PAF-Fluggruppe

LSZF Birrfeld CH

 

 

 

 

 

Flugreise

Deutschland

 

29. April - 5. Mai 2012 

  

Pilot: Daniel Keller
Passagier: Angelina Keller (Tochter) 10 Jahre  

 

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Datum

Abflug

Landung

Flugzeit

29. April 2012

 

Birrfeld 11:45

Leipzig-Halle 14:45

2:30

 

1. Reisetag - Sonntag 29.04:

Der erste Reisetag war geprägt von einer starken Südströmung, die uns in lediglich 2,5 Stunden nach Leipzig-Halle trug. Um möglichst optimal von der Windunterstützung profitieren zu können, hatte ich als Reiseflughöhe 5'500 Fuss gewählt, die ich kurz nach Trasadingen bis zum Sinkflug auf Leipzig - mit einer kleinen luftraumbedingten Ausnahme des Charlie Airspace von Nürnberg - einhalten konnte. So zeigte das GPS zwischen Nürnberg und Leipzig eine Spitzengeschwindigkeit von 145 Knoten an. Daher überrascht es nicht, dass wir gegenüber der berechneten Flugzeit eine Zeitersparung von mehr als 30 Minuten herausfliegen konnten. Wegen den lokalen Windverhältnissen mussten wir den Abflug etwas herauszögern, damit wir nicht zu den stürmischsten Zeiten in Leipzig ankamen. Diese Rechnung ist dann auch voll aufgegangen uns so hatten wir bei der Landung auf der Piste 26L noch einen Wind in der Stärke von 11 Knoten zu gewärtigen. Der Service auf diesem flächenmässig gewaltigen Flughafen war sehr gut und preiswert und daher kann ich diesen Flugplatz als Zollflugplatz wirklich empfehlen. Die Preise habe ich in einer separaten Tabelle zusammengestellt. Etwas speziell ist das Tanken bzw. deren Bezahlung, wenn man mit Kreditkarte bezahlt. Zuerst fragt der Tankwart wie viel Liter man tanken möchte. Da ich die Tanks auffüllen wollte, beruhte die Angabe auf einer Schätzung. Dann belastet der Tankwart die Kreditkarte um den berechneten Preis, um diese Abbuchung dann umgehend wieder zu stornieren. Damit soll geprüft werden, ob der Betrag gedeckt ist. Erst dann wird der Auftankungsvorgang gestartet.

Uebernachtet hatten wir im IBIS Hotel in der Nähe des Hauptbahnhofs.

30. April 2012

 

Leipzig-Halle 11:15

Heringsdorf 13:12

1:57

 

2. Reisetag - Montag 30.04:

Am letzten Apriltag ging es dann weiter auf die Insel Usedom nach Heringsdorf, einem Flugplatz den ich schon von einer früheren Reise her kannte. Diese Etappe führte uns westlich von Berlin vorbei und dies bei konstantem Gegenwind. Dadurch verlängerte sich die Flugreisezeit um 15 Minuten auf 1 Stunde 57 Minuten. Der Wind bei der Landung war in Heringsdorf schon bedeutend kräftiger, als noch in Leipzig. Aber es sollte diesbezüglich noch nicht der Höhepunkt sein. Dieses Mal gestaltete sich die Hotelsuche etwas einfacher, als auf der früheren Reise mit Fredy, welche uns damals rund um die Ostsee führte.

Uebernachtet hatten wir im Ostseehotel in Ahlbeck. Obwohl das Wetter schön war, bewirkte der Nordostwind doch eine markante Abkühlung uns so stieg das Thermometer nicht über 14 Grad Celsius an. Nach den 26 Grad in Leipzig fast schon ein kleiner Kälteschock.

