig

Das Briefing mit der Begleichung der verschiedenen Taxen nahm ziemlich viel Zeit in Anspruch. Auch der Gang durch die Securityzone raubte viel Zeit da wir das gleiche Prozedere wie Liniengäste über uns ergehen lassen mussten. Dafür entschädigte der schöne Flug, mit einem grossen Anteil Coastline, für die gehabte Mühe. 

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Von Gdansk nach Neubrandenburg

In Neubrandenburg wurden wir sehr freundlich begrüsst, der Tankwart hatte schon fast die Tankpistole in der Hand als wir ausrollten. Auch die Überprüfung der Reifendrucke wurde freundlich und unbürokratisch erledigt, und erst noch gratis. Der Flugdienstleiter pries über alles ihre Möglichkeiten für Klubreisen in ihrem wirklich sehr schönen Gebiet der Mecklenburger Seenplatte. Der Weiterflug nach Lübeck bestätigte uns dann diese Schwärmereien

 

Neubrandenburg

In Lübeck hatten wir vorerst keinen Erfolg beim Hotel suchen. So vertrauten wir uns nach den gemachten Erfahrungen nur ungern den Tipps des Taxifahrers an. Dieser hatte irgend ein privates Problem, denn dauernd war er am Handy. So schlug er uns ein Hotel ausserhalb der Stadt aber mit Bushaltestelle vor der Türe vor. So wurde er uns schnell wieder los. Dies erwies sich für uns als absoluter Glücksfall. Günstig aber nicht billig, ruhig, gediegen lag das Hotel Hubertus in der Landschaft. Die Fahrt in die Stadt war wirklich kurz und unproblematisch.

 

Lübeck

Auch diese Stadt vermochte uns sofort in ihren Bann zu ziehen. Leider war das Wahrzeichen in ein Baugerüst eingekleidet. Beim Stadtrundgang kam schon der Gedanke auf wie diese Stadt wohl von oben aussehen würde. Auch hier fanden wir ein gutes Restaurant um die während dem Tag verbrauchten Kalorien wieder nachfüllen zu können. Die Rückfahrt zum Hotel war mit ein wenig Geduld verbunden, während der Wartezeit konnten wir aber verschiedene Charakteren von Nachtschwärmern beobachten was die Zeit auch verstreichen liess. Der Gratis Shuttle zum Flughafen am nächsten Morgen war für unseren Gastgeber Ehrensache.

Den Ausflug Richtung Norden quittierte der Controller kurz mit: Routing as requested approved. Dies gab uns die Möglichkeit das Stadtzentrum von Lübeck zu überfliegen und die am Vorabend aufgetauchte Frage aus der Vogelperspektive zu beantworten.

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Lübeck aus der Vogelperspektive

Der Flug nach Kopenhagen über Wasser, kleine Inseln, Küstenorte mit Touristenzentren, über - zwischen - unter harmlosen Cumuluswölkchen liess diese Etappe zum fliegerischen Highlight dieser Flugreise werden. Selbst Jürg, der sonst mit Fotos schiessen eher zurückhaltend ist, war froh nicht dauernd einen Film einspannen zu müssen sondern einfach nur drauflos zu knipsen (Digital Zeitalter lässt grüssen).

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Auf dem Weg nach Kopenhagen

Die Wartezeit bei der Tankstation, wir waren nicht allein, verwendeten wir um den PAF wieder mal mit richtig viel Wasser pflegen zu können.

Die Stadt kam mir sehr bald bekannt vor, da ich vor Jahren auf einer Rückreise vom Nordkap schon mal dort Station gemacht hatte. So konnten wir zielstrebig den Weg zum Nyhavn unter die Füsse nehmen. Unterwegs kamen wir noch zu einer Zwangspause da wir auf unsere neuen Crew Cap warten mussten. Diese Zeit nutzten wir um Gerstensaft zu verwerten. Aufgrund meiner Vorkenntnisse gelang es mir Jürg zu einer Sightseeingtour per Schiff zu überreden. Ich habe bis jetzt von ihm keine Bemerkungen gehört, dass wir diese Kronen und die Zeit besser hätten nutzen sollen.

Bis jetzt hatten wir die Etappenziele ganz unbekümmert planen können, da Zentral- und Osteuropa unter sehr starkem Hochdruckeinfluss mit hochsommerlichen (30-38 °C) Temperaturen litt. Das anfangs unserer Reise noch über dem Atlantik und Portugal liegende Gewittertief war inzwischen über Frankreich und die Beneluxländer nordwärts gezogen. So blieb uns eigentlich nur der Weg südwärts offen. Wir entschlossen uns den nächsten Nightstop in der Kulturstadt Leipzig zu verbringen.

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 Die letzten Küstengebiete mit Kurs Leipzig

 

Final Leipzig

Auf diesem Leg galt es nun Abschied zu nehmen von den immer wieder schönen Küstengebieten. Auch navigatorisch wurde wieder mehr von uns gefordert. Dank unserer Teamroutine konnten wir aber auch die folgenden Legs in vollen Zügen geniessen.