 

Leipzig-Halle nach dem Take-Off von Piste 26L

1. Mai 2012

 

 

Heringsdorf 10:0

 

 

Barth 10:40  

0.35

 

3. Reisetag - Dienstag 01.05:

Der Tag der Arbeit wartete noch mit stärkeren Winden aus Nordosten auf und da uns der diensthabende Mitarbeiter auf dem Tower in Heringsdorf meinte, dass der Wind am Nachmittag noch stärker auffrischen dürfte, beschlossen wir, den geplanten Zwischenstopp in Peenemünde zu streichen und direkt nach Bath zu fliegen. Unterwegs ging es dank der Windunterstützung wieder zügig voran. Statt der geplanten 43 Minuten Flugzeit wurden daraus noch 35 Minuten. Bei der Landung in Barth empfing uns dann der Wind 30 Grad quer zur Piste mit 23 Knoten und Böen bis 28 Knoten. Dennoch gelang mir eine butterweiche Landung. Die grosse Ueberraschung ereilte uns dann nach dem Parkieren. Ich wollte gerade meine Tochter warnen, die Tür noch nicht zu öffnen, aber da hatte sie die Tür bereits entriegelt gehabt und so riss der Wind ihr diese unweigerlich aus ihren kleinen Händen. Da war es natürlich um den Türstopper geschehen. Angelina blickte mich nur noch ganz entgeistert an, so erschrocken war sie über diese enorme Gewalt, die eine einzelne Windböe anrichten konnte. Nun, von da an begegnete sie dem Wind mit einem ganz anderen Verständnis, seit sie die massiven Auswirkungen sehen und erleben konnte.

Da in Barth am 1.Mai das traditionelle Feuerwehrfest stattfand, beschlossen wir in Bart zu nächtigen. In der Altstadt gibt es ein gemütliches Hotel mit dem Namen "Stadt Barth", das zudem eine sehr gute Küche hat.

 

 

Heringsdorf nach dem Take-Off von der Piste 10

 

Strahlsund mit Brücke auf die Insel Rügen und Werft

 

Holzschnitzerei im Hafen von Barth

2. Mai 2012

 

Barth 10:33

Wismar 11:03

0.30

 

4. Reisetag - Mittwoch 02.05:

Am 2. Mai ging es bei reduziertem Nordostwind weiter in die Hansestadt Wismar. Hier erwartete uns eine 640 Meter lange Graspiste. Dass der Wind hier nur noch mit leichten 4 Knoten blies, mussten wir dann nach dem Abstellen feststellen, denn Paffy (wie Angelina unser Flugzeug bezeichnet) war voller Mücken verschmiert und so gab es für uns viel zu putzen an dem Tag.

Uebernachtet hatten wir dann im Altstadt-Hotel Wismar. Interessant war dabei, dass die Frau an der Rezeption 2 Jahre in Regensdorf ZH verbracht hatte, also nur einen Steinwurf von unserem Wohnort entfernt. Nach den eher frischen Temperaturen von Ahlbeck (Heringsdorf) und Barth, lag die Temperatur hier wieder bei 20 Grad Celsius, also auf der jackenfreien Seite. Da es sich bei Wismar um eine der drei Gründerstädte der Hanse handelt (die anderen beiden sind Lübeck und Strahlsund) hatten wir auch einen geschichtlichen Block in unserem Tagesprogramm, welcher uns einerseits in einem interessanten 3D Film über die Entstehung der Backsteinkirchen von Wismar vorgeführt wurde und andererseits auf dem Aufstieg zum Glockenturm der St. Marienkirche, der Schiff im 2-ten Weltkrieg so stark bestätigt wurde, dass es in der DDR Zeit weggesprengt wurde.

 

Anflug Wismar

 

Ater Hafen in Wismar mit Glockenturm St. Marien Basilika

 

Wismar vom Glockenturm aus gesehen

 

3. Mai 2012

Wismar 09:46

Lübeck 10:07

0:21

 

5. Reisetag - Donnerstag 03.05:

Heute stand der kürzeste Flug auf dem Programm, nämlich gerade mal 21 Minuten von der einen Hansestadt Wismar zu der zweiten Gründerhansestadt Lübeck. Dass der Wettercharakter nun wechselt, bekamen wir bereits auf diesem kurzen Ueberflug zu sehen, nämlich in Form einer Schauerzone etwas südlich unseres Tracks.

Im Hotel Lindenhof hat es endlich auch ein frei zugängliches Internet-Terminal, so dass ich die Gelegenheit gleich nutzen konnte, einen kurzen Abriss über die bisherige Reise ins Gästebuch zu schreiben. Wenn man an Lübeck denkt, dann kommt einem unweigerlich der Name Niederegger Marzipan in den Sinn und natürlich führte auch unser Weg durch dieses Ladengeschäft.