Da wir auf dem VAL-Kärtchen von Leipzig gesehen hatten, dass die bestehende Infrastruktur spiegelbildlich neu gebaut wird erwarteten wir very heavy traffic. Wer baut schon einen Flughafen bevor der bestehende aus allen Nähten platzt? Denkste! Kaum Sprechfunk-verkehr, und am Boden noch weniger Bewegungen. Dafür wurde wegen der riesigen Distanzen die Blockzeit für den Pilot in Command vergrössert.

Da der Flughafen einen Bahnhof integriert hat beschlossen wir mit dem Zug ins Zentrum zu fahren. Wir warteten und warteten, aber der Zug fuhr nicht ein. Da alle Einheimischen dann das Perron wechselten hielten wir dies auch für richtig. Keine offizielle Information. Dann nach einer guten Stunde wurde ein Zug, der kurz nach unserer Ankunft im Bahnhof aus der Gegenrichtung kam, wieder in den Bahnhof eingefahren. Es war lässig im aufgeheizten Zug dann die Fahrt in die Stadt erdulden zu müssen. Die Altstadt Leipzig hält den Erwartungen, die man unweigerlich hat, stand. Es ist grossartig wie alles wieder perfekt und sauber präsentiert wird.

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Kulturstadt Leipzig

Nun mussten wir die Meteo schon ein bisschen genauer interpretieren um zu entscheiden ob unterwegs noch eine Übernachtung ratsam sei. Wir kamen zum Entschluss noch einen kleineren Flughafen, jedoch mit Zollmöglichkeit, zu suchen von welchem aus wir auch bei schlechterem Wetter den Weg heim noch finden würden.

 

Auf dem Rollweg in Leipzig hat der unvorbereitete Pilot eine letzte Orientierungsmöglichkeit in der Geographie.

Als Ziel bestimmten wir Speyer. Dieser Ort wird uns als weiteres Highlight und Schlussbouquet sicher noch lange in Erinnerung bleiben. Schon im Anflug sieht man den riesigen Dom mitten in der Altstadt und am Rande des Flugplatzgeländes den in den Bäumen "landenden" Jumbo-Jet des dortigen Flugzeugmuseums.

.....  Anflug Speyer ..........................................................................."Temperatur Anzeige" am Tower in Leipzig

Bei der Hotelsuche sprang uns sofort der Name Hotel Domhof ins Auge. Zackig reserviert per Natel, alles paletti. Aber halt! Wo liegt dieses Hotel überhaupt? Natürlich neben dem Dom in der Altstadt.

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Innenhof Gerstensaft aus hauseigener Brauerei

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Dom zu Speyer

Das Wetter war uns immer noch gut gesinnt. Da wir relativ früh schon wieder am Flugplatz waren entschieden wir uns, noch einen Kurzstopp für die Zollformalitäten in Freiburg im Breisgau einzulegen. Erstens war Jürg noch nie dort, zweitens hat der Anflug über die Stadt sicher seine Reize und drittens würde die Landung auf einer kurzen Piste (Birrfeld) dieses Jahr mir zufallen. Erstens war Jürg jetzt auch mal dort und kennt die Volte, zweitens ist der Final wirklich schön und drittens gelang mir die Landung im Birrfeld in gewohnt sicherer Manier.

Wir waren wieder von einer eindrucksvollen Reise zurück. Glücklicherweise konnten wir diese Reise in den Nordosten Europas durchführen, lagen die Tageshöchstwerte doch zwischen 5 - 12°C tiefer als in Spanien oder Südfrankreich. Wegen diesen hohen Temperaturen bildete sich starke Thermik sodass einzelnen Legs ein wenig rumpelig waren.

Wiederum ist eine tolle Zeit in kameradschaftlicher Atmosphäre gut über die Runden gegangen. Herzlichen Dank an den Pilot in Command, Navigator, Funker, Reiseführer, Gourmet und und und.

Etappe

Zeit

Jürg

Peter

Total

Birrfeld - Salzburg

1124 - 1328

02:04

.

02:04

Salzburg - Wiener Neustadt

1412 - 1552

.

01:40

03:44

Wiener Neustadt - Prag

1300 - 1451

01:51

.

05:35

Prag - Stettin

1234 - 1515

.

02:41

08:16

Stettin - Danzig

1200 - 1331

01:31

.

09:47

Danzig - Neubrandenburg

1234 - 1459

.

02:25

12:12

Neubrandenburg - Lübeck

1618 - 1721

01:03

.

13:15

Lübeck - Kopenhagen

1135 - 1300

.

01:25

14:40

Kopenhagen - Leipzig

1238 - 1512

02:34

.

17:14

Leipzig - Speyer

1208 - 1428

.

02:20

19:34

Speyer - Freiburg / Br

1040 - 1135

00:55

.

20:29

Freiburg / Br. - Birrfeld

1225 - 1304

.

00:39

21:08

Summen

.

09:58

11:10

21:08

Verfasser Peter Schwendemann

 

 

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