 

Holstentor in Lübeck

 4. Mai 2012

 

Lübeck 10:22

Schwäbisch Hall 13:19

2:57

 

6. Reisetag - Freitag 04.05:

Waren bisher die Windwerte das interessanteste was die Wetterfront zu bieten hatte, rückten ab sofort wieder andere Werte ins Zentrum, nämlich Sicht und Wolken. In Lübeck musste ich dann einen SVFR Flug anmelden, da die Sicht mit 6 KM nicht den minimalen Bedingungen für einen normalen VFR Flug entsprach. Zum Glück dauerten diese einschränkenden Bedingungen nur bis zur Elbe an. Danach besserte sich die Sicht und auch die Wolkenuntergrenze markant, so dass wir doch noch von einem schönen VFR Flug nach Schwäbisch Hall sprechen konnten. In Schwäbisch Hall empfing uns wieder ein blauer Himmel.

Im Hotel Kronprinz verbrachten wir dann die letzte Nacht auf unserer diesjährigen Deutschlandreise. Auch hier gab es einen frei zugänglichen PC mit Internet-Anschluss, so dass ich mich schon mal mental auf die letzte Etappe vorbereiten konnte.

 

Anflug Adolf Würth Airport Schwäbisch Hall

 

Schwäbisch Hall

5. Mai 2012

Schwäbisch Hall 13:07

Birrfeld 14:47

1:40

 

7. Reisetag - Samstag 05.05:

Nun, wie es Flugreisen so an sich haben, kommt der schwierigste Teil zum Schluss. Leider sollte sich diese Weisheit auch diesmal bewahrheiten. Natürlich war ich mental schon vorbereitet, dass es kein einfaches Unterfangen sein wird die letzten 77 Minuten bis ins Birrfeld hinter sich zu bringen. Nachdem ich das GAFOR und auch den Niederschlagsradar eingehend studiert hatte, entschloss ich mich doch für den kürzeren Weg über die Schwäbisch Alp, denn für die Alternativ-Route über das Rheintal waren Gewitterwarnungen herausgegeben worden. Zuerst sah es danach aus, dass ein Start um die Mittagszeit am besten geeignet wäre. Doch um 10 Uhr wurde die GAFOR Prognose Deutschland revidiert und so verschob ich den Abflug um eine Stunde nach hinten. So oder so dürfte die Schwäbisch Alp die grösste Herausforderung darstellen, obwohl es in Schwäbisch Hall ständig leicht nieselte.

Um 13:07 startete ich auf der Piste 28 in Schwäbisch Hall um via Laichingen - Neuhausen ob Eck - Trasadingen ins Birrfeld zurück zu kehren. Die erste Teilstrecke nach Laichingen konnte ich mit Slalomfliegen relativ gut abfliegen, da die Sicht immer weit über 10 KM betrug und einzig die tief liegenden Wolkenfetzen einen einfachen Geradeausflug verhinderten. Die Kontrollerin von Langen Info erwies sich als sehr hilfsbereit und so schlug sie mir vor, von meinem geplanten Flugweg in Richtung Süden abzuweichen, da auf dem Wetterradar verschiedene Niederschlagszonen zwischen Laichingen und Trasadingen zu sehen waren. So gab sie mir dann die Wetterdaten von Friedrichshafen und von Konstanz durch. So beschloss ich meinen Flugweg Richtung Konstanz fortzusetzen, was sich als gute Entscheidung herausstellte, denn westlich meines neuen Kurses waren z.T. grossflächige Niederschlagsgebiete auszumachen. In 3'500 Fuss ging es dann nach Konstanz, ohne dass ich unterwegs ein Niederschlagsgebiet umfliegen musste. Von Konstanz ging es dann weiter dem Rhein entlang bis nach Trasadingen. Ueber den Einflugpunkt Nord ging es dann zurück ins Birrfeld. Das ich dabei die geplante Flugzeit nicht einhalten konnte, ist wohl nicht weiter erstaunlich. Doch der Umweg über Konstanz hat sich gelohnt, obwohl sich dadurch die Flugzeit um 23 Minuten verlängerte.

 

 

 

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